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Ich träumte, ich würde Autodesigner

Woche: 
39
Jahr: 
2011
Rubrik: 
Diverses, Design/Gestaltung

 

Nachgefragt bei: Frédéric Dedelley

Der gebürtige Freiburger (*1964) liess sich zum Produktdesigner ausbilden, an der Ecole cantonale d’art de Lausanne und am Art Center College of Design, La Tour-de-Peilz. 1995 eröffnete er sein Atelier für Produkt- und Raumgestaltung in Zürich. Er war bis 2008 Professor für Innenarchitektur und Szenografie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. Seit Herbst 2010 leitet er den Studiengang Objektdesign an der Hochschule Luzern. Dedelley entwarf Möbel, u.a. für Atelier Pfister, Inchfurniture und Wogg . Daneben erarbeitet er Ausstellungskonzepte, zum Beispiel am
Museum für Gestaltung, Zürich, und erhielt mehrere Auszeichnungen.

 

Die SchreinerZeitung: Wie beginnen Sie Ihren Arbeitstag?

Frédéric Dedelley: «Mein Tag beginnt mit -einer Schale heissem Wasser und ein paar Yoga-Übungen, ein Ritual, das ich von einer Ayurveda-Kur nach Hause mitgenommen habe.»

Was inspiriert Sie?

«Der englische Modedesigner Paul Smith hat ein Buch publiziert mit dem Titel «Inspiration ist überall». Dem stimme ich ganz zu. Inspiration für meine Arbeit finde ich oft im Alltag oder auf Reisen und natürlich auch in Büchern, Filmen oder in der Kunst. Den Weg von der Inspiration zum Projekt habe ich in meinem Buch «Frédéric Dedelley Design Detective» zum Thema gemacht.»

Warum sind Sie Designer geworden?

«Für Kunst und Architektur hat mich vor allem mein Vater, selbst Architekt, schon früh sensibilisiert. Als Kind träumte ich aber davon, Autodesigner zu werden. Ein Schlüsselerlebnis für meine Laufbahn war als 16-Jähriger der Besuch einer Ausstellung mit Möbelentwürfen von Trix und Robert Hausmann für Röthlisberger. »

Welche Rolle spielt das Handwerk für die Gestaltung?

«Gutes Design wie auch gutes Handwerk verlangen ein hoch entwickeltes Verständnis für Materialien und Verarbeitungsprozesse. Ohne dieses kann keine gute Gestaltung entstehen. Gutes Design ist oft die gelungene Synergie einer konzeptionellen Vision mit fach- und materialspezifischem Wissen. Das Handwerk ist deshalb für -einen Designer sowohl Inspiration wie auch Weg zum Ziel.»

Welche gestalterische Leistung berührt Sie und warum?

«Das finde ich eine sehr schwierige Frage. Mich berühren vor allem Projekte – sei es ein Löffel oder ein Gebäude – die ihre Funktion perfekt erfüllen, sensibel mit Material und Form umgehen und eine eigenständige Ausstrahlung haben. Ein Meister dieses schwierigen Balanceaktes ist für mich der italienische Designer Achille Castiglioni, der schon sehr früh zu einer meiner wichtigsten Referenzfiguren wurde.»

Was macht einen Gestalter erfolgreich?

«Wenn es einem gelingt, bei einem Projekt dieses subtile Gleichgewicht zwischen Konzept, Funktion, Konstruktion, Material, Form und Ausdruck zu erreichen, darf man sich als erfolgreich schätzen.»

Was möchten Sie auf jeden Fall noch entwerfen?

«Dürfte ich nur noch ein Projekt entwerfen, so möchte ich einen bequemen, konstruktiv eleganten und ausdrucksstarken Holzstuhl gestalten. Obwohl ich schon einige Sitzmöbel entworfen habe, kam ich seltsamerweise noch nie dazu.» mz

 

Monats Serie

Designer zu verstehen, ist nicht immer einfach: Was bewegt und was inspiriert sie? In dieser Serie stellt die SchreinerZeitung Fragen, jeden Monat antwortet ein Designer. 

Aktuelle Ausgabe: 

Frédéric Dedelley

Oktober 2011: 

Hans Eichenberger 

November 2011: 

Kevin Fries

Bereits erschienen:

Jörg Boner, Heinz Baumann, Ramon Zangger, Moritz Schmid

 

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