Die Holzkette hält, was sie verspricht

Am Stand der Schreiner erhielten die Nistkästen den letzten Schliff. Bild: Tanja Glanzmann

Sektion BErn.  Rund 37 000 Besucherinnen und Besucher, über 1100 gebaute Nistkästen und ein starkes Netzwerk: Die Sonderschau «Vom Waud id Stubä» in Thun machte die Wertschöpfungskette Holz mit allen Sinnen erlebbar, auch dank der Beteiligung der Schreiner.

Schon beim Betreten der Halle an der Oberländischen Herbstausstellung (OHA) in Thun wurde klar, worum sich alles dreht: Der Duft von frischem Föhrenholz lag in der Luft und sorgte für eine besondere Atmosphäre. Unter der Federführung von Lignum Holzwirtschaft Bern präsentierte sich während zehn Tagen die Berner Wald- und Holzwirtschaft. Mit dabei waren der Schreinermeisterverband Berner Oberland und der Schreinermeisterverband Kanton Bern. Die Sonderschau «Vom Waud id Stubä» machte sichtbar, wie viele Stationen das Holz auf seinem Weg vom Wald bis zum Produkt durchläuft und wie eng die Akteure der Holzbranche zusammenarbeiten.

Nistkästen begeisterten Jung und Alt

Beim Bau von Nistkästen war Selbstanpacken angesagt, und die Besucherinnen und Besucher konnten die Zusammenarbeit in der Holzkette gleich selbst erleben. Den Anfang machte der Stand von Holzindustrie Schweiz (HIS), wo der Bausatz für den Nistkasten abgeholt werden konnte. Dann ging es weiter zu den Zimmerleuten, die beim Zusammenbauen unterstützten. Den letzten Schliff erhielten die Nistkästen schliesslich bei den Schreinern, bevor sie mit nach Hause genommen werden durften.

Das Angebot entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten: Über 1100 Nistkästen entstanden während der zehn Messetage. Die Nachfrage war so gross, dass die vorbereiteten Bausätze gleich zweimal nachproduziert werden mussten.

Wie gut das Netzwerk funktioniert, zeigte sich eindrücklich am letzten Messewochenende: Am Samstagabend waren die Bausätze erneut aufgebraucht. Bereits gut zwölf Stunden später stand für den letzten Tag wieder eine grössere Anzahl bereit. Die beteiligten Akteure organisierten kurzfristig das benötigte Material, packten gemeinsam an und sorgten dafür, dass auch am Sonntag weitergebaut werden konnte. Damit wurde das Motto «Vom Waud id Stubä» ganz praktisch vorgelebt: Die Glieder der Holzkette griffen ineinander, vom Material über den Zusammenbau bis hin zum fertigen Nistkasten.

Besonders schön war, dass die Freude am Handwerk keine Altersgrenzen kannte. Nicht nur Kinder, sondern Besucherinnen und Besucher aller Generationen bauten mit Begeisterung mit. Wenn am Ende der fertige Nistkasten in den Händen gehalten wurde, gab es viele strahlende Gesichter. Für die beteiligten Lernenden und Fachleute war dies wohl die schönste Belohnung für ihren Einsatz.

Schreinerlernende als Botschafter

Einen grossen Teil des Schreinerstandes betreuten Schreinerlernende. Sie begleiteten die Besucherinnen und Besucher bei den letzten Arbeitsschritten, beantworteten Fragen und vermittelten ihre Freude am Schreinerhandwerk. Gleichzeitig sammelten sie wertvolle Erfahrungen im Kontakt mit dem Messepublikum und präsentierten ihren Beruf authentisch und sympathisch.

Nach zehn abwechslungsreichen und arbeitsintensiven Messetagen blicken die Beteiligten mit Freude auf die OHA 2026 zurück. Die vielen persönlichen Gespräche, das grosse Interesse und die zahlreichen positiven Rückmeldungen machten den Einsatz zu einem besonderen Erlebnis. Und auch über die Messe hinaus dürfte die Sonderschau Spuren hinterlassen: Über 1100 Nistkästen haben ein neues Zuhause gefunden und warten nun auf ihre gefiederten Bewohner. Die Meisen im Berner Oberland haben also die Qual der Wahl, wo sie einziehen wollen.

www.bernerschreiner.chwww.schreiner-berneroberland.ch

Tanja Glanzmann, VSSM Bern

Veröffentlichung: 10. September 2026 / Ausgabe 37/2026

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