Der Winkel «SRA 300» von Sola passt in jede Familie

Familienzuwachs: Der Sola-Winkel bringt neue Funktionen und damit auch neue Möglichkeiten in mein kleines Sortiment an Winkeln. Bild: Christian Härtel

Christian Härtel macht den Test   Ein Winkel ist ein Winkel, und das hoffentlich für die Ewigkeit. Und doch kann man bei einem Werkzeug, das für alle Zeiten 90° markieren soll, so einiges anders, womöglich besser machen. Ob und wie der neue Schreinerwinkel von Sola mehr kann, als den rechten Winkel zu zeigen, das wollte Redaktor Christian Härtel herausfinden.

Winkel, Schmiege und Gehrmass in meiner Werkzeugkiste habe ich allesamt während meiner Ausbildung Anfang der 1990er-Jahre angeschafft. Bis heute macht das Qualitätswerkzeug aus dem Hause Ulmia Ott, was es soll: präzise Anrisse ermöglichen. Zwar inzwischen gezeichnet vom Gebrauch und dem manchmal rauen Einsatz auf Baustellen, zeichnet der Winkel immer noch exakt 90°. Mehr kann man eigentlich nicht erwarten, ausser es kommt etwas Neues, das mehr bietet als einen einfachen rechten Winkel.

 

Früher hatten das nur die Grossen

Wie mein alter 1000 mm langer Holzwinkel hat auch der neue Winkel von Sola eine Auflage, die man bei Bedarf zustellen kann über einen einfachen Schiebemechanismus. Eine wahrlich praktische Funktion, wenn man beim Anreissen den Winkel kurz loslassen muss, um den Beschlag zu greifen, oder den Bleistift ausser Reichweite am Arbeitsplatz liegen hat. Auch beim kantenparallelen Anreissen mithilfe der Bohrungen der Zunge (auch Klinge genannt) des Winkels bietet das Detail eine bessere Führung. So muss man nur noch darauf achten, dass der Schenkel (oder Griff) sauber an der Kante anliegt. Da der Winkel mit der Auflage beim Anriss aber kaum mehr kippeln kann, ist es viel einfacher, damit zu arbeiten als ohne Auflager.

Die Anreissnadel immer dabei

Im Griffstück des Winkels ist eine Anreissnadel untergebracht. Diese dient neben dem Anriss auch als Anschlag für die Winkelmarkierungen. Denn auf der Stahlzunge befinden sich nicht nur Bohrungen zum parallelen Anriss im 5-mm-Raster, sondern auch zum Abtragen von Winkeln zwischen 10° und 80°. Die Gehrungslinie bei 45° lässt sich einfach über den Anschlag am Schenkel abnehmen.

Gutes Detail: Der Gehrungsanschlag am Griffstück ist etwas breiter ausgeführt. So liegt der Winkel sicher an und erleichtert das exakte Anreissen von Gehrungen.

Für die Genauigkeitsansprüche eines Schreiners ungenügend ist dagegen die Winkelabtragung mittels Nadel und Bohrung. Legt man den Winkel mit der eingesteckten Anreissnadel an die Werkstückkante, verkantet diese etwas in der Bohrung. Je länger der Riss, desto grösser wird dann die Ungenauigkeit. Beim Messen der Durchmesser stelle ich fest, dass die Differenz minimal ist. Die Nadel hat 2,9 mm Durchmesser, die Bohrungen sind lediglich fünf Hundertstel Millimeter grösser. Da es auch ein wenig Spiel für die Gängigkeit braucht, ist das bei Weitem keine triviale Aufgabe für die Produktentwicklung.

Die Balance stimmt

Der Winkel ist mit 237 g Gewicht nur 10 g schwerer als mein alter Ulmia-Winkel, der aber 50 mm kürzer ist. Die Balance zwischen Gewicht und Solidität scheint ausgezeichnet. Auch die stark kontrastierenden, lasergravierten Skalierungen auf beiden Seiten der Zunge tragen zum guten Eindruck des Werkzeuges bei. Während mein alter Winkel mit Gratverbindungen von Palisanderholz und Messing ausgeführt ist, setzt Sola beim Griffstück komplett auf Aluminiumdruckguss. Die Zunge ist wie üblich bei einem Schreinerwinkel aus dem bewährten Federstahl gefertigt.

Zu guter Letzt

Mit einem Listenpreis von 32 Franken weist der Winkel ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auf, zumal der «Sola SRA 300» mehr bietet als nur den rechten Winkel. Wie gut ein Werkzeug tatsächlich ist, hängt am Ende massgeblich davon ab, welche Güte in den Materialien steckt und wie hoch die Qualität in der Produktion ist. Beides zeigt sich erst im Laufe der Zeit. Meine alten Messwerkzeuge haben inzwischen rund 35 Jahre auf dem Buckel. Zugegeben, der Holzwinkel ist nicht mehr genau, den müsste ich abrichten. Die anderen Werkzeuge aber sind nach wie vor exakt. Und das ist am Ende die Hauptsache. Der Familienzuwachs ist in jedem Fall willkommen, und sicher werde ich den Sola-Winkel gerne benutzen. So kann mein alter nun in den wohlverdienten Ruhestand der Reserve gehen.

www.sola.at/de-ch

Christian Härtel

Veröffentlichung: 27. August 2026 / Ausgabe 35/2026

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