Mit viel Liebe für Details


In der Küche trifft dunkel gebeizte Eiche auf eine diamantgeschliffene Abdeckung aus Hochleistungsbeton. Bild: Schreinerei Merk AG


In der Küche trifft dunkel gebeizte Eiche auf eine diamantgeschliffene Abdeckung aus Hochleistungsbeton. Bild: Schreinerei Merk AG
Landhaus. Wie ein schon bejahrtes Wohnhaus mit dem gezielten Einsatz verschiedener Materialien optisch und funktional in die heutige Zeit transportiert werden kann, zeigt dieses Beispiel aus der Schreinerpraxis.
Mit dem Projekt «Landhaus im Grünen» zeigt die Schreinerei Merk AG aus Uster, wie aus einem Einfamilienhaus durch eine etappierte Gesamtsanierung ein zeitgemäs-ser, atmosphärischer Lebensraum entsteht. Das Projekt steht exemplarisch für einen sensiblen Umgang mit dem Bestand, eine reduzierte Materialwahl und ein klar durchdachtes Raumkonzept.
In Zusammenarbeit mit Fuchsbau Architekten und David Keist hat die Schreinerei Merk AG ein bestehendes Landhaus im Rahmen einer Gesamtsanierung behutsam transformiert. Materialien greifen ineinander, wiederholen sich in unterschiedlichen Ausprägungen und erzeugen so eine ruhige, zusammenhängende Gesamtwirkung: alles aus einem Guss und mit einem Gespür für die gesamte Wirkung. Merk verantwortete dabei alle planerischen, gestalterischen und handwerklichen Leistungen.
Die Eiche zieht sich als zentrales Gestaltungselement durch das gesamte Haus und zeigt sich in unterschiedlichen Facetten: dunkel gebeizt in Küche und Eingangsbereich, mit Bronzepigmenten geölt in Schlaf- und Ankleidezimmern sowie im Bad. Als verbindendes Element dient der fugenlose, weisse Zementboden mit Patinaschliff, der sich durch alle Räume zieht und partiell an den Wänden emporsteigt.
In der Küche wird das Holzhandwerk greifbar. Dunkel gebeizte Eiche trifft auf eine diamantgeschliffene Betonabdeckung aus Hochleistungsbeton. Die Kücheninsel wurde neu ausgerichtet, um den Raum besser zu strukturieren und die Nutzung zu optimieren. Akustikplatten in der Decke sorgen für eine angenehme Klangatmosphäre, während feine Details wie brünierte Messingflächen an Griffen, Spülbecken oder in Nischen gezielt Akzente setzen.
Auch im Bad und in der Ankleide ist das Materialkonzept sicht- und fühlbar. Die Betonabdeckung wird als fortlaufendes Element eingesetzt und verbindet die Räume gestalterisch miteinander. Tageslicht und Schattenspiel werden durch die klare Materialisierung zu einem natürlichen Gestaltungselement.
«Es geht aber auch darum, nicht den Blick für die Vision zu verlieren. Und alles immer wieder zurückzuführen. Zurück zur gemeinsamen Idee», erklärt Benjamin Lüscher, Innenarchitekt bei Merk.
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Veröffentlichung: 16. April 2026 / Ausgabe 15/2026
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