Energieholzernte erreicht Niveau des Stammholzes

Schweizer Sägereien haben 2025 mehr produziert. Bild: Beat Märki, Winterthur (Lignum)

Die Schweizer Sägewerke haben 2025 ihre Produktion gesteigert. Die Stammholzernte ist zwar leicht rückläufig, jedoch wird mehr Einschnittmenge verarbeitet. 

Die Zahlen aus der Holzverarbeitungserhebung 2025 zeigen einen Anstieg der Einschnittmenge um 1,2 % bei den Schweizer Sägewerken gegenüber dem Vorjahr. Das Bundesamt für Statistik BFS hat am 22. Juli 2026 die neuesten Zahlen zur Schweizerischen Forststatistik sowie zur Eidgenössischen Holzverarbeitungserhebung (HVE) veröffentlicht. Dies geht aus einer Mitteilung der Holzindustrie Schweiz hervor. In der Forststatistik ist zu lesen, dass die Holzernte 2025 insgesamt um 1,1 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei.

Weniger Stammholz geerntet

Allerdings ist die Stammholzernte im Schweizer Wald rückläufig. Das Wachstum ist folglich auf die höhere Energieholzernte zurückzuführen. Die Stammholzernte belief sich auf knapp 2,2 Mio. Kubikmeter, rund 45 % der gesamten Holzernte, und ging damit um 0,1 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 wurden noch 3,4 Millionen Kubikmeter Stammholz geerntet, was einem Anteil von 66% entsprach. Auch die Industrieholzernte ging 2025 um 0,7% zurück.

Damit erreichte die Energieholzernte erstmals dasselbe Niveau. Aus Sicht der Holzindustrie geht der Trend allerdings in die falsche Richtung: «Der Wald sollte primär Holz für den stofflichen Einsatz liefern», heisst es in der Mitteilung.

Massgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen hat das Hackholz, das inzwischen 30 % der gesamten Holzernte ausmacht. Seine steigende Bedeutung dürfte vor allem auf die Nachfrage nach Holz als erneuerbare Energiequelle sowie auf den Ausbau von Holzheizungen und Wärmeverbünden zurückzuführen sein.

Die Zunahme ist bemerkenswert

Die Zunahme der Produktion in den Sägewerken sei erfreulich und, angesichts der allgemeinen Konjunkturlage, auch bemerkenswert, heisst es. Die Entwicklung ist vor allem auf die starke Nachfrage aus dem Holzbau zurückzuführen. Dieser verzeichnete in den vergangenen Jahren höhere Wachstumsraten als die übrige Bauwirtschaft. Erschwerend für die Schweizer Holzindustrie war und ist jedoch der Wechselkurs. Der gegenüber dem Euro starke Schweizer Franken begünstigt den Import von Holzprodukten aus den Nachbarländern und drückt auf die Margen der Betriebe.

Die Steigerung der Holzproduktion entspricht den Zielen der Integralen Wald- und Holzstrategie 2050. Der Bund und die Kantone möchten u.a. die Wertschöpfungskette Wald und Holz stärken, die Kaskadennutzung fördern und die jährliche Holzerntemenge um eine Million Kubikmeter erhöhen. Um die Ziele zu erreichen, müssten allerdings auf allen Ebenen die Anstrengungen deutlich erhöht werden. 

Holzenergie Schweiz ordnet die Ergebnisse ein

Holzenergie Schweiz hat sich als Dachverband der Schweizer Holzenergiebranche zur obigen Mitteilung ebenfalls geäussert:

  • «Aus der Medienmitteilung geht hervor, dass die Menge des genutzten Energieholzes in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen ist und mittlerweile mit der geernteten Stamm- und Industrieholzmenge gleichgezogen hat. Dies ist jedoch nicht darauf zurückzuführen, dass grosse Mengen von Holz ausschliesslich für eine energetische Nutzung geerntet werden. Vielmehr ist dies auf ein gestiegenes Interesse an der Nutzung von Restholz und Schlagabraum als CO2 neutralen Energieträger für die Wärmeerzeugung in Fernwärmekraftwerken zurückzuführen, die in den letzten Jahren stark ausgebaut wurden», heisst es. 
  • Die Bereiche Stammholz und Energieholz ergänzten sich in der Regel, da kein Baum zu 100 % als Bau- oder Industrieholz verwertet werden kann. Bei jedem geernteten Baum fallen Teile wie Krone, Astwerk etc. an, die keiner stofflichen Verwertung zugeführt werden können.
  • Früher wurden solche Holzreste häufig im Wald liegen gelassen und nicht weiter genutzt. Die heutige Technik mit den häufig zum Einsatz kommenden Vollerntern vereinfacht die Holzernte beträchtlich und ermöglicht es, ganze Bäume inklusive Kronen und Astwerk aus dem Wald zu holen. Diese Arbeitsweise führt dazu, dass auch grössere Mengen an Holzresten anfallen, für die keine stoffliche Verwertung in Frage kommt. In der Regel werden die anfallenden Reste in Form von Baumkronen, Äste, etc. direkt im Wald zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet.
  • Bei Stammholz, das nach der Ernte gesägt wird – Schnittholz – beträgt die Ausbeute nach der Verarbeitung maximal 50 bis 60%. Die Reststoffe (Rinde, Sägemehl, kleinere Abschnitte) werden weiterverarbeitet und entweder als Hackschnitzel oder in Form von Pellets energetisch verwertet.
  • Weitere Sortimente aus der Holzernte, insbesondere Industrieholz, werden entweder zu Spanplatten oder zu Zellstoff für die Herstellung von Papier und Karton weiterverarbeitet.
  • Aus der Statistik geht zudem hervor, dass die Ernte von einheimischem Stammholz in den letzten 20 Jahren zurückgegangen ist. Dies lässt auf eine sinkende Nachfrage in diesem Bereich schliessen. Stattdessen wurden in den letzten Jahren grössere Anteile von Bauholz importiert (bis zu 70%), da die Preise in Europa teilweise deutlich günstiger waren und die Nachfrage nach dem Bauen mit Holz in der Schweiz kontinuierlich gestiegen ist.
  • Holzenergie Schweiz setzt sich konsequent für die Kreislaufwirtschaft und die Kaskaden-Nutzung von Holz ein. Die energetische Nutzung von Bau- oder Industrieholzelementen erfolgt erst am Ende ihres Lebenszyklus, wenn eine anderweitige stoffliche Verwertung des Holzes nicht mehr möglich ist. Da der grösste Anteil von Energieholz aus Restholz stammt, welches beim Zuschnitt des Stamms zu Bau- oder Industrieholz anfällt, verdient es die Bezeichnung «Co-Produkt».

Monika Hurni/Nicole D'Orazio

www.holz-bois.ch

Veröffentlichung: 04. August 2026 / Ausgabe 31-32/2026

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