Der Zentralvorstand stellt sich neu auf

Der neu formierte Zentralvorstand (v. l.): Heinrich Hochuli, Basil Gasser, Christian Kälin, Sandra Räber, Jürg Rothenbühler, Michael Jendly und Roman Süess. Bild: Beat Baschung

Die 140. Delegiertenversammlung des VSSM in Biel BE stand im Zeichen der Veränderung. Sandra Räber und Roman Süess folgen im Zentralvorstand auf die langjährigen Mitglieder Anita Luginbühl und Hanspeter Künzli. Daneben stellt der Verband wichtige Weichen für die Zukunft.

Als Berner freute es Jürg Rothenbühler, seine erste Delegiertenversammlung (DV) im Amt des Zentralpräsidenten in seinem Heimatkanton zu leiten. Mit Biel, der grössten zweisprachigen Stadt der Schweiz, verbanden auch so einige der Anwesenden Erinnerungen an ihre Weiterbildung an der Berner Fachhochschule. 

Das zentrale Thema der diesjährigen DV waren die personellen Veränderungen, insbesondere die Rücktritte von Anita Luginbühl und Hanspeter Künzli aus dem Zentralvorstand (ZV) sowie die Neuwahl von Sandra Räber. 

«Grazie a tutti – ich bin dann mal weg» 

Anita Luginbühl führte acht Jahre lang den Bereich Marketing und Kommunikation und übernahm danach das Vizepräsidium des ZV. «Anita hat mit viel Engagement und Gespür dazu beigetragen, unsere Branche und unseren Verband sichtbar zu machen», sagte ZV-Präsident Jürg Rothenbühler. Besonders am Herzen gelegen habe ihr das So­ziale. Dabei hatte sie immer die gesamte Branche im Blick gehabt, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. «Mit den zwölf Jahren durfte ich einen Fünftel meines Lebens und meiner Erfahrungen ins Gremium einbringen», sagte Luginbühl. Zu Beginn ihrer Amtszeit habe man die Perspektiven des Schreinerberufes mit einem Brettspiel aufgezeigt, erinnerte sie sich.

Mit einem Avatar – einem künst­lichen Vertreter ihrer selbst – der in perfektem Italienisch die Vertreterinnen und ­Vertreter aus dem Tessin begrüsst hatte, verdeutlichte sie, wie breit die Aufgaben in den zwölf Jahren gewesen sind. Nun gehe sie ganz nach dem Motto «Servir et disparaître», sagte sie und schloss mit den Worten: «Grazie a tutti – ich bin dann mal weg.» 

«Diese Kontakte werde ich vermissen» 

Mit Luginbühl war 2014 an der Delegiertenversammlung in Pratteln auch Hanspeter Künzli in den ZV gewählt worden. Er schied nun aufgrund der Amtszeitbeschränkung ebenfalls aus dem Gremium aus. Künzli hatte den Bereich Technik und Betriebswirtschaft verantwortet. Ihm sei es ein gros­ses Anliegen gewesen, in der Schweiz eigenes Know-how aufzubauen und zu erhalten, sagte Jürg Rothenbühler. «Gerade im Bereich Brandschutz hast du dich mit gros­sem Engagement dafür eingesetzt, dass wir Prüfungen und Entwicklungen möglichst selbstständig durchführen können.» Ebenso wichtig seien ihm die Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen sowie der Austausch mit den Partnerverbänden im Türen- und Fensterbereich gewesen.

«Ich habe die Zusammenarbeit mit all diesen Menschen sehr geschätzt und konnte viel von ihnen lernen», sagte Künzli. «Diese Kontakte werde ich vermissen.» Den beiden scheidenden ZV-Mitgliedern wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen. 

In grosse Fussstapfen hineinwachsen 

Von den 141 Stimmberechtigten einstimmig neu in den Zentralvorstand gewählt wurde Sandra Räber. Die 43-jährige Mutter dreier Kinder leitet gemeinsam mit ihrem Mann die gleichnamige Schreinerei in Kleinwangen LU und ist seit 2014 bei den Luzerner Schreinern für das Ressort PR/Marketing verantwortlich. Räber nahm die Wahl dankend an und freute sich, die Nachfolge von Anita Luginbühl anzutreten. «Das ist ein grosses Vermächtnis», bekannte sie. «Sehr gerne wachse ich in die Fussstapfen hinein.» 

Bereits an der DV im vergangenen Jahr war der Thurgauer Roman Süess in den Zentralvorstand gewählt worden. Er wird das Gremium ab sofort komplettieren. Im Amt bestätigt wurden im Zuge der ordentlichen Erneuerungswahlen Präsident Jürg Rothenbühler, Michael Jendly, Christian Kälin, Heinrich Hochuli und Basil Gasser. Letzterer übernimmt das Vizepräsidium.

Abschiede und Ehrungen 

Auch im Gremium der Präsidentenkonferenz gab es einige Wechsel. Aus ihren Ämtern verabschiedet wurden Alex Abart (Sektion Thur-Linth), Heinz Fehlmann (Thurgau), Thomas Zulauf (Aargau), Daniel Ackermann, (Appenzell; in Abwesenheit) und Christian Ambauen von der Fachgruppe Wagnerei und Skibau. 

Mit einer Gedenkminute nahmen die Delegierten Abschied von Walter Zürcher. Der Erfinder der Marke «Der Schreiner – Ihr ­Macher» ist im März verstorben. 

Das Rückgrat der Wirtschaft 

«Das Verbandsjahr 2025 war intensiv, spannend und in vielerlei Hinsicht richtungsweisend», sagte Rothenbühler. «Gemeinsam haben wir Weichen für die Zukunft unseres Verbandes und unserer Branche gestellt.» Damit sprach er insbesondere die Dachkampagne sowie die Weiterentwicklung der Grund- und der höheren Berufsbildung an. Ein offener und konstruktiver Austausch habe die Zusammenarbeit im Zentralvorstand und mit der Geschäftsleitung weiter gestärkt. «Das gegenseitige Vertrauen ist hoch, und ich spüre bei allen den Willen, unseren Verband im Interesse der Mitglieder weiterzuentwickeln.» 

Die Berner Regierungsrätin Astrid Bärtschi fasste die Branche mit folgenden Worten zusammen: «Hier im Saal sitzt das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft: das Handwerk. Ihr habt verstanden, wie man als Branche aktiv bleibt, und das in einer Zeit mit vielen Herausforderungen.» Diese Herausforderungen schlugen sich teilweise auch in den Jahresrechnungen der Maek sowie des VSSM nieder. Trotzdem wurden sie einstimmig abgenommen. Der Beitragsfuss bleibt bei 254 Prozent. 

Drei Schwerpunkte für die Zukunft 

Das neue Legislaturprogramm 2027 bis 2030 beinhaltet drei Schwerpunkte: Das Bekanntmachen der Angebote und Dienstleistungen der Branche, die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Mitgliedsbetriebe sowie die Nutzung des Arbeitskräftepotenzials sämtlicher Bevölkerungsgruppen. Die Punkte eins und drei sind auch in der Dachkampagne integriert. «Dabei ist wichtig zu verstehen, dass es sich nicht nur um eine Marketingkampagne, sondern auch um eine Denkhaltung handelt, was wir mit diesen Schwerpunkten erreichen wollen», erklärte Rothenbühler. 

Christian Kälin zeigte noch einmal kurz die Entwicklung der beiden Kampagnenstränge «machen wir» und «mach es» auf, bevor er mit dem GAV noch ein Update zu einem weiteren aktuellen Thema gab. Ziel sei es, am 1. Januar 2028 einen neuen, zeitgemäs-sen GAV zu haben, mit mehr Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten. «Wir wollen attraktive Arbeitsbedingungen bieten, um Leute in die Branche zu bringen und sie zu halten», sagte Kälin. Bei den Verhandlungen haben wir gewisse rote Linien, die wir nicht überschreiten werden.» Ansonsten strebe man mit allen Mitteln an, einen vertrags­losen Zustand zu vermeiden. 

Nach Biel ist vor Basel 

Zum festlichen Ausklang des Tages erschienen nicht nur die Delegierten und ihre Partnerinnen in einem neuen Gewand, sondern auch der Sitzungssaal. Gerade noch mit nüchternen Stuhlreihen bestückt, hatte er sich in einen schönen Festsaal verwandelt. Und so angenehm, entspannt und gesellig die ganze DV für die Gäste war, so viel Zeit hatte das OK der Sektion Kanton Bern (SKB) mit Präsident Walter Hofer, Sandra Ziehli, Daniel Hermle und Samuel Fankhauser im Vorfeld investiert. 

So darf man gespannt sein auf die nächste Delegiertenversammlung. Diese findet am 25./26. Juni 2027 in Basel statt.

Monika Hurni

Zum Bericht über das Begleitprogramm an der BFH am Morgen der DV. 

www.vssm.ch

Veröffentlichung: 24. Juni 2026

Artikel zum Thema

26. Juni 2026

Suva-Prämien verbleiben auf historisch tiefem Niveau

Die Suva blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Davon profitieren die Versicherten im Prämienjahr 2027 direkt: Die Erstattung der Überschüsse aus Kapitalerträgen von 20 Prozent wird fortgeführt, die Prämien bleiben auf historisch tiefem Niveau stabil.

mehr
25. Juni 2026

Eine Entdeckungsreise nach Italien

Eine Gruppe von Schreinern und Verkäufern aus der Schweiz, Deutschland und Österreich durften im italienischen Pesaro in den Showroom und die Werkhallen von Biesse schauen. Sie entdeckten, was die Maschinen zur Bearbeitung von Stein, Glas, Kunststoff und Holz alles zu bieten haben und wie sie hergestellt werden.

mehr

weitere Artikel zum Thema:

News