Aus dem Nest in die Praxis

In zehn modularen Gebäudeteilen, den «Units», sollen blinde Flecken in der Baupraxis erhellt werden. Bild: Zooey Braun

Nest. Seit zehn Jahren werden auf dem Empa-Campus in Dübendorf ZH neue Lösungen für das Bauen unter realen Bedingungen erforscht und
erprobt. Innovationen sollen rasch den Weg in die Praxis finden.

2016 wurde mit Nest, kurz für «Next Evolution in Sustainable Building Technologies», in Dübendorf ZH ein modulares Forschungs- und Innovationsgebäude eröffnet. Seither entstanden zehn sogenannte «Units», in denen neue Materialien, Bauweisen und Technologien getestet werden. Rund 150 Partner aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand sind beteiligt; mehr als zehn Start-ups gingen aus den Projekten hervor. Themen wie digitale Vorfertigung, kreislauf-
fähiges Bauen oder prädiktive Steuerung, die vor zehn Jahren noch Nischenthemen waren, fliessen heute in die Planung und Umsetzung von Bauprojekten ein.

Digital planen und fertigen


Unter realen Bedingungen erprobt wurden neue digitale Planungs- und Fertigungsmethoden wie statisch optimierte Geometrien, hybride Holz-Beton-Konstruktionen und automatisierte Gebäudesteuerungen. So konnten neue Technologien nicht nur demonstriert, sondern auch validiert und gemeinsam mit Industriepartnern weiterentwickelt werden. Inzwischen steht laut Medienmitteilung zunehmend die Markt-fähigkeit im Fokus. Bei der 2024 eröffneten Unit «Step2» sollten die eingesetzten Komponenten bereits bei der Eröffnung bestellbar sein. Eine digital geplante und vorge-fertigte Geschossdecke verursacht gemäss Empa rund 40 Prozent weniger CO2-Emis-
sionen als eine herkömmliche Beton-Flachdecke. Das neue Deckensystem verfügt 
aus-serdem über eine integrierte Akustikdämmung und lässt sich als thermische Speichermasse nutzen.

Kohlenstoff im Gebäude speichern


Mit der nächsten Unit «Beyond.Zero» geht Nest noch einen Schritt weiter. Entwickelt werden CO2-negative Baustoffe und Dämmmaterialien auf Basis von Pflanzenkohle. Sie sollen Kohlenstoff im Gebäude speichern. Industriepartner sind von Beginn an beteiligt, damit Entwicklungen schnell auf den Markt gebracht werden können. Langfristig soll die natürliche Pflanzenkohle durch künstlich hergestellte Kohle aus atmosphärischem CO2 ersetzt werden.

Monika Hurni
www.empa.ch

Veröffentlichung: 09. Oktober 2026

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