Besucherboxen gegen die Einsamkeit

In der Besucherbox sind die Bewohner durch ein Plexiglas von den Besuchern getrennt. Bild: Alters- und Pflegeheim Risi

Besucherbox. Einsamkeit ist eine der negativsten Begleiterscheinungen der Coronakrise. Weil gerade ältere und kranke Menschen darunter leiden, verfügt das Alters- und Pflegeheims Risi in Wattwil SG nun über eine Besucherbox, die den Bewohnern einen geschützten Kontakt mit ihren Angehörigen ermöglicht.

Die Idee für die Besucherbox stammt von Georg Raguth, Heimleiter des Alters- und Pflegeheims Risi. Für ihn sei es wichtig gewesen, den Bewohnern und ihren Angehörigen in dieser schwierigen Zeit etwas Nähe zu ermöglichen. Die Besucherbox ist jeden Tag von 8 bis 10 Uhr geöffnet. In dieser Zeit bleiben alle Bewohner drinnen, um nicht in Kontakt zu kommen mit den Besuchern.

Einfache Konstruktion

Die Konstruktion sei ganz einfach gewesen, sagt Andreas Bösch vom technischen Dienst. Auf der Aussenseite des Gebäudes wurde ein einfacher Bretterverschlag, der von der Weihnachtsfeier übrig war, angebracht. Im Innern des Gebäudes, genauer gesagt in der Cafeteria, wurde eine Box mit einer Fläche von 3 m2 erstellt. Konstruiert ist sie aus einem Grund­rahmen aus Kantholz, beplankt mit weiss beschichteten Spanplatten, die nach jedem Besuch desinfiziert werden. «Die Platten habe ich auf Mass bei der Schreinerei Schmid bei uns in Wattwil bestellt und konnte sie noch am selben Tag abholen», sagt Bösch. «Ohne Schreiner geht es nicht.» 

Offene Atmosphäre

Um eine angenehmere und offenere Atmosphäre zwischen Bewohnern und Besuchern zu schaffen, sind die Flügel des grossen Fensters offen und die Boxen durch Plexiglas getrennt. Das Gespräch erfolgt über Telefonhörer. «Ähnlich wie im Gefängnis», sagt Raguth lachend. Mit seiner Idee hat er genau den Nerv getroffen. «Wir erhalten viele positive Rückmeldungen, und die Besuchszeiten sind praktisch immer ausgebucht.»

mh 

www.aphrisi.ch

 

Veröffentlichung: 16. April 2020

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