Die etwas andere Einrichtungsmesse

Bild: Andreas Brinkmann Schon zum neunten Mal lockte die Design-Ausstellung «Neue Räume 17» die Besucher in die «ABB Eventhalle 550» in Oerlikon ZH. Bild: Andreas Brinkmann

Möbelmanufakturen.  Designmöbel sind Objekte, die das Lebensgefühl einer bestimmten Zeit über Generationen weitertragen können. Die Ausstellung «Neue Räume 17» gab Besuchern wieder die Möglichkeit, einen Einblick in die Szene zu erhalten und Neues zu entdecken.

Wenn in Zürich Oerlikon die Tore zur Design-Ausstellung «Neue Räume» öffnen, dann geht es nicht um trendig und hübsch gestaltete Dinge, die als Wohnprogramm räumeübergreifendes, gleichförmiges Einrichten ermöglichen. Es geht um funktional, ergonomisch, überraschend und im Zeitgeist gestaltete Objekte. Diese sollen in sich stimmig eine besondere Note in der persönlichen Einrichtung setzen. Unikate, die zum eigenen Puzzlestein im Leben werden.

Raumgreifend aktiv

Am 15. November 2017 war es wieder so weit. Während fünf Tagen konnten alle interessierten Personen in der «ABB Eventhalle 550» nach neuen Schätzen Ausschau halten. Über 100 nationale und internationale Aussteller teilten sich die 8000 m2 Ausstellungsfläche in der alten Fabrikhalle. Die meisten davon Manufakturen, die sich dem Möbelbau verschrieben haben. Und erfreulich viele Vertreter davon waren Schweizer Unternehmen.

Sonderschauen und zahlreiche Abendveranstaltungen rundeten das Angebot ab und sollten junges sowie gestandenes Design dem Besucher näherbringen und ausserdem eine Förderplattform bieten. Zeitgleich fand auch die «Neue Räume in the City» statt. Dabei wurden in ausgewählten Geschäften in der Innenstadt von Zürich Möbel, Leuchten und Textilien im vorhandenen Umfeld gestalterisch ansprechend in Szene gesetzt.

Ein anspruchsvolles Standbein

Manufakturen unterscheiden sich in der Regel von anderen Möbelproduzenten wie das Handwerk von der Industrie. Auch wenn die Herstellungsmethoden einander durch die modernen produktionstechnischen Möglichkeiten näher gekommen sind: Der Begriff Manufaktur legt schon in seiner Bedeutung nahe, dass besonderer Wert auf ausgesuchte Materialien und individuelle, meist handwerkliche Fertigung gelegt wird, womit eine grössere Serienfertigung in der Regel entfällt. Etliche Möbelanbieter aus dieser Messe sind daher auch nicht nur mit der Fertigung von Möbeln beschäftigt, sondern pflegen dieses Standbein als etwas ganz Besonderes.

Nutzungshorizont erweitern

Die Möbelbranche ist im Umbruch und in der Schweiz erst recht (siehe SZ Nr. 44/2017).So ist es auch nicht verwunderlich, dass etwa der Thurgauer Büromöbelhersteller Zurbuchen AG neben seinem auch für den Wohnbereich konzipierten Korpussystem «Tamos M5» liniengefräste Bilder präsentiert. Damit schafft das Unternehmen einen visuellen Übergang zu seinen Akustikwänden und der Gestaltung im Wandbereich. Denn nutzungsdurchmischte Räume, wie sie aktuell immer mehr gewünscht werden, wirken nicht nur durch das Einbringen von tollen Möbeln, sondern durch die Interaktionen von Räumen und den darin enthaltenen Objekten.

Viele der durchwegs hochwertig verarbeiteten Ausstellungsstücke sind für ganz unterschiedliche räumliche und funktionale Situationen geeignet und wohl auch entworfen worden. Damit wird dem Anwender die Chance geboten, auch bei wechselnden Anforderungen gerüstet zu sein. Beispielsweise lassen sich alle gezeigten Regale für den reinen Wohn- wie auch Arbeitsbereich verwenden.

Kombinieren fremder Teile

Gerade die Kleinräumigkeit einer solchen Messe, wo die Objekte unterschiedlichster Hersteller recht nahe beieinander stehen, macht deutlich, wie bereichernd das Zusammenspiel verschiedener Komponenten ist. Das bewusste Platzieren einzelner Möbel oder Möbelgruppen lässt die unterschiedlichen Nutzungsbereiche miteinander interagieren. Aktiv- und Ruhezohnen finden eine wohnliche Zusammengehörigkeit, die inspirierend wirkt. Und der Besucher braucht durch solch räumlich engere Präsentationen nicht zu viel Fantasie, um sich Zusammenstellungen selbst vorstellen zu können.

Die gute Kombinierbarkeit führt letztendlich dazu, dass es einfacher ist, bestehende Räume mit den vorhandenen Möbeln immer wieder umzugestalten. Die Sortimentserweiterungen der Hersteller leisten noch ein Übriges dazu, denn beispielsweise ein bequemer Sessel mit Sichtholzgestell wie der von SchindlersalmerÓn wird sich vielen Situationen anpassen.

www.neueraeume.chwww.zurbuchen.comwww.schindlersalmeron.comwww.luond.comwww.strasserthun.chwww.ign.swisswww.solid-holz.ch

ab

Veröffentlichung: 30. November 2017 / Ausgabe 48/2017

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