Lehrgang für Flüchtlinge

Dejen Tadese (l.) schliesst bei Basil Gasser im Sommer die Lehre mit EBA ab. Bild: Isabelle Spengler

Integration.  Flüchtlinge sollen beruflich in der Schweiz Fuss fassen. Darum bemüht sich die Stadt Luzern und erhält Hilfe vom Verband Luzerner Schreiner. Zusammen haben sie ein Ausbildungsangebot erarbeitet.

Die Stadt Luzern suchte nach Möglichkeiten, die Erwerbsquote von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen zu steigern. Ein offenes Ohr fand sie dabei beim Verband Luzerner Schreiner, der stets auf der Suche nach motivierten Lernenden ist. Zusammen stellten sie ein neuartiges Ausbildungsangebot auf die Beine. Ziel ist es, jungen Erwachsenen im Alter von 21 bis 35 Jahren eine berufliche Perspektive zu bieten. Mit diesem Bildungsangebot erhalten sie die Möglichkeit, einen Beruf in der Holzbranche zu erlernen.

Berufspraktische Grundlagen

Letzte Woche wurde das einjährige Ausbildungsprogramm «Perspektive Holz» inmitten der Schreinerei der Gawo Gasser AG in Wolhusen LU den Medien vorgestellt. Finanziert wird es von der Stadt Luzern, welche für drei verschiedene Integrationsmassnahmen Mittel im Wert von 1,5 Millionen Franken gutgeheissen hat. Der Ausbildungsgang wurde vom Verband Luzerner Schreiner konzipiert. Neun Flüchtlinge sollen diesen Sommer in den Lehrgang starten. An drei Tagen in der Woche werden die Teilnehmenden im Umgang mit Holz ausgebildet. Der Fokus liegt dabei klar auf berufspraktischen Grundlagen. An den verbleibenden zwei Tagen steht die Vermittlung von Deutsch, Theorie- und Praxiswissen auf dem Programm. Zwei je dreiwöchige Praktika in Holz verarbeitenden Betrieben runden den Lehrgang ab. Das Ziel ist, dass die Teilnehmenden nach einem Jahr den Übertritt in die berufliche Grundbildung schaffen, damit sie eine Lehre mit dem eidgenössischen Berufsattest (EBA) abschliessen können.

Handeln statt zusehen

«Wir müssen aufeinander zugehen, denn 70 Prozent der Flüchtlinge bleiben in der Schweiz. Sie sind die zukünftigen Bewohner unseres Landes und sollen selbstständig durchs Leben gehen können», sagt Beat Bucheli, Präsident des Verbands Luzerner Schreiner. Die Gawo Gasser AG machte bereits vor drei Jahren den ersten Schritt in diese Richtung. Das Unternehmen beschäftigt bereits zwei vorläufig aufgenommene Eritreer. Beide Mitarbeiter sind nun an der 2-jährigen Regellehre EBA.

Isabelle Spengler

www.luzerner-schreiner.ch
www.gawo.ch

Veröffentlichung: 13. Juni 2019 / Ausgabe 24/2019

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