Aus den Bergen für die Berge


Auf seinen Reisen nach Nepal nutzte Alex Abart (59) die Gelegenheit, seinem liebsten Hobby, dem Trekking, nachzugehen. Bild: PD (Alex Abart)


Auf seinen Reisen nach Nepal nutzte Alex Abart (59) die Gelegenheit, seinem liebsten Hobby, dem Trekking, nachzugehen. Bild: PD (Alex Abart)
Leute. Steile Hänge und Berge umgeben die Orte, an denen Alex Abart lebt und arbeitet. Seine Schreinerei liegt in Mitlödi im Glarnerland, und sein Wohnort ist nur ein paar Dörfer davon entfernt.
«Ich liebe die Berge viel mehr als das Meer», betont Abart. Es ist also nicht verwunderlich, dass es ihn nach Nepal zog, wo er in einem Bergdorf beim Aufbau einer Schreinerei mitgewirkt hat. Über den Rotary Club Glarus lernte Abart Leute kennen, die in diesem Dorf ein Hilfsprojekt am Laufen hatten. Dimil, so der Name des Dorfs, liegt auf 2736 Metern über Meer inmitten des Himalaya-Gebirges. Die rund 70 Einwohner lebten in ärmlichen Verhältnissen – ohne Wasseranschluss und mit offenem Feuer in den Häusern. Durch die Unterstützung vom Hilfsprojekt erhielt jedes Haus einen Wasseranschluss, und die offenen Feuerstellen wurden durch Holzöfen mit Abzugskaminen und Gaskochstellen ersetzt. Der Rotary Club Glarus entschied sich, in das Hilfsprojekt einzusteigen und ein Waschhaus mit Duschen mit Warmwasser aus Solarenergie, Toiletten und einer Waschmaschine – der ersten im Dorf – zu finanzieren. Da in Dimil auch Handwerker leben, die Holz bearbeiten, unterstützten die Rotarier ausserdem den Bau einer Holzwerkstatt. «Die Männer fertigen mit einfachsten Werkzeugen wunderschöne Möbel an», schwärmt Abart. Er zeigt Fotos von aufwendig verzierten Kommoden, Küchenbuffets oder Salontischen aus Pinienholz, welche die Handwerker nach der Fertigstellung auf Märkten für nur rund 30 Franken verkaufen.
Als es darum ging, die Werkstatt mit Maschinen auszurüsten, kam Abart ins Spiel. Im Auftrag des Rotary Club Glarus reiste er nach Dimil. Er machte sich ein Bild davon, was die Handwerker mit welchen Werkzeugen anfertigen, und besprach mit ihnen, welche Maschinen für die Schreinerei nützlich sein könnten. Ausgewählt wurden unter anderem eine kombinierte Hobelmaschine, eine Kreissäge, eine Bandsäge, diverse Handmaschinen und Handwerkzeuge. «Für mich war eine der schwierigsten Fragen: Machen wir es richtig, oder überfordern wir die Menschen?», berichtet Abart. In Werkstätten in Kathmandu und Salleri konnten die Handwerker aus Dimil lernen, wie sie die neuen Maschinen bedienen müssen. Vergangenen November war Abart für die Einweihung der Schreinerei erneut in Dimil. Er und seine Kollegen aus dem Rotary Club wurden mit Gesang und Tanz empfangen. Die eingerichtete Schreinerei zu besuchen, in der zurzeit sechs bis acht Männer arbeiten, war ein schöner Moment. «Ich helfe Menschen gerne, damit sie sich weiterentwickeln können», erklärt der 59-Jährige, der auch in seiner Schreinerei immer Lernende ausbildet. Abart bereiste Nepal bereits einmal vor rund zehn Jahren – also bevor er in das Projekt mit der Schreinerei involviert war. «Ich war schockiert, als ich damals in Kathmandu ankam. Die Stadt war unglaublich schmutzig. Der Smog war stark, und es roch vielerorts schlecht», erinnert er sich. «Dazu kamen die vielen Obdachlosen. Das ging mir nahe.»
Nachdem er auf dieser Reise die Stadt verlassen hatte und für ein Trekking aufs Land gereist war, änderte sich die Situation. Er begegnete einer wunderschönen Landschaft, in der die Luft rein und die Nächte sternenklar waren. Heute sei Kathmandu sauber, und es gebe sogar Ampeln. Dennoch bestätigt es ihm, was er schon immer gewusst hatte: «Ich bin absolut kein Stadtmensch», sagt Abart und lacht. Zu gerne lebt er in der Nähe der Berge. Denn von da aus kann er mit seiner Partnerin und deren Hund seinem liebsten Hobby nachgehen – dem Weitwandern.
Franziska Herren
Veröffentlichung: 09. Februar 2026 / Ausgabe 6/2026
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