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Jana entfernte die Türen und konstruierte stattdessen mit einer schwarzen MDF-Platte eine Sitzmöglichkeit. Bild: Cornelia Lampart


Jana entfernte die Türen und konstruierte stattdessen mit einer schwarzen MDF-Platte eine Sitzmöglichkeit. Bild: Cornelia Lampart
VSSM Solothurn. Den Ideen der Schreinerlernenden waren für den kantonalen Nachwuchswettbewerb kaum Grenzen gesetzt. Zum Wettbewerbsthema Change schufen die jungen Berufsleute aus alten Möbeln und neuen Materialien ausgefeilte Kombinationen.
«Ich finde die Idee toll, aus etwas Altem wieder etwas Neues zu machen», sagte Rebekka Böni aus Niedergösgen zum Wettbewerbs-thema «Change». «Schlussendlich ist das Geschaffene einzigartig und man kann sich dabei auch irgendwie selbst verwirklichen», fügte die 20-jährige Schreinerlernende hinzu. Für den Nachwuchswettbewerb setzte sie eine Idee um, die sie schon seit längerem im Kopf hatte. Ungefähr 40 Stunden arbeitete Rebekka, bis ihre Cellobar fertig auf dem Granitsockel stand. Das Instrument bekam sie von ihrem Geigenbauer umsonst. Ebenfalls gab er ihr noch Tipps zum Innenleben des Cellos, denn damit sich das Cello nicht verzieht, musste Rebekka beim Aufschneiden auf die Verstärkungen achten.
Auch Jana Röthlisberger aus Niedergösgen stiess auf einige Herausforderungen. Die 19-Jährige fand in einem Brockenhaus eine alte spanische Kommode, die sie zu einer Leseecke umgestaltete. «Vor allem die Beschläge zu entfernen, war nicht leicht. Sie waren mit Schraubnägeln befestigt, weshalb ich diese vorsichtig entfernen musste, um nicht zu viel zu beschädigen», erklärte sie. Zudem sei die Planung für ihr Projekt schwierig gewesen. Sie habe erst beim Auseinandernehmen gesehen, welche Teile sie weiterverwenden konnte und wo sie neues Material einsetzen musste.
Dario Bannwart (17) und Patrick Schneider (21) aus Zuchwil änderten zusammen ein Sideboard zu einem Stuhl ab. «Zeitlich hatten wir keine Probleme. Wir setzten uns jeweils ein Wochenziel und erreichten dieses bis Freitagabend auch», sagte Dario kurz vor Abgabeschluss. Ihr Sideboard aus massiver Buche teilten die beiden Lernenden und ergänzten das kleinere Stück mit einer Stuhllehne. «Die Herausforderung war, das lange Möbel aufzuschneiden. Ausserdem fehlten an den Möbelfüssen einige Ecken, die wir ausbessern mussten», so Dario. Die Wettbewerbsidee, aus Altem Neues zu machen, fand er wie Rebekka und Jana gut. Allerdings fehle einem im Alltag leider meist die Zeit dazu.
Die kreativen Umsetzungen des Wettbewerbsthemas liessen einen staunen. Jedes der nominierten Objekte hätte einen 1. Platz verdient, so die Jury. Dementsprechend fiel es auch schwer, den Sieger zu bestimmen. Als Anerkennung erhielten deshalb alle Teilnehmenden ein Preisgeld. Brian Drost aus Selzach gewann mit dem 1. Platz das grösste Taschengeld. Den 2. Platz teilten sich Matteo Haefeli aus Balsthal und Jonathan Künzli aus Laupersdorf. Den 3. Platz erreichte Noel Roth aus Messen. Jana Röthlisberger belegte Rang 7, Dario Bannwart und Patrick Schneider Rang 12, Rebekka Böni erreichte Rang 15.
Veröffentlichung: 14. Juli 2016 / Ausgabe 28-29/2016
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