Kein Mangel an Herausforderungen


Der neue Präsident des Verbands Schreiner Thurgau, der Salmsacher Hampi Niederer. Bild: Christof Lampart


Der neue Präsident des Verbands Schreiner Thurgau, der Salmsacher Hampi Niederer. Bild: Christof Lampart
Sektion Thurgau. Nach zwölf Jahren als Präsident des Verbands Schreiner Thurgau gab Heinz Fehlmann Ende Mai das Amt an Hampi Niederer weiter. Die Thurgauer Schreiner wehren sich gegen die vorgeschlagene Kürzung der kantonalen üK-Beiträge.
Heinz Fehlmann gehörte 22 Jahre dem Kantonalvorstand an. An der Generalversammlung des VSSM Thurgau, die Ende Mai im Ekkharthof in Lengwil stattfand, blickte er auf ein herausforderndes Jahr 2025 zurück. Zwar habe sich die Schweizer Wirtschaft trotz geopolitischer Verwerfungen recht gut behauptet. Doch die leichte Abkühlung der Weltwirtschaft schlage auch auf die eigene Branche durch. So gebe es weniger offene Stellen und die Arbeitslosigkeit sei leicht angestiegen. Trotzdem sei die Auftragslage gut bis sehr gut. Allerdings müsse sich zeigen, wie nachhaltig der Trend sei. Denn die hohe Nachfrage an Umbauten hänge wohl auch mit der Abschaffung des Eigenmietwerts zusammen. «Voraussichtlich haben wir noch bis 2028 Zeit, um der erhöhten Nachfrage nachzukommen. Spannend wird sein, was passiert, wenn man es steuerlich nicht mehr abziehen kann», sagte Heinz Fehlmann.
In der Schreinerbranche herrsche laut Fehlmann weiterhin ein Fachkräftemangel. «Auf ausgeschriebene Stellen melden sich nur sehr wenige bis gar keine Schreiner EFZ. Ausländer mit einer geringen Schreinerausbildung oder ohne Ausbildung hat es immer. Nur stellt sich für uns immer die Frage, ob wir diese auch brauchen können», sagte Fehlmann – und ergänzte: «Darum ist es nach wie vor sehr wichtig, dass wir in die Schreinerbildung investieren.» Deshalb solle der Kanton Thurgau die Streichung der kantonalen üK-Beiträge nochmals überdenken, die aktuell zur Diskussion steht. «Wenn wir die üK-Beiträge erhöhen müssen, dann fehlen uns 100 000 Franken, für die dann die Mitgliederfirmen geradestehen müssten. Hier sind die bürgerlichen Politiker gefragt. Sie sollen ihr Wort halten und für die Berufsbildung einstehen», forderte Heinz Fehlmann.
Eine Antwort darauf blieb Regierungsrätin Denise Neuweiler schuldig. Vielmehr lobte die Chefin des Departements für Erziehung und Kultur den VSSM Thurgau als Verband, der vom Engagement seiner Mitglieder lebe. «Der VSSM steht seit über 100 Jahren für Fortschritt und eine hochstehende Grund- und Weiterbildung. Das hat dazu geführt, dass die Schreiner bis heute eine stabile regionale Branche repräsentieren», sagte Neuweiler. Umso wichtiger sei es, dass die Branche aktuelle Entwicklungen und Innovationen aufgreife – seien dies nun neue Materialien oder der Einsatz von KI – und jungen Menschen vermittle.
Auf Heinz Fehlmann folgt der Salmsacher Hampi Niederer im Präsidium. Er gehörte schon dem Kantonalvorstand an. Laut Niederer wird sich an der Führung nicht viel ändern. «Heinz hat den VSSM mit grossem Einsatz und Umsicht geführt, er hinterlässt grosse Fussstapfen. Ich möchte mit euch den Verband weiter stärken, den Zusammenhalt pflegen und unser Schreinerhandwerk erfolgreich in die Zukunft führen.» Neu wurde Jörg Schmälzle (Kaufmann Oberholzer AG) als Ersatz für Niederer in den Kantonalvorstand gewählt und alle weiteren Vorstände wurden in ihren Ämtern bestätigt. Mit grossem Applaus und viel Lob wurde dem scheidenden Präsidenten Heinz Fehlmann die Ehrenpräsidentschaft des Verbands verliehen.
Veröffentlichung: 11. Juni 2026 / Ausgabe 24/2026
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