Schreinerlehre: Weniger Jugendliche haben 2024 die Ausbildung begonnen

Ein Lernender (rechts) erhält bei der Arbeit Unterstützung. Symbolbild: VSSM

Lehrvertragsstatistik. 2024 haben rund zwei Prozent weniger Jugendliche eine Schreinerlehre angetreten, wie Statistiken zeigen. Dies steht im Widerspruch zur steigenden Beliebtheit des Berufs in Befragungen.  

Stabil, aber leicht rückläufig: So lässt sich die Lehrstellensituation der vierjährigen Lehre als Schreiner/in EFZ beschreiben. In der Lehrstellenstatistik des Bundesamts für Statistik für 2024 wurden 1182 Lehrverträge abgeschlossen. Im Vergleich zu 2023, in dem es einen Anstieg gab, sind das schweizweit 18 weniger, was minus zwei Prozentpunkte bedeutet, wie es in einer Mitteilung des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) heisst. Im Gebiet des VSSM gab es sogar einen Rückgang um fünf Prozentpunkte, während bei der Frecem in der Westschweiz nach fünf Jahren erstmals wieder mehr Verträge unterzeichnet wurden. 

Die Zahlen überraschen

Damit zeigt sich die Lehrstellensituation in der Schreinerbranche in der Schweiz nach wie vor als relativ stabil. Allerdings konnten im VSSM-Verbandsgebiet gegenüber dem Vorjahr weniger Lernende dazugewonnen werden als im gesamten schweizerischen Lehrstellenmarkt. «Dieser Wert überrascht. Insbesondere, da gleichzeitig das Interesse an unserem Beruf gemäss Umfragen sowie Messungen der digitalen Nutzung unserer Informationsplattform zum Beruf steigt», heisst es beim VSSM. Es gelte zu prüfen, ob der langsame Rückgang der Lehrverträge weiter anhalte und, falls ja, was die Gründe seien. 

Weniger Lehrabbrüche und mehr Frauen

Erfreulich ist, dass 2024 einerseits weniger Lehrabbrüche registriert wurden. Andererseits entwickelt sich der Anteil junger Frauen in der Schreinerlehre weiterhin positiv. Von total 4114 bestehenden Lehrverträgen machen 811 Frauen einen Anteil von fast 20 Prozent aus. «Obwohl der Anteil der Frauen weiterhin ungenutztes Wachstumspotenzial bietet, muss die Branche zwingend auch wieder mehr motivierte und talentierte Männer für unseren tollen Handwerksberuf rekrutieren.»

Auch weniger Schreinerpraktiker

Bei der zweijährigen Grundbildung mit Attest Schreinerpraktiker/in EBA, die es seit 2006 gibt, wurde 2024 erneut ein Rückgang verzeichnet. 2023 waren es noch 219 Lernende, 2024 deren 187, was ein Minus von 15 Prozentpunkten bedeutet. Im Verbandsgebiet des VSSM waren es minus 13 Prozentpunkte. Der Anteil an Frauen konnte dabei um vier Prozentpunkte gesteigert werden.

Nicole D'Orazio

Veröffentlichung: 29. Januar 2026

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