Geriegelter Ahorn ist wie ein Lottogewinn

Kommen unter den Hammer: Die Stämme liegen für die Wertholzversteigerung bereit. Bild: FB Bucheggberg

Auch die zweite Runde der Wertholzverkäufe durch die Wald- und Forstbetriebe ist abgeschlossen. Nun werden die Stämme weiterverarbeitet, und so mancher freut sich auf das Ergebnis seiner Bemühungen.

Bis Ende März ist alles unter den Hammer gekommen. Die wertvollsten Stämme sind bei den Wertholzversteigerungen verkauft. Genauer gesagt sind es Submissionen, bei denen die Interessenten ihr Gebot für einen Stamm schriftlich und damit verdeckt abgeben. Die Geheimnisse lüften sich erst jetzt, nämlich dann, wenn die Verkaufsstatistiken vorliegen. Daraus kann man etwa lesen, dass auf einem der sieben Lagerplätze von Waldholz Aargau knapp 40 Kubikmeter Ulmenholz verkauft wurden. Der stärkste Stamm mit einem Meter Durchmesser, der längste mit zehn Metern bei einem Mittendurchmesser von über einem halben Meter. Im Durchschnitt kostete jeder Kubikmeter des Ulmenholzes 630 Franken.

Hohe Preise für Eiche und Nussbaum

Höhere Preise erzielen die Eichen, darüber liegen noch die Nussbaumstämme. Gute Qualitäten davon erreichen mehrere Tausend Franken pro Kubikmeter. Die absolut höchsten Erlöse lassen sich regelmässig mit einer Wuchsbesonderheit, der Riegelung bei Ahorn, realisieren. Bei Instrumentenbauern und Furnierhändlern äusserst begehrt, kostete auch diesmal ein Stamm Bergahorn satte 3600 Franken je Kubikmeter.

«Ein geriegelter Stamm ist ein kleiner Lottogewinn für den Waldbesitzer», sagt Elias Flury, verantwortlich für die Submissionen durch den Forstbetrieb Bucheggberg. Vereinzelt würden auch Schreiner zu den Wertholzverkäufen kommen. Generell wolle man noch mehr potenzielle Käufer für die Meistgebotstermine gewinnen. Denn diese seien eine seltene Möglichkeit für die Waldbesitzer, einen grösseren Kundenkreis anzusprechen.

Eine Frage der Bewertung

Wie viel Potenzial im Rundholz liegt, zeigt schon der Blick auf das zweithöchste Gebot. Wurde der wertvollste Nussbaum am Lagerplatz Grafenried mit über 3500 Franken je Kubikmeter beboten, lag das zweithöchste gerade mal bei der Hälfte. Am Ende erzielte der Nussbaum über 8800 Franken. Ohne diesen Käufer wäre der Stamm nur halb so teuer gewesen.

«Zwischen dem höchsten und dem zweithöchsten Gebot ist nicht selten ein grosser Abstand. Man darf beiden unterstellen, dass sie kalkuliert haben, welcher Preis gerechtfertigt ist», sagt Flury. Die individuelle Bewertung macht eben den Reiz beim Wertholz aus.

Christian Härtel

www.waldaargau.chwww.fb-bucheggberg.ch

 

Veröffentlichung: 16. April 2026 / Ausgabe 16/2026

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