Aufbruch zu neuen Ufern in der Ausbildung


Mit Stein am Rhein hat die Fachgruppe einen malerischen Ort für ihre GV gewählt. Bild: Monika Hurni


Mit Stein am Rhein hat die Fachgruppe einen malerischen Ort für ihre GV gewählt. Bild: Monika Hurni
Wagnerei und Skibau. Zwei Themen prägten die GV der Fachgruppe Wagnerei und Skibau: Die Übergabe des Präsidentenamtes von Christian Ambauen an Thomas Koch, sowie die Weichenstellung für die Zukunft der beiden Handwerke.
«Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei», mit diesen Worten eröffnete Christian Ambauen die 53. Generalversammlung (GV) der Fachgruppe Wagnerei und Skibau am 29. Mai 2026 in Stein am Rhein SH. Eine Aussage, welche auf die beiden Haupttehmen der GV passte. Den Rücktritt Ambauens als Präsident und die klassische Ausbildung zum Wagner, respektive Skibauer.
Ambauen war 2014 in den Vorstand gekommen und hatte 2018 das Präsidium übernommen. Dass er nun zwei Jahre vor Ablauf der Amtsdauer zurücktritt, erklärte er mit dem geplanten Ausbau seines Unternehmens, der Ambauen Treppen AG. Als abtretender Präsident freute er sich darüber, dass die Suche nach einem Nachfolger lediglich «von der Küche zur Stube» geführt habe, womit er ausdrückte, dass mit Thomas Koch der ideale Nachfolger bereitgestanden habe. So sahen es auch die 17 Stimmberechtigten: Sie wählten den Inhaber der Koch Wagnerei-Antikschreinerei in Glattfelden ZH einstimmig zum neuen Präsidenten. «Christian hat viel gemacht für Sichtbarkeit unserer Berufe», sagte der frischgewählte Präsident, welcher bereits seit zehn Jahren im Vorstand ist. «Ich bin froh, dass ich weiterhin auf seine Erfahrung zählen kann.» Es brauche Menschen, die sich für den Beruf einsetzen, Spezialisten im Massivholz, welche fähig seien Traditionelles mit Modernem zu verbinden. Ambauen wird dem Vorstand als Vizepräsident erhalten bleiben.
Das zweite grosse Thema der GV war die Abstimmung zur Lehrreform, welche von Rolf Kümin, Bereichsleiter Bildung des VSSM, erläutert wurde. Bisher war die Ausbildung zum Schreiner respektive zur Schreinerin in die vier Fachrichtungen Möbel/Innenausbau, Bau/Fenster, Wagner und Skibau unterteilt, neu sollen die Fachrichtungen durch die Schwerpunkte Produktion, Montage und Planung ersetzt werden. «Weg von der Produktorientierung hin zu Prozessorientierung», fasste Kümin den Schritt zusammen. Da es mit dieser Änderung keinen klassischen Abschluss zum Wagner oder Skibauer gebe, sei man mit Mitgliedern der Fachgruppe zusammengesessen, um eine gute Lösung auszuarbeiten. So soll ab 2028 eine Schreinerlehre mit zusätzlichem VSSM Diplom Wagnerei / Skibau angeboten werden. Lernende, welche sich für den Schwerpunkt Produktion entscheiden, sollen die Möglichkeit haben zusätzliche Fachkurse zu besuchen, um die Fähigkeiten eines Wagners oder Skibauers zu erwerben. Auf diese Weise hätten sie dann einen Abschluss als Schreiner/Schreinerin und zusätzlich das spezifische Diplom. Der Vorschlag wurde einstimmig gutgeheissen.
Der Jahresrückblick zeigte, wie aktiv und mit wie viel Berufsstolz die Fachgruppe mit ihren 14 Aktivmitgliedern unterwegs ist. Da das Traktandum der Bildungsreform viel Raum einnahm, wurden die weiteren Geschäfte etwas kürzer abgehandelt und so fand die GV nach fast drei Stunden – im Gegensatz zu besagter Wurst – ein Ende und führte zum geselligen Teil der zweitägigen Veranstaltung über.
Monika Hurni
www.wagnerei-skibau.ch
Veröffentlichung: 30. Mai 2026
Die Schreinerei Zgraggen AG in Göschenen UR besteht seit 50 Jahren. Was als Einzelunternehmen begonnen hat, ist heute ein erfolgreiches KMU, das noch immer von Familienhand geführt wird. Vor kurzem wurde das Jubiläum mit vielen Interessierten gefeiert.
mehr
Die Schreinerzeitung entwickelt sich gezielt weiter. Ab Januar 2027 ergänzen sich die gedruckte Schreinerzeitung und das neue Mailmagazin «szmag» im Zweiwochenrhythmus.
mehr
PaidPost. Jedes Jahr steht bei den Schreiner-Lernenden die IPA an: die praktische Arbeit, die innert vorgegebener Zeit hergestellt wird. Hier die diesjährigen Projekte.
mehr