Schneebeli AG: Mitarbeitende können aus zwei Varianten wählen


Nicht nur im Büro, sondern auch in der Werkstatt ist Teilzeitarbeit möglich. Diese wird von Frauen und auch Männern nachgefragt. Archivbild: VSSM


Nicht nur im Büro, sondern auch in der Werkstatt ist Teilzeitarbeit möglich. Diese wird von Frauen und auch Männern nachgefragt. Archivbild: VSSM
Arbeitszeitmodelle. Immer mehr Angestellte wünschen sich ein Teilzeitpensum, um Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen. Das funktioniert auch in Schreinereibetrieben, wie zwei Praxisbeispiele zeigen.
10 von 35 Mitarbeitenden bei der Schneebeli AG in Ottenbach ZH arbeiten in Teilzeit. «Das wurde von den Angestellten gewünscht», sagt Produktionsleiter Urs Wyss (Bild), der selbst zu 100 Prozent angestellt ist. «Die einen wollen ein Teilzeitpensum wegen der Kinderbetreuung, andere, damit sie mehr Freizeit und mehr Lebensqualität haben.» Das Unternehmen bietet allen Mitarbeitenden, unabhängig von deren Position, zwei Modelle an: einen fixen oder einen variablen, freien Wochentag. Bei der zweiten Variante müssen die Arbeitnehmenden allerdings frühzeitig Bescheid geben, wann sie frei haben wollen.
«Das funktioniert gut. Vor allem in der Werkstatt, wo im Team gearbeitet wird und die Stellvertretungen bereits geregelt sind.» Natürlich komme es dabei vor, dass ein Vollzeitangestellter die Arbeiten von jemandem, der frei hat, beenden müsse, sagt Wyss. «Doch das liegt in der Natur der Sache.» Beim Monteur werde die variable Variante bevorzugt, weil so Montagearbeiten fristgerecht durchgeführt werden könnten.
In der Arbeitsvorbereitung ist es gemäss Wyss jedoch am schwierigsten, Teilzeit anzubieten. «Die Stelle ist sehr komplex. Die Person muss anwesend sein, weil sie sehr viele Informationen hat, die man nicht einfach so übergeben kann», begründet er. Zudem sei die Avor der teuerste Arbeitsplatz in Bezug auf Lizenzen. «Hier müsste man mindestens ein Jobsharing einführen, damit es sich für den Arbeitgeber lohnt.»
Bei der Schneebeli AG wird nach dem Gleitzeitmodell gearbeitet und die Jahresarbeitszeit pro Woche abgerechnet. «Wir hatten allerdings nicht damit gerechnet, dass der Aufwand bei den Abrechnungen so viel grösser sein wird», sagt Urs Wyss. Mittlerweile könne man aber auf Erfahrungen zurückgreifen und sei schneller. «Auch die Organisation des Betriebs ist etwas komplexer, jedoch machbar.»
Das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern sei mit der Gleitzeit wichtiger geworden. «Man muss die Mitarbeitenden in die Verantwortung nehmen», sagt Wyss. «Das hat dazu geführt, dass deren Motivation gestiegen ist.» Als Schattenseite hat er jedoch festgestellt, dass sich Einzelkämpfer gebildet haben und der Teamzusammenhalt grösser sein könnte. «Daran müssen wir arbeiten.» Grundsätzlich ist Wyss davon überzeugt, dass ein Betrieb mit einem guten Mix aus Voll- und Teilzeitstellen funktioniert.
www.schneebeli.chVeröffentlichung: 17. Dezember 2020 / Ausgabe 51-52/2020
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