Sich selber treu bleiben




Nachgefragt bei: Ramon Zangger Der gestaltende Schreiner (*1953 in Basel) schlug früh den «Holzweg» ein. Nach der beruflichen Grundausbildung zum Schreiner hängte er noch den -Innenausbauzeichner an. Projektarbeiten im In- und Ausland auf dem Gebiet der Innenarchitektur folgten. Doch sein Herz zog es auch weiterhin zu verschiedenen berufsbegleitenden Weiterbildungen im Schreinerberuf. 1984 übernahm er die Schreinerei Rechsteiner in Samedan. Zanggers Arbeiten wurzeln in der regionalen Kultur des Engadins. Dafür erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, vom Formforum CH sowie den Förderpreis der Stiftung Bündner Kunsthandwerk (SBK) und den Anerkennungspreis «Graubünden Holz».
Die SchreinerZeitung: Wie beginnen Sie Ihren Arbeitstag?
Ramon Zangger: «Mit Vorfreude auf das, was kommt.»
Was inspiriert Sie?
«Ich sehe überall viele Dinge, die mich faszinieren. Ich speichere sie ab und ergänze sie vor meinem inneren Auge mit vorhandenen Bildern und Eindrücken. Das ist vergleichbar mit einzelnen Zutaten, die irgendwann zu einem Gericht werden. Dieser Entstehungsprozess eines Produkts aus vielen einzelnen Zutaten, also meine Philosphie von einem Möbel, versuche ich auch, meinen Kunden zu vermitteln.»
Warum sind Sie Designer geworden?
«Ich habe keine Ausbildung zum Designer. Ich bin gestaltender Schreiner. Mich interessiert der Werdegang eines zu gestaltenden Stücks.»
Welche Rolle spielt das Handwerk für die Gestaltung?
«Das Handwerk ist das Fundament – und manchmal auch das Hindernis. Denn der Handwerker denkt zu bodenständig, er denkt in Konstruktionen und dadurch bleibt ihm automatisch mancher Blickwinkel verschlossen. Darin besteht vermutlich auch ein wesentlicher Unterschied zum Designer. Dieser hat gelernt, nicht so mit dem Material zu denken und ist daher gedanklich freier für gestalterische Ideen.»
Welche gestalterische Leistung berührt Sie und warum?
«Etwas, das bis ins kleinste Detail gelöst ist. Das heisst, es geht als Ganzes auf, in der Massreihe, in der Materialwahl, im Gebrauchssinn und im Erscheinungsbild.»
Was macht einen Gestalter erfolgreich?
«Sich selber treu zu bleiben – ohne Unterbruch und Ablenkung.»
Was möchten Sie auf jeden Fall noch entwerfen?
«Ich möchte nichts Bestimmtes entwerfen, sondern orientiere mich in erster Linie an den Bedürfnissen meiner Kunden. Bei der Umsetzung allerdings liegt es mir am Herzen, etwas aus der Tradition der Region heraus zu entwerfen, in der ich lebe. Das ist in meinem Fall das Engadin mit seinem -Arvenholz und seiner einzigartigen Kultur. Diese kann sich in einem Stuhl ebenso widerspiegeln wie bei einem Schrank. Ein anderes Beispiel ist ein hiesiges Hotelzimmer mit Arvenholztäfer, in dem der Gast ‹ankommen› kann. Im Gegensatz dazu steht die weltweite Uniformierung der Hotellerie-Einrichtungen.»
mz
Die Designer-Serie umfasst insgesamt 20 Beiträgen namhafter Designer. Alle anderen Interviews finden Sie im Dossier Designer-Serie.
Veröffentlichung: 07. Juli 2011 / Ausgabe 27-28/2011
Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, ist der sorgsame Umgang mit Materialressourcen entscheidend. Im Rahmen des Aktionsplan Holz des Bundesamts für Umwelt (BAFU) wurde durch das Holzbauingenieurbüro Pirmin Jung aus Sursee ein wegweisender Leitfaden für den kreislauffähigen Holzbau veröffentlicht.
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Sommeraktion. Im Mai 2027 werden verschiedene Holztiere die Zürcher Innenstadt bereichern. Das Künstlerkollektiv Pialeto/Laborraum stellt für das Vorhaben rund 200 Tiere aus Holz, Gips- und Dachlatten her.
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PaidPost. Jedes Jahr steht bei den Schreiner-Lernenden die IPA an: die praktische Arbeit, die innert vorgegebener Zeit hergestellt wird. Hier die diesjährigen Projekte.
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