Nun nach vorne schauen


Das Feuer hat die Schreinerei der J. Gisler Söhne AG zerstört. Bild: Ueli Gisler


Das Feuer hat die Schreinerei der J. Gisler Söhne AG zerstört. Bild: Ueli Gisler
Brand. Ein Feuer hat die Werkstatt der J. Gisler Söhne AG sowie ein angrenzendes Mehrfamilienhaus in Spiringen im Kanton Uri zerstört. Ein riesiger Schock. Inhaber Ueli Gisler hat eine Zwischenlösung gefunden.
Der 22. Juli 2026 begann wie immer. Ueli Gisler kam gegen 6 Uhr in seine Schreinerei in Spiringen UR und ging ins Büro. «Etwa um 6.30 Uhr habe ich in der Werkhalle komische Geräusche gehört, und als ich nachsah, stand diese in Flammen», erzählt er. 30 Minuten zuvor hatte nichts auf einen Brand hingedeutet. «Ich habe sofort die Feuerwehr gerufen und die Mieter im angrenzenden Mehrfamilienhaus alarmiert, in dem auch unser Büro untergebracht war.» Zum Glück sind alle heil rausgekommen, und niemand wurde verletzt. «Ich wollte noch Fahrzeuge rausholen, doch das ging nicht mehr. Das Feuer breitete sich extrem schnell aus. Die Halle wurde zerstört, das Mehrfamilienhaus ist unbewohnbar. «Ob man es retten kann, ist unsicher. Der Statiker ist noch an der Arbeit», sagt Gisler.
Der Schock war für ihn und seine neun Mitarbeitenden riesig. Geblieben sind eine Striebig, die das Feuer überstanden hat, sowie eine zweite Werkhalle mit dem Lager, der Ausstellung und dem Personalraum. «Sonst ist alles weg. Unsere Maschinen, Werkzeuge und Fahrzeuge.» Die Ursache für den Brand sei unklar, sagt der Inhaber. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft hätten die Ermittlungen abgeschlossen. «Es wäre schön, zu wissen, weshalb das passiert ist. Auch damit wir daraus lernen können. Aber nun müssen wir es halt so abhaken.»
Aufgeben ist für Ueli Gisler keine Option. Er führt den Schreinerbetrieb seit 2011 in dritter Generation. «Wir haben schnell wieder nach vorne geschaut. Es war auch schön, wie gross die Solidarität uns gegenüber war. Von privater wie geschäftlicher Seite.» Auch die Kundschaft hat viel Verständnis. Das hat ihn berührt. In Attinghausen UR konnte er von der Markus Püntener AG (siehe Einspalter rechts) für zwei Jahre eine Werkhalle mieten.
Gisler hofft, dort ab Mitte September produzieren zu können. Einige Aufträge hat er an andere Schreinereien abgegeben oder durfte sie dort selbst produzieren. «Die Mitarbeitenden sind zum Glück mit viel Baustellenarbeit beschäftigt. Das geht gut.» Das Büro hat Gisler in der noch stehenden Halle eingerichtet. «Mein Ziel ist, dass wir an unserem alten Standort wieder einen schönen Betrieb aufbauen.»
Veröffentlichung: 27. August 2026 / Ausgabe 35/2026