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Mich fasziniert der Eiskristall“

Woche: 
44
Jahr: 
2011
Rubrik: 
Diverses, Design/Gestaltung

Nachgefragt bei: Dina Rey

Die in Kairo gebürtige Designerin studierte Betriebswirtschaft in den USA. Danach arbeitete sie viele Jahre im Marketing von Firmen der Konsumgüterindustrie in Deutschland und England. Später wechselte sie in die Pharmabranche und kam durch ihren Arbeitgeber Novartis 2001 in die Schweiz. Schon früh arbeitete sie im väterlichen Architekturbüro und Möbelbetrieb in Kairo mit. Kenntnisse im Industriedesign eignete sich Rey autodidaktisch an. 2008 gründete sie die Mossa IDD Marketing und Design GmbH in der Schweiz. 2009 gewann ihr erstes Produkt «Propellerjack» den Red Dot Design Award und wurde nominiert für den deutschen Bundespreis 2010.

 

Die SchreinerZeitung: Wie beginnen Sie Ihren Arbeitstag?

Dina Rey: «Ich trinke eine heisse Tasse Tee, wenn möglich an der frischen Luft in unserem Garten. Dann prüfe ich meine E-Mails und SMS.»

Was inspiriert Sie?

«Mich fasziniert besonders Freiheit im Denken. Ausserdem inspirieren mich Kunstwerke. Sie sind für mich Symbole des freien Gestaltens. Design ohne künstlerischen Anspruch kann Menschen nicht emotional berühren und bestätigt sich nur durch seine Funktion.»

Warum sind Sie Designerin geworden?

Ich möchte unsere Umwelt mitgestalten und Menschen damit berühren. Sie sollen ein Möbel neu erleben können. Hinter meinem Drang, kreativ zu sein, steckt vor allem die Bewunderung für meinen Vater. Er ist Architekt und hat mich gelehrt, dass nichts im Leben unmöglich ist und man seiner Kreativität freien Lauf lassen soll.

Welche Rolle spielt das Handwerk für die Gestaltung?

Es spielt in der heutigen Zeit, wo wir von Massenware und Serienproduktionen umringt sind, eine immer grössere Rolle. Gutes Handwerk erlaubt es, ein Möbelobjekt kreativ und originell zu gestalten. Holz ist immer noch das Material, das diesem Anspruch am besten gerecht werden kann. 

Welche gestalterische Leistung berührt Sie und warum?

In der Natur ist es der Eiskristall wegen seiner symmetrischen Komplexität. In der Architektur ist es das Nationalstadion in Peking von Herzog & de Meuron, in Kooperation mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei. Es zeigt, wie Design durch Kunst und internationale Kooperationen geprägt wird und erfolgreich sein kann.

Was macht einen Gestalter erfolgreich?

Das hängt davon ab, was man unter erfolgreich versteht. Für kommerziellen Erfolg muss man markttaugliche Produkte gestalten. Das verlangt Marketing, eine Funktion, die für Designer heutzutage unerlässlich ist. Das andere wäre der innere Erfolg, die eigene Vision umsetzen zu können. Für mich ist das erreicht, wenn die Menschen Freude an meinen Objekten haben.»

Was möchten Sie auf jeden Fall noch entwerfen? 

Vielleicht einen Regenschirm mit einem neuen Mechanismus? Das hat mir schon viel Kopfzerbrechen bereitet. Aber im Ernst: Gerne würde ich ein interaktives Sitzobjekt entwerfen, das sich unseren Bewegungen beim Sitzen spontan anpasst. Das ist eine gestalterische Herausforderung für mich und eine Idee, mit der ich gerne experimentiere. mz

 

Monatsserie

Designer zu verstehen, ist nicht immer einfach: Was bewegt und was inspiriert sie? In dieser Serie stellt die SchreinerZeitung Fragen, -jeden Monat antwortet ein Designer. 

Nächsten Monat: 

Urs Greutmann

Bereits erschienen:

Jörg Boner, Heinz Baumann, Ramon Zangger, Moritz Schmid, Frédéric Dedelley, Kevin Fries.

 

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