Von Mistel bis Schwamm

Laubmistel (Scurrula pulverulenta) auf Oleander. Bild: Alexandra von Ascheraden

Mehr als 800 Exponate von heimischen und fremdländischen Holzgewächsen haben sich in der Hölzersammlung des Botanischen Gartens der Universität Basel über die Jahrzehnte angesammelt. Ziel der Sammlung ist es, die enorme Diversität an Hölzern zu dokumentieren.

Der Botanische Garten Basel der Universität Basel beherbergt eine eher ungewöhnliche Hölzersammlung. Mehr als 800 Exponate von heimischen und fremdländischen Holzgewächsen haben sich dort über die Jahrzehnte angesammelt. Ziel der Sammlung ist es, die enorme Diversität an Hölzern zu dokumentieren. Speziell ist, dass es dabei nicht nur um die eigentlichen Holzqualitäten mit ihren spezifischen Farben, Gewichten und Strukturen geht, sondern auch um Rinden und Borken, Systematik und die Biologie. Daher sind viele der Exponate eher eigener Natur.

Viele besondere Objekte vorhanden

Gärtnerin Edith Zemp zeigt spezielle Exponate, so etwa die Überwallung eines Ast­abbruches, ein eingewachsenes Stahlseil oder die Folgen eines Blitzeinschlags. Die Sammlung beinhaltet auch Baumfarne, Palmen, Bambus und Holz sukkulenter Pflanzen. Ebenso sind durch Pilze oder Misteln verursachte Schadensbilder fein säuberlich in den Schränken einsortiert. Grosse Baumscheiben sind im und am Ökonomie­gebäude montiert.

Die ältesten Stücke wurden 1929 in der Sammlung registriert. Vieles sammelt der Botanische Garten selbst, etwa wenn ein Baum gefällt werden muss oder eine Kübelpflanze eingeht. Daneben bringen auch Privatleute, Mitarbeitende des Botanischen Instituts oder der Stadtgärtnerei sowie Förster aus der Region Objekte, die sie sammlungswürdig finden. 

Eisenholz als gewichtigstes Stück

So fand auch die Baumscheibe einer 664-jährigen Lärche mit beachtlichem Durchmesser hierher. Sie musste einer Forststrasse weichen. Das wohl gewichtigste Stück ist ein unterarmlanges Stück Eisenholz. Es ist so schwer, dass es im Wasser untergeht. «Man hat daraus Fleischmesser hergestellt, die einen besonders schweren Griff haben mussten», sagt Gärtnerin Zemp. Der letzte Messerschmied von Basel hat es einst dem Botanischen Garten für seine Sammlung übergeben.

Die Sammlung ist nicht öffentlich zugänglich. Führungen können hier gebucht werden.

Alexandra von Ascheraden 

www.botgarten.unibas.ch/de/

Veröffentlichung: 30. Juli 2026

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