«Mich inspiriert der Bielersee»




Nachgefragt bei: Aurel Aebi
Der in Heimiswil im Kanton Bern Geborene studierte an der EAAL in Lausanne Architektur. Danach folgten Jahre der Berufstätigkeit, unter anderem im Büro Dominique Averland in Paris, und verschiedene Workshops. Im Jahr 1991 gründete Aebi zusammen mit Patrick Reymond und Armand Louis das Atelier Oï für Architektur, Design und Szenografie in La Neuveville. Das Trio entwickelt Produkte für Marken wie Wogg, Swatch, B & B Italia und Desalto, inszeniert Räume und Bühnenbilder, gestaltet Ladenlokale und Aus- stellungspavillons. Ihr Markenzeichen ist das spielerische Experimentieren mit Material und technischen Prozessen. Dafür gab es schon viele Preise.
Zwischen 6 und 7 Uhr am Morgen treffe ich mich mit meinen zwei Partnern, um die Projekte des anbrechenden Tages zu besprechen. Ab 8 Uhr, wenn das Team eintrifft, wird es hektisch und der Tag nimmt seinen individuellen Lauf.
Der Bielersee und seine Leere. Er ist wie ein unberührtes, weisses Blatt Papier, bereit liegend, um die Leere zu füllen.
Ich möchte Lebensräumen und Produkten einen eigenen Ausdruck geben. Durch deren Gestaltung kann ich ausserdem das Umfeld anderer Menschen positiv beein- flussen.
Das Handwerk und das damit verbundene «savoir-faire» ist das A und O bei Atelier Oï.
Meistens beginnt der Entstehungsprozess mit dem Material: seiner Natur, seinen «Vorlieben» oder seiner Art, auf äussere Einflüsse oder andere Stoffe zu reagieren. Um es zu begreifen, muss man es anfassen und damit experimentieren. Das geschieht in unserem hauseigenen Atelier. Wir legen den Fokus sehr stark darauf, unser Material zu beherrschen.
Mich berührt es, wenn jemand mit wenig Material ein aussagekräftiges, nachhaltiges Objekt erschafft und obendrein den Zeitgeist trifft.
Neben den bereits genannten Aspekten – Aussagekraft und Nachhaltigkeit – muss auch der Preis stimmen. Das heisst, das Produkt muss erschwinglich sein. Dann stellt sich der Erfolg wie von selbst ein.
Mir schwebt ein Hotel vor, das wir vollständig selbst entwerfen, das heisst, die Architektur, die Innenarchitektur, die Szenografie und das Design der Möbel bis hin zu den Accessoires in der Hotelboutique. Alle verschiedenen Berufsgattungen, die wir unterm Dach unseres Moitel-Büros vereinen, das tatsächlich mal ein Motel war, kämen dabei zum Zuge.
MZ
Die Designer-Serie umfasst insgesamt 20 Beiträgen namhafter Designer. Alle anderen Interviews finden Sie im Dossier Designer-Serie.
Veröffentlichung: 23. Februar 2012 / Ausgabe 8/2012
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