Es ist geschafft. Für Augustin Mettraux hat sich der Traum einer Medaille erfüllt. Der 20-Jährige aus Fontainemelon NE klassierte sich an den World Skills 2026 in Shanghai (China) in der Kategorie Massivholz im dritten Rang und gewann Bronze. «Ich bin super glücklich. Es ist genial, nach den Monaten des Trainings eine Medaille zu gewinnen. Es war mein Ziel und ich bin stolz, es erreicht zu haben», sagte er nach der Schlusszeremonie. Der Sieg ging an den Chinesen Zu’an Ou (771 Punkte), Silber an den Belgier Servane Boucard (749). Mettraux holte 739 Punkte.
Loïc Santschi, der Experte in der Kategorie Massivholz, war natürlich ebenfalls glücklich: «Ich bin super stolz auf Augustin. Wir haben im letzten Jahr so viel Arbeit und Zeit investiert, und heute Abend wurde das belohnt» Für den 23-Jährigen aus La Chaux-de-Fonds NE war es der erste Einsatz als Experte. Bei der Berufs-WM 2024 in Lyon (F) war er noch als Teilnehmer am Start. «Ich bin stolz darauf, die Schweiz auf höchstem Niveau zu vertreten und Augustin bei einer solchen Leistung begleitet zu haben», sagte der Neuenburger.
Dreitritt mit Geländer als Aufgabe
Die Wettbewerbsaufgabe in der Kategorie Massivholz war ein Dreitritt mit einem Geländer, das einem speziellen Rahmen gleicht. Die Stufenelemente sind aus Steckverbindungen wie zum Beispiel Zinken und Durchdringungen gefertigt. Der Rahmen besteht aus mehreren Bogenfriesen, der mit verschiedenen Zapfenverbindungen zusammengesetzt ist. Die beiden Pfosten haben oben einen speziellen Abschluss. Der Wettkampf lief während vier Tagen. «Es ist für mich alles ziemlich gut gelaufen mit der Produktion des Objekts», sagte Mettraux. «Ich habe meine Zeit gut eingeteilt und bin stolz auf meine Leistung.»
Sieger hatte einen Punkt Vorsprung
Bei den Möbelschreinern hat Silvan Reichen aus Frutigen BE mit 719 Punkten den siebten Platz erreicht und erhielt eine «Medal for Excellence». Diese wurden an Teilnehmende vergeben, die 700 und mehr Punkte erzielten. Der Sieg ging nach Deutschland an Tobias Kelz mit einem einzigen Punkt Vorsprung (731) auf den Zweiten Qi Sheng Chen aus Taiwan (730). Bronze sicherte sich der Südtiroler Jonas Wenter (727 Punkte).
«Als ich den Plan mit der Wettbewerbsaufgabe erhielt, dachte ich: Gutes Möbel, das zeitlich machbar sein sollte und ich deshalb Wert auf eine hohe Qualität legen kann», sagte Reichen nach dem Wettkampf. «Nach dem ersten Tag hatte ich allerdings, gemerkt, dass die Zeit doch eher knapp ist und ich einen Zacken zulegen muss.» Er sei zufrieden mit seiner Arbeit, auch wenn nicht alles perfekt nach Plan lief.
Ein chinesisches Teemöbel mit Serviertablett
Die Aufgabe der Möbelschreiner war ein chinesisches Teemöbel mit einem Serviertablett, das man unten ins Regal reinschieben kann. Das Tablett ist mit Zinken und einem Furnierbild (Pferdemotiv) versehen. Links und rechts hat es offene Regalelemente mit Tablaren aus Glas oder Plexyglas. Vorne hat es zwei Türchen mit einem speziellen Griff. Das eigentliche Gestell ist aus Massivholz und weist diverse Durchdringungen sowie Schlitz- und Zapfenverbindungen auf.
Mit der Zeitverschiebung von sechs Stunden in Shanghai bekundete Reichen keine Mühe, wie er sagte. Schlafen konnte er auch gut. «Ich habe jeweils noch den Arbeitsablauf für den nächsten Tag vorbereitet und entschied mich dann immer, zu schlafen und nicht noch lange zu planen und vorzubereiten.» Das hat für ihn gut funktioniert.
Auch der Experte ist zufrieden
«Silvan hat eine tolle Leistung abgeliefert und konnte zeigen, was er traininert hat. Vor allem sein Zeitmanagement war sehr gut. Mit dieser Leistung darf er sehr zufrieden sein», lobt Möbel-Experte Tobias Hugentobler aus Rickenbach TG. «Das Möbel war leider nicht ganz so schwierig und selektiv, wie ich gehofft hatte. Deswegen wurden mehrere Kandidaten fertig damit.» Über die Punktzahlen und die Rangierung haben schliesslich Details entschieden. Das Klassement ist dementsprechend eng. Das Niveau sei hoch gewesen, bilanziert Hugentobler. Es seien viele gute Kandidaten am Start gewesen. «Die Weltspitze wird immer breiter.» Er zeigte sich vom Wettkampfgelände und der Organisation der Chinesen beeindruckt.
Swiss National Team: Zwölf Medaillen
Das Swiss National Team gewinnt an den World Skills 2026 in zwölf Skills eine Medaille: vier goldene, zwei silberne und sechs bronzene. Damit erreicht die Schweiz Rang 3 in der Nationenwertung und kürt sich zur besten Nation Europas. Weitere 23 junge Berufstalente werden mit einer «Medal of Excellence» ausgezeichnet. Am meisten Medaillen holte Gastgeber China mit 41-mal Gold, elfmal Silber und viermal Bronze. Südkorea wurde mit 24 Medaillen (vier Gold, 14 Silber und sechs Bronze) zweitbeste Nation. Insgesamt nahmen in Shanghai rund 1400 junge Berufsleute aus über 60 Ländern in 64 Skills an. Die nächsten World Skills finden 2028 im japanischen Aichi statt.
Nicole D’Orazio
www.worldskills2026.com
www.swiss-skills.ch