Der Beruf ist beliebt

Immer mehr Frauen entscheiden sich, eine Lehre zur Schreinerin zu machen. Bild: Reto Schlatter

Lehrverträge.  Jugendliche sind weiterhin vom Schreinerberuf fasziniert. Die Anzahl abgeschlossener Lehrverträge EFZ ist 2020 trotz der Pandemie stabil geblieben. Erfreulich: Ein Fünftel aller Lernenden sind Frauen.

Zehn Jahre lang war ein Rückgang an abgeschlossenen Lehrverträgen «Schreinerin/Schreiner EFZ» festzustellen. Nun haben sich die Zahlen jedoch weiter stabilisiert. 2020 musste im Vergleich zum Vorjahr nur ein kleines Minus von 1,2 Prozent an unterzeichneten Ausbildungsverträgen hingenommen werden, wie die Lehrvertragsstatistik des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) zeigt. Dies trotz der Unsicherheiten während der ersten Coronawelle. «Dank der guten Auftrags- und Beschäftigungslage in der Schreinerbranche zeigen die intensivierten Anstrengungen in der Nachwuchsgewinnung Wirkung», heisst es. «Obschon viele Veranstaltungen und Berufsmessen infolge der Pandemie nicht stattfinden konnten und sich der Schreinerberuf nicht von seiner attraktivsten Seite einer breiten Öffentlichkeit präsentieren konnte, wurden Alternativformate rege genutzt.»

Weniger erfreulich ist hingegen, dass rund ein Viertel der Lehrverhältnisse nicht beendet wurden. «Diese Erkenntnis zeigt auf, dass der sorgfältigen Selektion von Lernenden grösste Aufmerksamkeit zu schenken ist.» Die sogenannte «Passung» zwischen Lernenden und Lehrbetrieben sei einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Mehr Frauen in den Schreinereien

Der VSSM ist erfreut, dass sich zunehmend junge Frauen für die Schreinerlehre entscheiden. So ist 2020 der Anteil Frauen gegenüber 2019 um zwei Prozent gestiegen, rund ein Fünftel aller Lernenden sind weiblich. «Dennoch müssen weiterhin grosse Anstrengungen unternommen werden, um noch mehr talentierte Frauen für unseren Beruf zu rekrutieren», heisst es. Zudem sei es so, dass im späteren Erwerbsleben – Weiterbildung, Werkstatt oder auch im Büro – verhältnismässig wenig Lehrabgängerinnen anzutreffen seien. «Auch hier müssen alle grosse Anstrengungen unternehmen, damit das wertvolle Fachkräftepotenzial stärker genutzt werden kann.»

Positiv ist auch die Entwicklung bei der zweijährigen Grundbildung mit Attest «Schreinerpraktikerin/-praktiker EBA». Sie erreicht mit 287 abgeschlossenen Lehrverträgen den zweithöchsten Stand seit ihrer Einführung 2006.

www.vssm.ch

nicole d'orazio

Veröffentlichung: 27. Mai 2021 / Ausgabe 22/2021

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