Genossenschaft SAZ erhält Geld von Stadt und Kanton Zürich


Lernende an der Arbeit im Bankraum des SAZ. Dank Geldern von Kanton und Stadt Zürich ist ihre Ausbildung gesichert. Bild: SAZ


Lernende an der Arbeit im Bankraum des SAZ. Dank Geldern von Kanton und Stadt Zürich ist ihre Ausbildung gesichert. Bild: SAZ
Berufslehre. Seit der Privatisierung kämpft das Schreinerausbildungszentrum Zürich (SAZ) mit knappen Finanzen. Nun greifen die Stadt und der Kanton Zürich der Ausbildungsstätte für 40 Schreinerlernden mit insgesamt 600'000 Franken unter die Arme.
Das Schreinerausbildungszentrum Zürich (SAZ) hat bange Monate hinter sich. Der Nachfolger der früheren Lehrwerkstätte für Möbelschreiner Zürich (LWZ) kämpft seit der Privatisierung mit latenten Liquiditätsproblemen. Die Coronapandemie hat die Situation zusätzlich verschärft. Doch nun kann die Ausbildungsstätte für mehr als 40 Schreinerlernende aufatmen: Sowohl die Stadt als auch der Kanton Zürich wollen dem SAZ mit namhaften à-fonds-perdu-Beiträgen unter die Arme greifen. Ende Januar hat der Zürcher Kantonsrat einstimmig ein dringliches Postulat überwiesen, dass den Regierungsrat zu einer Zahlung von einer halben Millionen Franken an das SAZ verpflichtet.
Bereits im Dezember hatte das Stadtzürcher Parlament 100’000 Franken gesprochen. «Das verschafft uns nun die Liquidität und Sicherheit, die wir für die Zukunft benötigen», sagt Markus Bosshard. Der langjährige Leiter der LWZ ist derzeit Vizepräsident der SAZ-Genossenschaft. In jüngster Vergangenheit sei es zu oft vorgekommen, dass man Anfang Monat nicht gewusst habe, ob das Geld Ende Monat noch reiche. Dank der in Aussicht gestellten Finanzhilfen sollte es für das SAZ nun möglich sein, ab den Jahren 2024/25 selbsttragend zu wirtschaften, so wie es der Businessplan als Ziel vorsieht. «Wir haben als SAZ mit einer zu dünnen Kapitaldecke starten müssen», gibt Bosshard zu bedenken. Ab 2018 hatte sich die öffentliche Hand schrittweise aus der Finanzierung der Lehrwerkstätte für Schreinerinnen und Schreiner zurückgezogen. Seit 2021 ist die SAZ als privatwirtschaftliche Genossenschaft mit Rolf Eugster als Geschäftsführer unterwegs.
Daniel Sommer, Zürcher EVP-Kantonsrat, Inhaber einer Schreinerei und SAZ-Genossenschafter, hatte das Postulat als Erstunterzeichner ins Kantonsparlament eingebracht. Ihn freut es besonders, dass die Forderung zur Unterstützung des SAZ einstimmig überwiesen wurde. «Das ist ein starkes Zeichen für die Berufsbildung», sagt Sommer. Mit diesem Entscheid habe der Verlust von 40 Stellen für junge Menschen verhindert werden können. «Angesichts des generellen und akuten Fachkräftemangels ist das von speziell unschätzbarem Wert», kommentiert Eugster.
Stefan Hilzinger
Veröffentlichung: 10. Februar 2023
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