Alles gut geflickt

Das selbst reparierte Stück kann nun mit Stolz für die Ausstellung eingereicht werden. Bild: Andrea Piacquadio

Ausstellung. Für «Repair Revolution» sucht das Museum für Gestaltung Zürich noch Exponate. Wer sichtbar ertüchtigte Objekte hat, kann es in die Ausstellung schaffen, die am 30. März 2023 im Toni Areal in Zürich startet.

Wer wollte nicht schon immer einmal mit seiner Arbeit in einer Ausstellung mit dabei sein. Mit einer Ausstellung über die längst vergangene und schon fast vergessene Kultur der Instandsetzung ist das nun möglich. Mitmachen ist denkbar einfach. Was es dazu braucht, ist ein geflicktes Stück. Vom gestopften Socken bis zur geklebten Vase ist alles möglich. Es darf nicht grösser als 400 x 400 mm (Länge x Breite) sein, während die Höhe egal ist. Eine Stehlampe ginge, ein Holzstuhl vielleicht auch, ein Tisch dagegen kaum.

Anzeichen des Wandels

Die Intention der Ausstellungsmacher scheint klar. Wir leben seit geraumer Zeit in einer Wegwerfgesellschaft. Zarte Blüten des Wandels sind zwar sichtbar, aber doch noch so zart, dass sie jederzeit wieder verschwinden könnten. Dabei ist offenkundig: Wir verbrauchen viel zu viele Ressourcen, weil wir gedankenlos konsumieren, ohne das Alte, wenn es denn einmal kaputt gegangen ist, zu flicken. Unsere Konsumgesellschaft hat sich darauf eingestellt. Die Dinge sollen gar nicht mehr lange halten, im Gegenteil. Die Lebensdauer der Dinge ist genau berechnet, dementsprechend konstruiert und auch produziert.
Künftig werden wir also viel und häufig Dinge zu reparieren haben. Wer kann, der flickt und kann sich so schon fast als Teil einer Widerstandsbewegung fühlen.

Aus Scherben gewachsen

Inzwischen bilden sich erste Reparatur-Oasen in den Städten wie die Repair-Cafes. Orte, an denen man sich trifft, um gemeinsam zu reparieren. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Velos, sondern um das gute Gefühl, wenn es gelingt. Wie gut sich etwas reparieren lässt, hängt von seinem Design, der Gestaltung des Entwurfes ab. Bei Investitionsgütern wie Maschinen ein wichtiger Punkt, ist dieser beim Alltagsgegenständen und auch in der Architektur oft kaum beachtet. Die Ausstellung will die Vision einer Reparaturgesellschaft präsentieren und untersucht, welche Rolle das Design auf dem Weg dahin spielt.

Bewerbungen für die Ausstellung online bis zum 27. Februar ausfüllen und ein Foto des Stückes auf der Seite des Museums hochladen. 

Alle, die mitmachen, sind eingeladen zur Vernissage am 30. März 2023 um 19 Uhr im Toni-Areal in Zürich. Die Ausstellung wird bis zum 15. Oktober 2023 gezeigt.

Christian Härtel

www.museum-gestaltung.ch 

Veröffentlichung: 27. Januar 2023

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