Ein Plus für die Möbelbranche

Die Swiss Krono AG präsentierte ihr neues Konzept «Made to connect». Bild: Christian Härtel

Messebericht.  Vom 20. bis 23. Oktober war im norditalienischen Pordenone wieder Sicam-Zeit. Die 17. Ausgabe der Messe wurde wiederum von knapp 700 Ausstellern getragen, die ihre Produkte einem internationalen Fachpublikum präsentierten, einige davon aus der Schweiz.

Ausgebuchte Hallenflächen von Besucherscharen gefüllt und gute Stimmung allenthalben: So läuft die Sicam seit Jahren, und so war es auch in diesem Jahr. Knapp 700 Aussteller waren zugegen, davon fast 90 % zum wiederholten Male. Die Sicam ist eine feste Grösse für alle, die mit Materialien, Oberflächen, Beschlägen und Hilfsmitteln im Möbelbau zu tun haben. Es gibt keine Megastände, alle Aussteller bleiben im System. Und die Standmieten sollen noch bezahlbar sein, was es auch kleineren Unternehmen ermöglicht, sich zu präsentieren. Die Fachbesucher haben sowieso freien Zutritt zur Veranstaltung, schon immer.

Auch einige Schweizer Zulieferer sind regelmässig mit von der Partie. Darunter namhafte Unternehmen wie Lamello, Hawa, Peka oder Swiss Krono. Die Sicam in Pordenone bietet eine gute Gelegenheit, um neue Produkte einem internationalen Fachpublikum vorzustellen.

Kennzahlen steigen stetig

Laut Messeleitung kamen an den ersten beiden Tagen 13 000 Besucher zur Veranstaltung. Deutschland, Spanien, England sowie die Balkan- und osteuropäischen Länder führen die Liste der ausländischen Besucher an. In den Gängen und an den Ständen konnte man auch Schwiizerdütsch spürbar wahrnehmen.

Im letzten Jahr kamen knapp 30 000 Besucher aus 112 Ländern. Diese Grössenordnung erwartet man auch in diesem Jahr wieder. Denn die Zahlen der Messe für die letzten zehn Jahre kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Gegenüber 2016 ist die Anzahl der Aussteller um 24 % gewachsen, die Ausstellungsfläche verzeichnet ein Plus von 39 %.

So mancher Aussteller nutzt die Sicam auch als Testfeld für Prototypen. Was sagen die Fachleute, wie sind die Reaktionen auf neue Produkte?

Ort für Neuheiten

Auch die Swiss Krono AG hat in diesem Jahr ein neues Konzept ihres Produktportfolios vorgelegt. «‹Made to connect› ist ein System und nicht etwa eine neue Kollektion», sagt Adrian Fuchs, Sales & Marketing Director des Unternehmens. Das Besondere daran ist, dass drei Designlinien und fünf verschiedene Strukturen insgesamt 42 Möglichkeiten ergeben. Ausserdem ist jedes Design auf den verschiedenen Trägerplatten mit unterschiedlichen Stärken verfügbar.

Die Farben und Varianten sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass sie munter miteinander kombiniert werden können. Ein Web-Konfigurator hilft dabei, die verschiedenen Räume mit den Varianten zu gestalten und per Klick zu wechseln.

www.swisskrono.com/chwww.exposicam.it

 

Weniger Abfall und kein Öl im Abwasser

Knapp 25 cm Platz braucht der Lebens­mittel-Abfallverwerter vom slowenischen Unternehmen Valentin unter dem Spül­becken. Das Gerät wird in den Abfluss zwischengeschaltet, wo es sodann Lebensmittelabfälle automatisch trennt und entsorgt. Am Anfang steht das Häckseln in kleine Stücke über den Einsatz anstelle ­eines Stopfens im Becken. Dieser dient auch als Schalter. Die Lebensmittelreste werden dann getrennt. Feststoffe werden getrocknet und ergeben ein Granulat, das als Pflanzendünger dient. Aus dem ­Abwasser abgeschieden und getrennt ­gesammelt werden Öle. Markteinführung soll Mitte nächsten Jahres sein. 

www.valentin-home.com

Schnell gewachsen und dann Furnier

Der Blauglockenbaum gilt als einer der wachstumsstärksten Gehölze. Auch be- kannt als Paulownia, kommen immer neue Anwendungen für das Holz auf den Markt. Bei Edillegno Tranciati hat man sich an die Furnierproduktion gewagt. Natur oder durchgefärbt gibt es das durchaus attraktive Furnier 0,8 mm stark.

www.edillegnotranciati.it

Kein Arm im Weg

Der brandneue Gasdruckdämpfer «K12 Hide» für Klappen von Italiana Ferramenta verschwindet in der Korpusseite beim Schliessen der Klappe. Dadurch braucht man nicht mehr darauf zu achten, dass Gegenstände im Korpus nicht an den Dämpfer stossen. Das eingelassene Gehäuse braucht mindestens 18 mm Materialstärke. Von Vorteil ist auch, dass durch die geänderte Position des Dämpfers die Rahmen der Fronten schlanker ausgeführt werden können.

www.italianaferramenta.com

Herzlich willkommen

Komfortable Lösungen für das Verstauen von Gästebetten und raumsparende Bettideen gibt es inzwischen einige auf dem Markt. Das neue Modell von Pozzoli geht noch einen Schritt weiter. Denn das Bett ist ein Regal. Die Liegefläche wird einfach hochgeklappt, die Beine schwenken dabei automatisch ein. Dann wird das Regal über das Scharnier und eine Rolle vor das Bett im Schrank gedreht.

www.pozzoli.biz

Schalter war gestern

Bei L&S Italia übernimmt neu das Aluminium-Profil der Linearleuchte die Funktionen Ein und Aus, Dimmen und Farbtemperaturwechsel. Ein einfaches Antippen und Entlanggleiten des Fingers genügt. An welcher Stelle des Profils dies geschieht, ist egal. Intuitiv findet man schnell die Funktionalitäten heraus, so zumindest war es auch am Messestand zu beobachten.

www.ls-light.com

Einfach umgedreht

An der letzten Messe Eurocucina hatten einige Küchenhersteller dieses Feature gezeigt. Unsichtbar integriert in eine Front ist eine Tür, die mittels umgedreht montierter Topfbänder einen Durchgang und einen Korpus freigeben.

Im Prinzip kann man das mit einem normalen Topfband machen, doch dann braucht es davon recht viele. Sugatsune hat mit der «J95»-Serie Topfbänder im Programm, die höhere Gewichte stemmen und Stabilität geben. So reichen für den Clou mit der Front bis 45 kg drei Bänder aus. Ein Vorteil weniger Bänder ist auch, dass das Ausrichten leicht geht.

https://global.sugatsune.com/eu/de/arch

Kaffee aus dem Wasserhahn

Nachdem sich Gessi bereits einen Wasserhahn mit Kaffeebrühfunktion ausgedacht hat, kommt mit Moki aus dem Hause Paini im nächsten Jahr ein zweites Modell hinzu. Die Bedieneinheit ist schwenkbar und hat ein Display zur Bedienung. Neben dem Kaffeegenuss mittels Kapseln liefert die Armatur auch gefiltertes, gekühltes, gesprudeltes oder kochendes Wasser.

www.paini.com

Damit kann man arbeiten

Ständer und Profile als Grundgerüst für Regale mit dazwischen sitzenden Böden und Korpussen – das ist meist bei grossen Möbelproduzenten mit eigenen Entwürfen zu finden. Für Schreiner bietet Metalika nun ein neues und gestalterisch ansprechendes Modell an, das für die Befestigung an Boden und Wand erdacht ist. Licht kommt dabei über die vertikalen Metallsäulen ins Spiel.

www.metalika.it

Funktionale Wandbekleidung

Wie Metalika bietet auch Damiano Latini verschiedenste Regal-Ständer-Systeme an. Darunter auch massgefertigte Modelle von Ständern, zwischen Boden und Decke gespannt. Neu hat das Unternehmen nun sein Wandschienensystem Lift auch mit horizontal angeordneten Schienen und Befestigungsmöglichkeiten erweitert. Auf diesen werden die Träger für die Elemente montiert. An diesen können dann Korpusse, Tablare oder auch ein Screen fixiert werden. Der Schreiner kann sich so ganz auf die Gestaltung und Fertigung der Wand und der daran platzierten Elemente konzentrieren.

www.damianolatini.it

Grosser Kühlschrank mit edlen Details

Abgesehen davon, dass derzeit fast jeder Hersteller von Kühlschränken den grössten zu haben meint, macht man sich beim Produzenten GRF viele Gedanken um das Design und die Funktionalität mit klaren Linien. Im Grunde sind es drei Richtungen von Kühlschränken, die das Unternehmen fertigt: die vollintegrierte Reihe (Bild) mit edlem innerem Ambiente und elektrifizierten Tablaren, eine Variante mit hellem Innenraum, vollflächig leuchtender Rückwand und farbigen Glasfronten nebst Display sowie ein Retro-Modell als frei stehende Design-Variante. Das kleine ­Unternehmen habe nach eigenen Angaben den Vorteil, dass es nicht die hohen Stückzahlen liefern muss wie die grossen Hersteller. Deshalb könne man mehr ­Aufmerksamkeit für Details aufbringen und in qualitativ hochwertige Lösungen investieren. 

www.grfdomestic.eu

 

Christian Härtel, CH

Veröffentlichung: 29. Oktober 2026 / Ausgabe 44/2026

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