Auch die Lernenden selbst hatten ein Stimmrecht


Die Garderobe von Sieger Tim Zweifel. Bild: Valentin Oberholzer


Die Garderobe von Sieger Tim Zweifel. Bild: Valentin Oberholzer
Im vierten Semester beginnen die Lernenden der Berufsschule Ziegelbrücke eine Projektarbeit, die im Wettbewerb der Sektion Thur-Linth endet. Punkte werden nicht nur von den Lehrkräften vergeben. Gewonnen hat Tim Zweifel.
Was sie produzieren, steht ihnen frei. Die Schreinerlernenden der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule Ziegelbrücke GL beginnen jeweils im vierten Semester eine Projektarbeit, die im Lernendenwettbewerb der Sektion Thur-Linth endet. «Die Vorbereitung und Planung beginnen Ende Januar, und wir führen alles als Teil des Fachkundeunterrichts aus», erklärt Berufsschullehrer Valentin Oberholzer. Bis Ende Juni stehen die Pläne, Kundenzeichnungen und Werkstofflisten. Dann haben die Lernenden über den Sommer Zeit, ihre Objekte in den Lehrbetrieben zu produzieren. Abgabe ist Ende August, und es folgt eine Ausstellung in der Schule. «Dort werden die Objekte bewertet. Alle vier Schreinerklassen haben ein Stimmrecht. Das ist spannend, da die Jahrgänge verschiedene Details bewerten.» Oberholzer prüft und benotet die Produktionspläne, den Arbeitsablauf und die Stundenschätzungen. Die Lehrkraft der Allgemeinbildung steuert ebenfalls Punkte bei. Auch die Ausstellungsbesucher gaben eine Wertung ab. Die meisten Punkte hat die Garderobe von Tim Zweifel aus Rufi SG (Lehrbetrieb Crea-Holz, Benken SG) erhalten. Den zweiten Platz teilen sich Kevin Wespe aus Uznach SG (Schreinerei Kaufmann, Gommiswald SG) und Daniela Zwyssig aus Gebertingen SG (W. Rüegg AG, Kaltbrunn SG).
Für das Innenleben seiner Garderobe verwendete Tim Zweifel weiss beschichtete Spanplatten. «Die Schubladen furnierte ich mit Riegel-ahorn. Die Sichtseiten bestehen aus Nussbaum furnierter Spanplatte. Die Rückwand habe ich mit Eschenholz furniert», beschreibt er. Die geschwungene Ablage in der Mitte besteht aus massivem Nussbaum- und Eschenholz. Zudem seien die gestemmten Fronten komplett aus massiver Esche. «Die Idee war, die Kombination aus Nussbaum- und Eschenholz zum Vorschein zu bringen und verfliessen zu lassen.» Bei den gestemmten Fronten produzierte er das sogenannte Konterprofil. «Ich fräste ein Profil an die Friese und produzierte anschliessend exakt das Gegenprofil. Die Füllungen habe ich abgeplattet und eingenutet.» Die grösste Herausforderung waren die gestemmten Fronten, da er solche noch nie gemacht hatte. «Zudem arbeiten wir mehr mit Plattenmaterialien als mit Massivholz.» Ein zweiter grosser Punkt war, die Berge aus der Region einzulasern. «Ich bin sehr zufrieden und stolz, gewonnen zu haben.»
Veröffentlichung: 02. November 2023 / Ausgabe 44/2023
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