Buchen sterben wegen Trockenheit ab


Ein Zeichen anhaltender Trockenheit: Buchenblätter werden vom Rand her braun und fallen ab. Bild: Sabine Braun


Ein Zeichen anhaltender Trockenheit: Buchenblätter werden vom Rand her braun und fallen ab. Bild: Sabine Braun
Der heisse Sommer setzt den Buchen in den Schweizer Wäldern zu. Die meisten geschädigten Bäume dürften absterben, wie bereits Erfahrungen von 2018 gezeigt haben. Seit 1974 untersucht Forscherin Sabine Braun vom Institut für angewandte Pflanzenbiologie (IAP) in Witterswil SO im Auftrag der Kantone den Zustand des Waldes. Dass die Buchen in einem so schlechten Zustand befinden, hat sie noch nie gesehen.
Den Buchen in den Schweizer Wäldern geht es nicht gut. Der Hitzesommer 2026 setzt den Bäumen zu, und sie sterben wegen der Trockenheit in unbekanntem Ausmass. Die Buche, bisher hierzulande der häufigste Laubbaum, könnte zumindest in der Nordwestschweiz verschwinden, wie SRF berichtet.
Seit 1974 untersucht Forscherin Sabine Braun vom Institut für angewandte Pflanzenbiologie (IAP) in Witterswil SO im Auftrag der Kantone den Zustand des Waldes. Angeschaut werden jährlich rund 12'000 Bäume in 23 Kantonen. Gemessen wird der Stammzuwachs, wie die Kronen aussehen, und es werden Daten zum Gesundheitszustand und zum Wachstum der Bäume aufgenommen.
Bereits der Hitzesommer 2018 hatte seine Spuren hinterlassen, dieses Jahr ist es aber noch schlimmer. «So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht», sagt Braun gegenüber SRF. In der Regel ziehen die Buchen im Herbst die Nährstoffe aus den Blättern zurück. Doch jetzt vertrocknen sie direkt am Baum und verfärben sich. Neu ist es teilweise so heiss, dass auch grüne Blätter von der Mitte her braun werden und abfallen. «Sie bekommen Sonnenbrand.» Ein Phänomen, das sie so noch nie gesehen hat.
Eigentlich können sich Bäume vom Trockenstress erholen. Allerdings ist klar: je mehr Trockenjahre, desto schlechter die Aussichten. 2018 überlebte von den stark geschädigten Buchen lediglich ein Viertel. Diesmal sei die Zahl betroffener Bäume fast dreimal so hoch, heisst es. Die Prognosen auf durchlässigem Boden sind demnach schlecht. «In der Nordwestschweiz hat die Buche kaum mehr eine Zukunft, ausser auf sehr tiefgründigem Boden», sagt die Forscherin. Auch an anderen Orten sei das Buchensterben sichtbar. An den Hängen im Berner Oberland ist es braun.
Welche Baumarten könnten also in Zukunft den Schweizer Wald prägen? Die Fichte, der häufigste Nadelbaum, zeigt Trockenheitsschäden nicht sofort, sei aber anfällig für den Borkenkäfer und sterbe bei Befall im Folgejahr rasch ab, heisst es. Im Mittelmeerraum gibt es Baumarten wie die Stein- oder Kermeseiche, die hitze- und trockenheitsresistent sind. Sie überleben aber keine Minustemperaturen.
Die Auswahl bleibt somit überschaubar. Einerseits liegen die Hoffnungen auf der Weisstanne, die tiefer wurzelt und resistenter gegen den Borkenkäfer ist. Andererseits können die Kirsche, die Elsbeere und die Traubeneiche mit der Trockenheit besser umgehen. Der Schweizer Wald wird sich verändern. Alte Bäume verschwinden. Damit wird auch weniger CO2 gespeichert.
Nicole D'Orazio
Veröffentlichung: 19. August 2026
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