Der massgeschreinerte Aufstieg für Samtpfoten


Dank der Katzentreppe, die Martina Hegner für eine Kundin anfertigte, kann das Büsi nun im Garten herumtoben. Bild: Martina Hegner


Dank der Katzentreppe, die Martina Hegner für eine Kundin anfertigte, kann das Büsi nun im Garten herumtoben. Bild: Martina Hegner
Für eine Kundin durfte Martina Hegner eine anderthalb Meter hohe Katzentreppe planen und herstellen. Im Monatsinterview verrät sie, wie das Ganze abgelaufen ist.
Hast du die Treppe selbst entworfen?
Martina Hegner: Ja. Zuerst durfte ich von Hand skizzieren, wie ich die Katzentreppe umsetzen würde. Mein Chef zeigte den Entwurf anschliessend der Kundin. Nach ein paar Anpassungen zeichnete ich die Treppe selbst im CAD und durfte vor Ort auch gleich das Mass aufnehmen.
Wie hast du festgelegt, wie gross die einzelnen Tritte und deren Abstände sein müssen?
Die Vorgabe war, dass die Katze auf jedem Tritt bequem sitzen kann. Bei den Abständen habe ich darauf geachtet, dass die Treppe auch optisch harmonisch wirkt.
Welche Holzarten kamen bei der Katzentreppe zum Einsatz?
Der Stamm ist aus Lärche, weil dieses Holz besonders beständig ist. Für die Tritte habe ich tropisches Eisenholz verwendet.
Wie hast du die Stütze hergestellt und die einzelnen Tritte darin verbunden?
Als Erstes leimte ich Kanthölzer für die Stütze mit PU-Leim zusammen. Danach hobelte ich die Schrägen an der Abrichthobelmaschine und dann die Stütze auf die fertige Dicke. Die Nuten für die Tritte schnitt ich an der Tischkreissäge ein und stemmte sie anschliessend mit dem Stechbeitel aus. Die Tritte sind nur gesteckt und geleimt, für das Gewicht einer Katze reicht diese Verbindung problemlos aus.
Wie wurde die Oberfläche geschützt?
Die Oberflächen haben wir nicht behandelt. Die Kundin wünschte sich, dass die Treppe roh bleibt. Da sie unter einem Vordach steht, ist sie trotzdem vor der Witterung geschützt.
Wie lange dauerte die Arbeit?
Etwas mehr als eine Arbeitswoche.
Ist während der Herstellung etwas schiefgegangen, das du nochmals machen musstest?
Bei der Herstellung ging nichts schief. Beim Zeichnen war meine CAD-Zeichnung allerdings plötzlich weg, obwohl ich schon fast fertig war. Aus irgendeinem Grund war sie nicht automatisch gespeichert worden. Beim zweiten Mal ging das Zeichnen dann zum Glück schneller.
Hast du die Treppe auch montiert?
Ja, gemeinsam mit unserem Monteur, da ich noch nicht Auto fahren kann.
Gab es etwas Schwieriges?
Bei der Montage mussten wir zuerst etwas überlegen, weil der Fensterrahmen von vorne nicht beschädigt werden durfte. Um die Treppe auf die gleiche Höhe wie den Fenstersims zu bringen, baute ich unten in der Stütze eine Gewindestange mit Stellfuss ein. So konnten wir die Treppe vor Ort genau einstellen.
Wie hast du die Treppe transportiert?
Wir transportierten sie vorsichtig mit dem Bus. Da der Weg nicht weit war, musste ich sie nicht zerlegbar konstruieren.
Was würdest du anders machen, wenn du nochmals eine Katzentreppe bauen würdest?
Ich würde wohl ein anderes Holz wählen. Eisenholz ist sehr hart und schwierig zu bearbeiten. Beim Fasen rissen die Kanten oft aus, und die Werkzeuge wurden schnell stumpf.
Was hast du beim Bau gelernt, das du vorher noch nicht konntest?
Ich habe das Gefühl, dass mir das Projekt beim CAD-Zeichnen viel gebracht hat. Wir hatten das Thema damals noch ziemlich frisch, und ich konnte üben, eine eigene Idee selbstständig zu zeichnen.
Worauf bist du beim Projekt besonders stolz?
Dass es wirklich mein eigenes Projekt war. Ich konnte es von Anfang bis Ende umsetzen und musste mir dabei immer wieder überlegen, ob meine Ideen auch funktionieren.
Was hat dir an diesem Projekt am meisten Spass gemacht?
Mir machte das ganze Projekt Spass. Besonders motivierend war, dass ich jeden Tag gesehen habe, wie die Katzentreppe ein Stück weiter entsteht.
«Ich konnte es von Anfang bis Ende umsetzen und musste überlegen, ob die Ideen auch funktionieren.»
Interview mit:
Martina Hegner aus Willerzell im Kanton Schwyz. Ihre Lehre zur Schreinerin absolviert die 17-Jährige bei der Schnüriger AG in Einsiedeln SZ, wo sie derzeit im dritten Lehrjahr ist. Wenn sie nicht in der Werkstatt steht, zieht es die angehende Schreinerin oft in die Berge: zum Wandern, Biken, Skifahren oder Klettern.
Veröffentlichung: 05. November 2026 / Ausgabe 45/2026
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