Die Umgebung hat sie stets im Blick

Das grosse Hobby der Schreinerin Kimberlee Thomis (21) ist das Rettungsschwimmen. Bild: PD

Leute. Kimberlee Thomi aus Frutigen im Berner Oberland ist eine engagierte junge Schreinerin. Das grosse Hobby der 21-Jährigen ist das Rettungsschwimmen. 

«Ist das wie bei Baywatch?», wird Kimberlee Thomi oft gefragt, wenn sie von ihrem Hobby erzählt. «Ich sage dann ja, obwohl ich die Serie noch nie gesehen habe. Aber ich weiss, dass sie sich um Rettungsschwimmer in den USA dreht.» Die 21-Jährige aus Frutigen BE gehört zur SLRG Thun-Oberland, einer Sektion der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft. Es sei spannend, dass in der Schweiz das Rettungsschwimmen sofort mit der Kultserie aus den 1990ern verbunden wird, statt als Sport wahrgenommen zu werden. «In Australien zum Beispiel hat Rettungsschwimmen einen sehr hohen Stellenwert.»

Seit fünf Jahren in der SLRG

Dass ihr Hobby nicht zu den populärsten Sportarten gehört, stört Thomi nicht im Geringsten. «Früher war ich im Schwimmclub. Vor etwa fünf Jahren bin ich der SLRG beigetreten.» Sie mag die tolle Gemeinschaft in der durchmischten Gruppe. Auch Wettkämpfe in der ganzen Schweiz werden bestritten. «In Vierergruppen müssen wir dabei verschiedene Aufgaben lösen. Zum Beispiel Leute abschleppen oder nach Puppen tauchen.» Dazu müssen alle Rettungsschwimmenden ihre Brevets aktuell halten, wissen, wie sie sich im Pool, Fluss oder See verhalten müssen und bezüglich der Ersten Hilfe fit sein.

Einen Ernstfall hat Kimberlee Thomi noch nie erlebt. Zum Glück, wie sie sagt. «Wir machen sehr viel Prävention, ich habe auch schon Aufsicht gemacht. Aber passiert ist noch nie was.» Normal baden könne sie indes aber nicht mehr. Immer hält sie automatisch die Augen offen und beobachtet ihre Umgebung und die anderen Personen. Einige ihrer «Gspänli» arbeiten regelmässig in einer Badi oder sind gar Bademeisterin oder -meister. «Das möchte ich aber nicht. Ich arbeite viel zu gerne als Schreinerin.»

Sie mag momentan temporäre Jobs und deren Abwechslung

Im Sommer 2024 hat Thomi die Lehre als Schreinerin EFZ an der «Lädere», der Technischen Fachschule Bern, abgeschlossen. Das Praktikumsjahr, das vierte Jahr der Ausbildung, absolvierte sie bei der Luag AG in Krattigen BE. «Seither arbeite ich temporär und hatte rund sieben unterschiedliche Jobs. Ich mag die Abwechslung und mache fast alles, egal ob Bankraum oder Montage. Ich arbeitete sogar bei der BLS Schifffahrt als Schreinerin», erzählt die Berner Oberländerin. Wobei, die Montage reizt sie derzeit am meisten. «Ich finde es toll, auf der Baustelle andere Handwerker zu treffen und ab und zu mit der Bauherrschaft zu tun zu haben.» Momentan arbeitet sie in Gstaad BE im Innenausbau von Altholzchalets.

Kürzlich hat Thomi die Ausbildung zur eidgenössischen Fachmonteurin abgeschlossen. «Mittlerweile besitze ich meine eigene Montageausrüstung, über die ich meine Abschlussarbeit geschrieben habe.» Und letztes Jahr hat sie sich mit der Lastwagenprüfung einen Traum erfüllt. «Vielleicht kann ich diese künftig auch beruflich nutzen, ähnlich wie die Motorbootprüfung, die ich bei der SLRG bei Übungen oder der Aufsicht auf dem See einsetzen kann», sagt sie.

Für eine Auszeit nach Ägypten

Im Oktober nimmt die junge Frau eine Auszeit. Sie geht nach Ägypten, wo sie in der Mission einer befreundeten Familie mithelfen wird. «Was ich genau mache, weiss ich noch nicht. Es gibt verschiedene Projekte. Ich werde dort anpacken, wo meine Hilfe gefragt ist.» Wie lange sie bleibt, kann sie nicht sagen. «Ich komme aber sicher wieder nach Hause. Denn ich mag meinen Beruf als Schreinerin zu sehr. Für mich ist es eigentlich mehr ein Hobby als eine Arbeit. Denn ich gehe jeden Tag gerne arbeiten.»

Nicole D’orazio

Veröffentlichung: 02. Juli 2026 / Ausgabe 27-28/2026

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