Arbeit auf fünf Etagen

Merlin Pyrochta (18) hat bei der kniffligen Montage der schweren Treppengeländer mitgeholfen. Bild: Michael Suter

Grossprojekt. Mitte 2016 soll der kubische Neubau des Kantonsspitals Baden AG fertig sein. Merlin Pyrochta und weitere Lernende der Wefi GmbH Schreinerei packen mit an, damit die Schreinerarbeiten rechtzeitig fertig werden.

Merlin Pyrochta packt ein kunstharzbeschichtetes Tablar, legt es vorsichtig auf die Träger und zeigt auf eine Stelle: «Da muss noch ein Millimeter weg, die Seitenwände verjüngen sich nach hinten.» Zielstrebig marschiert der 18-jährige Schreinerlernende mit dem Objekt auf die Hobelmaschine zu. Merlin muss zügig arbeiten, denn er hat noch viel zu tun. Sein Lehrbetrieb, die Wefi GmbH Schreinerei aus dem aargauischen Bad Zurzach, hat einen Grossauftrag für das aargauische Kantonsspital Baden (KSB) an Land gezogen. Die 23 Mann starke Schreinerei fertigt und montiert für das frisch gebaute Kubus-Gebäude des Spitals Küchen, Schränke und Treppengeländer auf fünf Etagen. Läuft alles nach Plan, können die neuen Räumlichkeiten für ambulante Eingriffe Mitte 2016 bezogen werden.

Abwechslungsreiche Arbeit

Merlin und die anderen drei Schreinerlernenden unterstützen die Wefi-Mannschaft bei den umfangreichen Arbeiten, wo sie können. Während Merlin heute beispielsweise im Spital vor Ort ist, schraubt Robin Blumenstein, Lernender im 4. Lehrjahr, in Bad Zurzach Schubladen für die Montage zusammen. «Die Aufgabe heute ist reine Routinearbeit, aber morgen bin ich wieder an einem anderen Posten eingeteilt», grinst der 19-Jährige.

Dieser Abwechslungsreichtum gefällt den jungen Männern – auch Merlin Pyrochta: «Jeden Tag erwartet uns eine neue Aufgabe. Wir Lernenden werden dort eingesetzt, wo Not am Mann ist. So sehen wir von allem etwas und lernen viel.» Kürzlich hat Merlin mit zwei Mitarbeitern die Treppengeländer montiert. Diese sind aus feuerfesten Duripanel-Platten. Diese zementgebundenen Spanplatten haben ein enormes Gewicht, was die Montage besonders herausfordernd machte: «Wir mussten höllisch aufpassen und komplett bei der Sache sein, denn wenn ein solches Schwergewicht runterfällt, dann gute Nacht», sagt Merlin nachdenklich. Dank einer speziellen Stützvorrichtung und viel Know-how schaffte das Trio auch diese Arbeit ohne Probleme. «Teilweise mussten wir die Geländerecken noch anpassen und den Handläufen den letzten Schliff verpassen, aber jetzt ist alles perfekt.»

Ehrgeiziger Jungschreiner

Der Junge mit dem Namen eines mythischen Zauberers ist sehr ehrgeizig und liebt selbstständiges Arbeiten. Bis auf die CNC-Maschinen könne er im 3. Lehrjahr schon alle Maschinen im Betrieb eigenhändig bedienen, sagt der Gebenstorfer stolz. Dass der Lernende etwas auf dem Kasten hat, hat er auch beim letztjährigen Aargauer Lehrlingswettbewerb «Holz unter Spannung» gezeigt. Sein Schlitten aus Eschenholz begeisterte die Schreinerjury und landete prompt auf dem ersten Platz. Es mache ihm Spass, etwas von A bis Z selber zu produzieren, schwärmt Merlin: «Besonders viel Freude habe ich am Küchenbau. Diese Arbeit ist sehr vielseitig und spannend, da jedes Projekt unterschiedlich ist und neue Herausforderungen mitbringt.» Verständlich, dass Merlin auch die Arbeit im KSB Spass macht, wo es doch die eine oder andere Küche zu montieren gibt.

Das Kantonsspital im Wandel

Nachdem das Spital im Mai 2015 das neue Parkhaus in Betrieb genommen hat, soll diesen Sommer der Kubus folgen. Bis im Herbst 2017 ist dann der Bau des Partnerhauses und bis 2021 der Spitalneubau geplant. ms

www.wefi.ch

Veröffentlichung: 04. Februar 2016 / Ausgabe 5/2016

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