Waggis und Räppli


Der Schreinerlernende Raphael Käch ist in einer Ettinger Fasnachtsclique und hilft mit seinem Schreinerwissen beim Wagenbau mit. Bilder: Raphael Käch


Der Schreinerlernende Raphael Käch ist in einer Ettinger Fasnachtsclique und hilft mit seinem Schreinerwissen beim Wagenbau mit. Bilder: Raphael Käch
Fasnachtszeit. Im unteren Kantonsteil von Basel-Land fanden die ersten Fasnachtsumzüge bereits statt. So auch in Ettingen. Der Therwiler Schreinerlernende Raphael Käch hat für die dortige Fasnacht an einem Wagen mitgebaut.
«Ungefähr 60 Stunden haben wir zu sechst an unserem Wagen für den Fasnachtsumzug Anfang Februar gearbeitet», berichtet Raphael Käch, der seit letztem Jahr ein aktiver Ettinger Fasnächtler ist.
Dass er als Therwiler in einer Clique aus dem Nachbarsdorf Ettingen ist, kam per Zufall an einer Geburtstagsfeier zustande: «Ich war an der Party eines Ettinger Kollegen, als wir auf das Thema Fasnacht zu sprechen kamen. Da in Ettingen immer die Jugendlichen, die im laufenden Jahr die Volljährigkeit erlangen, zusammen einen Wagen für den Fasnachtsumzug im Dorf bauen, fragten sie, ob ich auch mithelfen möchte.»
Die Clique hat dieses Jahr zum zweiten Mal an der Fasnacht teilgenommen. In der 17-köpfigen Clique gibt es viele, die keinen handwerklichen Beruf ausüben – aber auch einen Spengler, einen Zimmermann und mit Raphael, der im 4. Lehrjahr bei der Lachenmeier AG in Basel ist, einen angehenden Schreiner. So war genügend Fachwissen für den Wagenbau vorhanden. Für das Sujet und das Wagendesign hätten sie mehr oder weniger freie Hand gehabt. Es gebe Polizeivorschriften für die Höhe und Breite des Wagens, erzählt der 19-jährige Schreiner: «Der Zimmermann hat dafür mit einem Computerprogramm einen Entwurf erstellt.»
Die Grundelemente wie die Unterkonstruktion, die Aussenwände und die Bar haben Raphael und sein Kollege dann konstruiert und umgesetzt. Viele der Arbeiten mussten sie mit Handwerkzeug ausführen. Ein Bauer stellte der Clique zwar seine Scheune zur Verfügung, um den Wagen unterzustellen, doch Maschinen zur Holzbearbeitung waren dort leider keine vorhanden.
Bei Fasnächtlern sei es meist so, dass es, obwohl sie bereits vor Weihnachten mit den Vorbereitungen beginnen würden, kurz vor dem grossen Tag trotzdem zeitlich knapp werde. Auch Raphael hat mit der Bar, die er für das Wageninnere gebaut hat, erst zwei Wochen vor dem Umzug begonnen. Die Dreischichtplatten aus Tannenholz, welche letztes Jahr die Aussenwände des Wagens bildeten, verwendete er dieses Mal für die Bar. Hinter ihr standen während des Umzugs die Waggis, die beliebten Fasnachtsfiguren mit übergrosser Nase, die die Elsässer Bauern auf die Schippe nehmen. Auf den drei Regalbrettern unter der Bar wurden die Orangen, Süssigkeiten und Räppli (Konfetti) verstaut, welche die Clique am Umzug verteilte.
Dieses Mal konnte Raphael aufgrund der kommenden Lehrabschlussprüfungen nur kleine Arbeiten am Wagen vornehmen. «Manchmal muss man Prioritäten anders setzen», sagt er. Aber die nächste Ettinger Fasnacht komme ja bestimmt und da könne er dann wieder mehr Zeit investieren. Wer einmal die grösste Fasnacht der Schweiz miterleben möchte: In der Stadt Basel beginnen die «Drey scheenschte Dääg» am Montag, 6. März.
bit.do/fasnacht-baselVeröffentlichung: 02. März 2017 / Ausgabe 9/2017
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