Ein runder Eindruck

Leicht und frisch wirkt die neue Serie «Gustav» von Scarabeo, wofür das filigrane Untergestell und die heitere Farbpalette verantwortlich sind. Bild: Christian Härtel

Badezimmer.  Die Ausstellung der Bäder und Badutensilien in Mailand zeigte einige klare Trends auf: Runde Formen dominierten, auch wenn die kantigen Elemente noch bleiben. Und besondere Materialien und Details geben dem Badezimmer eine persönliche Note.

Glaubt man den Ausstellern der Möbelmesse in Mailand, vollzieht sich bei der Gestaltung von Badezimmern gerade ein Wechsel von eckig zu rund. Waren in den letzten Jahren organisch geformte Wannen und Becken mit sanft geschwungenen Lavabos oft in Rahmenkonstruktionen aus Vierkantmaterial wie schwarzem Stahlrohr platziert, sind bei den neuen Entwürfen auch solche Details eher gerundet.

Munter weiter kombiniert

Besonders augenscheinlich war das Bemühen um runde Formen bei den Spiegeln. Wenn nicht kreisrund, dann auch als Halbkreis oder zumindest mit Bögen ausgestattet, passt das Runde immer noch gut ins Eckige. Insofern ist es eine konsequente Weiterentwicklung der Verheiratung von kantigen und organischen Formen im Bad, wie sie sich schon beim letzten Salone del Bagno vor zwei Jahren abzeichnete.

Die Lust auf Rund macht auch vor den Badewannen nicht halt. Kreisrunde Exemplare von Wannen waren häufig zu sehen. Und auch sonst wurden die organischen Formen mit Freude zelebriert. Bei PAA Baths aus Lettland hat man eine eigene Mischung für einen Mineralwerkstoff, aus dem man munter Formen für Badewannen und Becken kreiert.

Überraschende Materialisierungen

Zum frischen Denken im Badezimmer gehört auch die Materialisierung der Dinge. Man staunt nicht schlecht, wenn man die unverzichtbaren Accessoires von Geelli in die Hand nimmt. Optisch kaum von Glas oder Keramik zu unterscheiden, sind Seifenspender, Schale und WC-Bürstenhalter komplett aus Gummi gemacht. Der Elefant im Porzellanladen ist damit Geschichte, die praktischen Utensilien dürfen auch mal zu Boden fallen.

Ganz im Gegenteil komplett aus farbenfroher Keramik präsentierte das Label Trone seine Ideen von einem WC und auch von Lavabos. Selbst die Spüldrücker, sonst aus Plastik oder im besten Fall aus Metall, machen die französischen Spezialisten aus Keramik, selbstredend auch den Papierspender und mehr. Einzig der Toilettensitz ist auch bei Trone aus Kunststoff.

Überraschend ist auch der Griff nach dem Handtuch, vorausgesetzt, es handelt sich dabei um eine Handtuchstange von Guglielmi. Der Armaturenhersteller ummantelt dabei Rohrmaterial mit dünnem Tauwerk. Die so entstehende textile Anmutung verblüfft und macht den Reiz der munter zu kombinierenden Handtuchstangen aus.

Die Wertigkeit von Materialisierung und Entwurf war ebenfalls ein wichtiger Aspekt bei manchen Ausstellern. Dazu gehören die Arbeiten von Terzofoco aus der Region Umbrien. Beim Anfassen spürt man die sanften Unregelmässigkeiten der Handarbeit und die besondere Oberfläche. «Unser Name Terzofoco leitet sich aus den drei Produktionsschritten ab. Zuerst wird geformt und einmal gebrannt. Dann glasiert und wieder gebrannt, und dann gibt es noch einen dritten Brennvorgang», erklärt Géraldine Ekkers, zuständig für die Unternehmenskommunikation.

Viel Handarbeit und besondere Materialien kommen auch bei den Wannen von Hinokisoken aus Japan zum Einsatz. Aus dem gleichmässig und fehlerfrei gewachsenen Holz der Zeder und Zypresse entstehen Wannen in ruhiger Optik und mit der wunderbaren Haptik unbehandelten Holzes.

www.salonemilano.it

Kontakte

Die Labels im Internet

Mehr Informationen zur Produktion und dem Entstehen der gezeigten Arbeiten finden sich auf den Websites.

 

www.scarabeoceramiche.itwww.paabaths.comwww.guglielmi.comwww.geelli.comwww.novello.itwww.terzofoco.itwww.troneparis.comwww.ceramicacielo.itwww.hinokisoken.jp

Christian Härtel

Veröffentlichung: 30. April 2026 / Ausgabe 18/2026

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