Die Medaillen sind vergeben

Die Medaillengewinner der Kategorie Möbel mit Bundesrat Guy Parmelin (von links): Florian Muri (Silber), Schweizermeister Elmar Wyrsch und Loïc Santschi (Dritter). In der Disziplin Massivholz haben Santschi und Wyrsch die Plätze getauscht. Muri wurde erneut Zweiter. Bild: Swiss Skills

Berufsmeisterschaften.  An den Swiss Skills in Bern sind die Schweizermeister gekürt worden. Gewonnen haben Elmar Wyrsch aus Attinghausen (Kategorie Möbel) und Loïc Santschi aus La Chaux-de-Fonds (Massivholz). Beide haben sich für die World Skills 2024 in Lyon qualifiziert.

Sie wussten gar nicht, was sie sagen sollten, sondern strahlten um die Wette. Kurz nach der Siegerehrung der Disziplin Möbel im Rahmen der Swiss Skills, der zentralen Berufsmeisterschaften, die vom 7. bis 11. September in Bern stattgefunden haben, konnten es Elmar Wyrsch (Attinghausen UR / Sieger), Florian Muri (Marbach LU / Zweiter) und Loïc Santschi (La Chaux-de-Fonds NE / Dritter) noch gar nicht fassen, dass sie eine Medaille gewonnen haben.

Noch grösser war ihre Freude nach der zweiten Siegerehrung, jener der Kategorie Massivholz: Denn die gleichen drei Schreiner sicherten sich auch den zweiten Medaillensatz. Einfach in einer anderen Reihenfolge. Diesmal gewann Santschi vor Muri und Wyrsch.

Zwei Aufgaben innert vier Tagen

Die Schreinernationalmannschaft, die sich dieses Jahr aus einer Frau und acht Männern zusammensetzt, hat in vier Tagen zwei Wettkämpfe bestritten. Zuerst die Disziplin Möbel, bei der sie in 15 Stunden ein kleines Beistellmöbel mit Tür, Schublade und mit verschiedenen Eckverbindungen, Furnierarbeiten und Füllungen fertigen musste. Danach folgte die Disziplin Massivholz, bei der es in 14 Stunden ein gotisches Kippfenster mit komplexen Verbindungen zu produzieren galt. Anschliessend haben die Experten die Objekte in über 150 Bewertungspunkten beurteilt.

Wyrsch hat seinem Vater nachgeeifert

«Als unsere Namen eingeblendet wurden und wir hinter die Bühne mussten, war uns klar, dass wir eine Medaille haben. Aber nicht welche», schilderte der 18-jährige Urner Wyrsch. «Da begann das Herz wie wild zu klopfen.» Er könne es noch gar nicht fassen, dass er Schweizermeister sei und an den World Skills in Lyon (F) teilnehmen dürfe. «Es war schwierig abzuschätzen, wie das Ergebnis herauskommt. Ich glaube, es waren einige eng zusammen.» Die Goldmedaille sei sein Ziel gewesen. «1989 hatte mein Vater an der WM mitmachen dürfen. Ich wollte es ihm gleichtun. Unglaublich, dass das geklappt hat.» Dass er beim Massivholz auch Bronze geholt hat, rundet die starke Leistung von Wyrsch ab. «Der Massivholz-Wettbewerb ist mir zu Beginn nicht so gut gelaufen. Ich war zeitlich im Rückstand. Ich konnte aber aufholen und wurde knapp mit dem Aufgabenobjekt fertig.»

Das Grobe liegt Santschi mehr

«Ich konnte mein Kippfenster fertigstellen und hatte ein gutes Gefühl», sagte Loïc Santschi über seinen Sieg beim Massivholz. «Als ich die Objekte der anderen sah, hoffte ich auf eine gute Platzierung. Dass ich nun Erster bin, ist sehr schön.» Ihm liege die Arbeit des Massivholzschreiners besser als das feine Arbeiten an Möbeln. Der 19-jährige Neuenburger darf ebenfalls an den World Skills in Lyon teilnehmen. Er hat kürzlich seine Schreinerlehre abgeschlossen und eine Zweitausbildung als Landwirt angefangen. «Diese dauert zwei Jahre und ich bin auf dem Betrieb meines Vaters angestellt», erzählt Santschi. «Ich bin deswegen flexibel und sicher, dass ich die Lehre und das Schreiner-Training verbinden kann. Ich freue mich sehr.»

Bei Muri überwiegt die Freude

Florian Muri hat zweimal Silber gewonnen. «Dass ich den Sieg verpasst habe, ist irgendwie etwas enttäuschend, aber die Freude überwiegt», sagt der 20-jährige Luzerner. «Sich auf die WM vorzubereiten, bedeutet einen riesigen Aufwand. Es stimmt so für mich.» Obwohl er mehr der Möbelschreiner sei, sei ihm der Massivholz-Wettbewerb besser gelungen. «Ich hatte im Vergleich zu den anderen weniger Probleme, den Plan zu verstehen. Die Swiss Skills waren eine schöne Erfahrung.»

Die Ranglisten

Kategorie Möbel

1. Elmar Wyrsch, Attinghausen UR (Lehrbetrieb Mengelt & Gisler AG, Flüelen UR): 67,62 Punkte. 2. Florian Muri, Marbach LU (Stadelmann Schreinerei GmbH, Escholzmatt LU): 64,27. 3. Loïc Santschi, La Chaux-de-Fonds NE (Menuiserie Kaufmann SA, La Cibourg NE): 64,09. 4. Laura Leimgruber, Fahrwangen AG (Ruepp Schreinerei, Sarmenstorf AG): 63,13. 5. Elia Wettstein, Gerlikon TG (Schreinerei Fehlmann, Müllheim TG): 62,35. 6. Simon Vogel, Alberswil LU (Kaufmann Schreinerei AG, Altishofen LU): 58,43. 7. Tim Schwab, Les Ponts-de-Martel NE (Menuiserie Lehmann, Les Ponts-de-Martel): 57,41. 8. Matteo Bussinger, Frauenfeld TG (Schreinerei Fehlmann, Müllheim): 46,40. 9. Julien Caillat, Onex GE (Ebenisterie Rajic, Perly GE): 34,82.

Kategorie Massivholz

1. Santschi: 64,21 Punkte. 2. Muri: 60,83. 3. Wyrsch: 59,51. 4. Vogel: 52,16. 5. Wettstein: 48,98. 6. Schwab: 48,80. 7. Leimgruber: 41,72. 8. Bussinger: 33,52. 9. Caillat 30,32.

Nicole D’Orazio

Veröffentlichung: 15. September 2022 / Ausgabe 37/2022

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