Nürnberg als Schaufenster der Branche

Die vier Meter hohen Eingangstüren aus der Luxuskollektion des polnischen Türenherstellers Roka zogen viele Blicke auf sich. Das motorisierte Pivot-System «Roka R-Core» feierte an der Messe eine Weltpremiere. Bild: Sven Bürki

Fensterbau Frontale.  75 000 Besucher verzeichnete das Messedoppel Holz-Handwerk und Fensterbau Frontale in Nürnberg vergangene Woche – genau gleich viele wie vor zwei Jahren. Auch die Schreinerzeitung war wieder dabei und berichtet in zwei Teilen von der Messe.

Für viele Kenner der Holzbranche ist der Ausflug nach Nürnberg (D) alle zwei Jahre Pflicht – so auch für die Schreinerzeitung. Aufgrund der Fülle an spannenden Produkten erfolgt die Berichterstattung in zwei Teilen. Passend zur Fensterausgabe ist nachfolgend der Bericht der Frontale zu finden. Derjenige zur Holz-Handwerk folgt in der Printausgabe der nächsten Woche.

Praxisnahe Wissensvermittlung

1022 Ausstellende aus 47 Ländern nutzten die Plattform der arrivierten Messe und präsentierten vom Dienstag bis am Freitag vergangener Woche ihre Neuheiten. Damit verzeichnete die Messe ein Plus von 49 Ausstellenden. «Die Atmosphäre lebt von der Leidenschaft dieser Branche. Die Fensterbau Frontale ist der Ort, an dem sich die Community orientiert, Inspirationen einholt und weiterentwickelt», erklärte Elke Harreiss, Abteilungsleitung der Frontale, in einer Mitteilung. Dass das Messeduo gewachsen ist, zeige, wie wichtig dieser Austausch gerade jetzt sei. Die beiden Veranstaltungen verbinden seit jeher praxisnahe Wissensvermittlung mit strategischen Zukunftsthemen.

Plattform für Innovationen

75 000 Besucherinnen und Besucher aus 117 Ländern nutzten laut dem Messebericht die Gelegenheit, sich über die Neuheiten der Branche zu orientieren, mit Herstellern und Händlern in Kontakt zu treten und ihr Netzwerk zu erweitern. So wurde Nürnberg erneut zum Herzstück der internationalen Fenster-, Türen-, Fassaden- und Holzhandwerksbranche, und das Messedoppel bestätigte seine Rolle als zentraler Branchentreffpunkt sowie als Plattform, die Innova- tionen sichtbar macht.

Erster Innovation Award

Im Rahmen der Frontale wurde erstmals ein Innovation Award verliehen. Eingereicht wurden 39 Neuheiten. Der Preis für «herausragende Produktentwicklungen» ging an die Remmers GmbH für die wasserbasierte Imprägnierung Induline I-130. Diese überzeugte durch ihren physikalischen Schutz vor Feuchtigkeit und die Rezyklierbarkeit. Sie enthält keine filmkonservierenden oder Holz schützenden bioziden Wirkstoffe und ermöglicht damit die Rückführung der Holzerzeugnisse in den Wertstoffkreislauf.

Das nächste Messedoppel aus Holz-Handwerk und Fensterbau Frontale findet getreu dem Zweijahresrhythmus vom 28. bis am 31. März 2028 statt.

www.frontale.dewww.holz-handwerk.de

Smarte Zutrittslösungen

Das «SmartAccess Modul (SAM)» von Fuhr ermöglicht das schlüssellose Öffnen von Türen via Smartphone. Die Bedienung erfolgt per App – unabhängig von einer Internetverbindung oder einem Cloud-Dienst. Neu stellte das Unternehmen den biometrischen «SmartAccess multiscan» vor, der die Türöffnung per Fingerabdruck ermöglicht. Er ergänzt die «SmartAccess»-Serie und kann auch über die App des Zutrittssystems verwaltet werden.

www.fuhr.de

Dichtschiene für Schiebetüren

Mit der Schiebetürdichtschiene «Planet SD» zeigte die Assa Abloy (Schweiz) AG eine neue Dichtungslösung für den Bereich des Türsturzes bei Schiebetüren. Die Dicht- schiene ergänzt die Absenkdichtung «Planet SN», welche den unteren Türspalt schliesst. Da die Bedienkräfte des Systems sehr gering sind, ist es kompatibel mit Komfortlösungen wie Soft-Close- bzw. Pull-in-Dämpfungen. Die Schiebetürdicht-schiene «Planet SD» wird voraussichtlich ab Juni verfügbar sein.

www.assaabloy.ch

Für Türen ohne Schlüsselloch-Bohrung

Mit den «MiniLock»-Rosetten von Hoppe lassen sich Innentüren ohne Schlüssel von innen verriegeln. Dazu befindet sich auf der Rosette ein leicht zugänglicher Schiebeknopf, der vorzugsweise mit dem Daumen bedient wird. Die Bauteile der Garnitur werden mittels Steckverbindungen zusammengefügt – die Montage an der Tür erfolgt mit einer einzelnen Schraube.

www.hoppe.com

Neues Schwellenprogramm

Roto präsentierte die nächste Generation thermisch getrennter Bodenschwellen für ein- und zweiflüglige Haus-, Balkon- und Terrassentüren. Das modular aufgebaute Schwellenprogramm «Roto Cross Tec» umfasst zwei Ausführungen: «Cross Tec Classic» für Schwellenhöhen bis 20 mm sowie «Cross Tec Zero» mit 0 mm Aufbau für barrierefreie Schwellen gemäss DIN EN 18040. Bei der «Custom»-Variante können die Schwellen auch abgelängt und vormontiert bestellt werden.

www.roto-frank.com

Schrauben im Sekundentakt

Das dänische Unternehmen Bölltec zeigte sogenannte Schraubautomaten und handgeführte Schraubsysteme. Solche Systeme kommen vorwiegend bei gleichbleibenden Verschraubungen in hoher Stückzahl zum Einsatz. Auf dem Bild zu sehen: das Schraubsystem «Basic Comfort» mit Zuführsystem. Dabei führt ein Wendelförderer, wie man ihn auch von den Dübeleintreibaggregaten bei der CNC kennt, die Schrauben kontinuierlich dem Handstück zu. Das System verfügt über eine integrierte Tiefenkontrolle sowie Einstellungsmöglichkeit für das Drehmoment. Das «Basic Comfort»-Schraubsystem eignet sich für Schrauben bis 50 mm Schaftlänge mit einem Kopfdurchmesser bis 13 mm und einem Schaftdurchmesser zwischen 2 und 8 mm.

www.bolltec.com

Brint Bewegung in grosse Formate

Das Pivot-Antriebssystem «Axira» von Geze ermöglicht das automatische Öffnen von grossformatigen Pivot-Türen mit einem Flügelgewicht von bis zu 450 kg. So sind Abmessungen bis zu 2,4 m Breite und 4 m Höhe möglich. «Axira» ist das erste nach Norm EN 16005 zertifizierte und geprüfte Antriebssystem für Pivot-Türen auf dem Markt, wie das Unternehmen vermeldet.

www.geze.de

Digitaler Produktpass

Nebst dem Sortiment an Beschichtungssystemen präsentierte Remmers das herstellerübergreifende Branchenprojekt «ID4WIN». Kern dieses Projektes ist eine digitale Bauteilkennzeichnung über den ganzen Lebenszyklus eines Fensters hinweg. Über einen QR-Code (Glas.ID) auf dem Abstandhalterrahmen des Glases können alle relevanten Produktinformationen abgerufen werden – zum Beispiel die verwendeten Materialien, Komponenten oder die Daten zur Herstellung. Auch sämtliche Dokumente, Zertifikate sowie die Sicherheitsdatenblätter und Recyclinghinweise lassen sich auf diese Weise hinterlegen. Dieser digitale Produktpass (DPP) ist ein europäisch geregeltes digitales Informationssystem, das schrittweise und über die neue Bauprodukteverordnung verbindlich wird, um Transparenz, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft für Bauprodukte sicherzustellen.

www.remmers.com

Neue Fugendichtbänder

Würth zeigte mit dem «U-1050», dem «U-1050 High Performance», dem «750» und dem «600 SF» neue Fugendichtungsbänder in ihrer «VKP Trio»-Familie. Die vorkomprimierten und imprägnierten Dichtungsbänder eignen sich zur Abdichtung von Fenstern und Türen und sind ab diesem Monat lieferbar.

www.wuerth.com

MH, SB

Veröffentlichung: 02. April 2026 / Ausgabe 14/2026

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