Ein geglücktes Familienabenteuer

Der als Wohnung umgebaute Anbau orientiert sich in Kubatur und Optik am einstigen Schopf. Bild: Peter Graf

Denkmalpflege.  Sanierung und Umbau des Röslihauses in Herznach AG erforderten sorgfältige Planung und Umsetzung – und viel Geduld. Doch für Cornelia und David Kläusler, den früheren Präsidenten der VSSM-Sektion Aargau, war das Vorhaben ein Herzensprojekt.

Lange Jahre schlief das Haus am Lindenplatz 1 in Herznach einen Dornröschenschlaf. Ein gewisser Andreas Leimgruber liess das Kleinbauernhaus 1850 erbauen. 1991 verstarb die letzte Bewohnerin, Rösli Leimbacher, nach der das Haus benannt ist. Seither wohnte niemand mehr in der Liegenschaft, die im Besitz der Gemeinde war. Bis nun vor Kurzem Nadine Kläusler, frischgebackene Malermeisterin, in den sanierten und umgebauten Anbau einzog.

Gut Ding will Weile haben

Doch bis dahin gingen einige Jahre ins Land. 2011 erwarben Nadines Eltern, Cornelia und David Kläusler, das «Röslihaus» von der Gemeinde. Kläusler, der frühere Präsident der Sektion Aargau des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM), betreibt in Herznach eine eigene Schreinerei. Für ihn, der über das notwendige Fachwissen und handwerkliche Können verfügt, lag es damals nahe, «eines der schönsten Häuser» in Herznach zu erwerben und es 2013 unter Denkmalschutz stellen zu lassen. In der Folge hat er in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und Fachspezialisten in das gemauerte Juragiebelhaus mit der typischen Fricktaler Fassade aus Kornbergstein viel Zeit, aber auch Geld investiert. Unterstützt wurde er dabei von Anfang an von seiner Tochter Nadine, die damals in der Ausbildung zur Malerin stand.

Eine Zwischenetappe war Ende September 2019 erreicht. Gemeinsam mit der Denkmalpflege luden Kläuslers zu einem Tag der offenen Tür ein. Beim Besuch des Haupthauses fühlte man sich in die Vergangenheit versetzt, konnten doch nebst den farblich freundlich gehaltenen Räumen auch alte Gerätschaften, die Küche und der schöne Kachelofen sowie Möbelstücke aus längst vergangenen Zeiten bestaunt werden. Dies alles wurde so belassen.

Historisches und Modernes zusammen

Viele Besitzer denkmalgeschützter Liegenschaften fürchten sich vor Umbauten und den damit verbundenen denkmalpflegerischen Auflagen. Nicht so David und Cornelia Kläusler. «Ich war mir stets im Klaren, dass dieses Herzensprojekt zu einer Herausforderung wird. Für mich stand die Realisierung von modernem, zweckmässigem Wohnraum und damit auch der Erhalt historischer Elemente im Vordergrund», sagt David Kläusler.

Bei einem Rundgang durch das optimal genutzte, dreigeschossige Gebäude konnte man sich von der Verbindung moderner Elemente und historischer Bausubstanz überzeugen. Erfreut zeigte sich Kläusler darüber, dass Tochter Nadine, die mittlerweile erfolgreich die eidgenössische Meisterprüfung abgelegt hat, sowohl bei der Farbgestaltung als auch bei der aufwendigen Bruchsteinmauersanierung im Innern selbst Hand angelegt hat.

Augenmerk auf Details gelegt

Als äusserst gelungen darf die aus Holzlamellen gestaltete Fassade bezeichnet werden. Damit wird durch die dahinterliegenden Fenster, welche nebst der Energieeffizienz auch dem Lichtdurchlass dienen, Transparenz geschaffen. Zentrum des Wohnbereichs bildet eine offene, helle Küche. Dabei bilden die aus Nussbaum gefertigten Türen des Hängeschrankes sowie das als Vitrine gestaltete Eckelement den gewünschten Kontrast. So bleibt die Erinnerung an den Nussbaum, der einst auf eigenem Land stand und einem Sturm zum Opfer fiel.

Hinter der Küche führt eine offene Treppe ins Obergeschoss, wo Schlaf- und Arbeitsräume umgesetzt wurden. Der darunterliegende Raum bildet ein Reduit, in welchem Haustechnik und Wärmepumpe untergebracht sind. Der durch das grosszügige Fenster lichtdurchflutete Wohn- und Essbereich gibt den Blick auf den vorgelagerten Sitzplatz frei.

Peter GRAF

Veröffentlichung: 30. April 2026 / Ausgabe 16/2026

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