Neuer Leitfaden für einen kreislauffähigen Holzbau

Beispiele für trenn- und demontierbare Holz-Holz-Verbindungen. Bild: DGJ Architektur GmbH

Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, ist der sorgsame Umgang mit Materialressourcen entscheidend. Im Rahmen des Aktionsplan Holz des Bundesamts für Umwelt (BAFU) wurde durch das Holzbauingenieurbüro Pirmin Jung aus Sursee ein wegweisender Leitfaden für den kreislauffähigen Holzbau veröffentlicht.

Im Rahmen des Aktionsplans Holz des Bundesamts für Umwelt hat das Holzbauingenieurbüro Pirmin Jung aus Sursee LU einen Leitfaden zur Planung und Umsetzung von kreislauffähigen Holzbauten erarbeitet. Um die hohen Treibhausgasemissionen zu verringern, schafft dieser gemäss Mitteilung eine Grundlage, um den Holzbau von einer linearen in eine zirkuläre Bauweise zu überführen.

Die Baubranche ist heute für rund einen Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich und steht vor einer grossen Transformation. Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, ist der sorgsame Umgang mit Materialressourcen entscheidend. In diesem Kontext wurde nun durch das Holzbauingenieurbüro Pirmin Jung ein wegweisender Leitfaden für den kreislauffähigen Holzbau veröffentlicht.

Zirkuläre Holzbauweisen sind wirtschaftlich konkurrenzfähig

Das Dokument bietet eine fundierte Grundlage und zeigt, welche Über­legungen und Massnahmen erforderlich sind, um ein Neubauprojekt aus Holz nachhaltig zu planen. Fallbeispiele belegen die technische Machbarkeit und bestätigen, dass zir­kuläre Holzbauweisen bei frühzeitiger planerischer Berücksichtigung wirtschaftlich konkurrenzfähig sind. Je einfacher Bauteile demontiert, sortiert und wiederverwendet werden können, desto wirtschaftlicher wird eine Wiederverwendung.

So entsteht für die Bauteile eine Kaskadennutzung, bevor das Holz energetisch verwertet wird. Mechanische Verbindungen wie Schrauben, Holznägel oder Stecksysteme sind gegenüber geklebten oder geklammerten Varianten zu bevorzugen. Sie erlauben eine Wiederverwendung ohne Zerstörung und verhindern Mischabfälle.

Eine detaillierte Bauwerksdokumentation als Schlüsselrolle

Die bisher zögerliche Umsetzung von Re-Use-Projekten im Bauwesen ist nicht auf mangelndes Interesse, sondern auf vielfältige strukturelle, technische und organisatorische Herausforderungen zurückzuführen. Eine der Schlüsselrollen für zukünftige Rückbauprozesse nimmt dabei eine detaillierte Bauwerksdokumentation ein. Sie dient nicht nur der Auffindbarkeit und Zuordnung von Bauteilen, sondern bildet die Grundlage für digitale Materialpässe und Urban-Mining-Konzepte.

Nicole D'Orazio

www.pirminjung.ch

Veröffentlichung: 12. Juni 2026

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