Bessere Luft mit Holz Natur

Naturbelassenes Holz wie hier aus unbehandelter Zeder hat durch die Feuchteregulierung einen positiven Einfluss auf das Raumklima. Bild:Christian Härtel

 

Unbehandeltes, nicht oberflächenbeschichtetes Holz hat in Innenräumen einen grossen Einfluss auf das Raumklima, weil es sich hygroskopisch verhält. Ist die Luft trocken, gibt es Wasser an diese ab. Ist die Luft feucht, nimmt das Holz Wasserdampf aus der Luft auf. Jedes Holz im Innenraum steht im Austausch mit der Luftfeuchtigkeit des umgebenden Materials. Unbeschichtetes Holz ist in dieser Hinsicht deutlich wirksamer als beschichtetes Holz. Man spricht von der Feuchtepufferkapazität, die ein Material hat. Die Fachhochschule Rosenheim hat schon vor über 20 Jahren am Fraunhofer-Institut für Bauphysik diese Feuchtepufferkapazität für verschiedene Materialien unter realen Bedingungen untersucht.

Zur Erfassung der Feuchtepufferung unterschiedlicher Innenraumbekleidungen wurde der kalibrierte Testraum dabei mit unbehandelten Bekleidungen aus Nut- und Kammbrettern, Akustikelementen, Zellulosedämmelementen, Vollholzbohlen und Holzweichfaserplatten ausgekleidet.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass alle Bekleidungen aus Holz eine bessere Feuchtepufferwirkung aufweisen als ein herkömmlicher Innenputz. «Dadurch wird erreicht, dass die Luftfeuchte in Wohnräumen mit solchen Bekleidungen länger im hygienisch optimalen Feuchtebereich verweilt, als das bei verputzten Wänden der Fall ist», so die Verfasser der Studie.

Funktioniert deutlich besser ohne

Die untersuchten Innenraumbekleidungen zeigten untereinander grosse Unterschiede in ihrer Wirkung. «Während die unbehandelte Nut- und Kammschalung sowie die Holzbohlen die Raumluftfeuchteschwankungen um bis zu 70% dämpfen können, erreichen die Dämmelemente und die Akustikelemente nur eine Feuchtedämpfung, die 15 bis 30% besser ist als die Dämpfung durch einen Innenputz. Dies läge daran, dass die stark Wasserdampf sorbierenden Materialschichten dieser Elemente nicht direkt der Raumluft ausgesetzt sind.

Die Studienverfasser weisen darauf hin, dass alle untersuchten Bekleidungen die ermittelte Feuchtepufferkapazität nur dann aufweisen, wenn sie keine Oberflächenbehandlung erfahren.

Denn die Forschenden haben auch Versuche mit lackierten Oberflächen von akustisch wirksamen Birken- FU-Platten gemacht. Ihr Fazit: Die Feuchtedämpfung durch die Akustikelemente ist um etwa 30% geringer als bei der unbeschichteten Nut- und Kammschalung.

CH

Veröffentlichung: 23. April 2026 / Ausgabe 17/2026

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