World Skills Tag 2 - Stress, das Möbelgestell fertig zu kriegen

Der Schweizer Möbelschreiner Silvan Reichen während des zweiten Wettkampftags. Bild: Tatjana Schnalzger (SwissSkills)

An den Berufsweltmeisterschaften in Shanghai haben die Teilnehmenden die Hälfte des Wettkampfs hinter sich gebracht. Die zwei Schweizer Schreiner scheinen gut vorwärtszukommen. 

Die riesigen Hallen in Shanghai, in denen die World Skills 2026 stattfinden, haben sich heute besser gefüllt als am ersten Tag. «Es sind sehr viele Schulklassen hier, die die Wettkämpfe mitverfolgen. Natürlich gilt ihre grösste Aufmerksamkeit den chinesischen Teilnehmenden», berichtet Heinrich Hochuli vom VSSM-Zentralvorstand. «Die Einheimischen scheinen sehr interessiert zu sein, auch an den Gästen aus der ganzen Welt.» 

Gestell muss am Abend fertig sein

Bei den Möbelschreinern waren die meisten Kandidaten gegen Abend recht im Stress. «Das Gestell der Aufgabe, ein sehr raffiniertes und schönes chinesisches Tee-Möbel, muss am Abend fertig sein, da es ganz bewertet wird.» Man merke, dass die Teilnehmer ihre Arbeitsweise und gewisse Arbeitsschritte anpassen mussten. «Ich bin gespannt, ob alle fertig werden. Ich bezweifle es, ehrlich gesagt.» Um den Schweizer Silvan Reichen aus Frutigen BE machte sich Hochuli indes keine Sorgen. «Er arbeitet weiterhin sehr fokussiert und in einem hohen Tempo. Und er scheint eine gute Präzision zu haben. Ich habe zugesehen, wie er ein Teil perfekt ins Gestell einfügen konnte.» 

Experten bewerten in Gruppen

Hochuli hat auch mit verschiedenen Experten gesprochen. Diese sind in Vierergruppen für bestimmte Teilbewertungen zuständig. Der Schweizer Chefexperte Tobias Hugentobler bewertet mit drei anderen zum Beispiel die Loch- und Zapfenverbindungen. Jonas Prinoth aus dem italienischen Südtirol gehört zur Gruppe, die sich die Zinken genau anschaut. «Es ist spannend, ihnen zuzuschauen.» Morgen Freitag werde der Korpus und alle furnierten Teile bewertet, wie ihm Prinoth gesagt hat. Am Samstag gehe es noch um die Fronten und das Finish. 

Aufgefallen sind Hochuli nicht nur die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Kandiadten, sondern auch deren Werkzeuge, Arbeitsplätze und Werkzeugkisten. «Silvan Reichen hat eine top organisierte Kiste. Die anderen haben teilweise Korpusse mit vielen Schubladen, die sie ständig öffnen und schliessen und sich dafür bücken müssen.»

Konzentration bei den Kleinstteilen

In der Kategorie Massivholz ist es schwieriger, sich einen Überblick zu verschaffen. «Alle arbeiten an Kleinstteilen des Dreitritts. Wer, woran arbeitet, sieht man nicht», beschreibt Hochuli. Die einen sind gerade mit den Wangen beschäftigt, andere mit den Verbindungen. Augustin Mettraux aus Fontainemelon NE sei sehr fokussiert und scheint, gut vorwärts zu kommen. 

Nicole D'Orazio

 

Veröffentlichung: 24. September 2026

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