Einkaufsreise durch vier Kantone

Bild: Andreas Brinkmann

Möbelmesse.  Umbrüche in der Messelandschaft führen gerne zu Neuem, wie sich jetzt bei der «Tafelrunde» zeigt, die sich zur «Wohnschau» vergrössert hat. Eine Messe an vier Orten in vier Kantonen, das geht nur in der Schweiz. Ein Rundgang mit durchaus positiven Aspekten.

Auch wenn sich der Zeitgeist bei der Farbgebung vieler aktuell angesagter Produkte eher gräulich zeigt und bei vielen Leuten die Lust und Freude auf eine Aufbruchstimmung bei ihrer ganz persönlichen Wohnungseinrichtung fehlen mag: Möbel sind in ihrem Leben enorm wichtig und Voraussetzung für vieles. Diese Menschen auf positive Weise zu erreichen, ist der Anspruch im Möbelhandel.

Erlebniseinkäufe für die Seele

Stationäre Handelshäuser haben heute eine starke Konkurrenz. Dinge lassen sich im Internet oft einfacher und schneller finden, als wenn man entsprechenden Geschäften nachgehen muss. Im Internet erfährt man vielleicht auch einiges über die Variationsmöglichkeiten und Funktionen sowie eine Hintergrundgeschichte zu dem als prioritär empfundenen Produkt und kann sich dadurch damit noch besser verbinden. Was dann aber gerade bei Möbeln und Einrichtungsgegenständen dort fehlt, ist das ganz persönliche Erlebnis mit dem Möbel – wie wirkt es, wie fühlt es sich an, und wie entspricht es dem ganz eigenen Lebensgefühl? Es muss in einem Möbelhaus angefasst und ausprobiert werden, und dann macht es Sinn, in den eigenen vier Wänden nochmals nachzudenken und eine Entscheidung zu treffen. Manche Leute schätzen es, wenn sie ihre Bestellung anschliessend über das Internet auslösen können. Geschieht das auf der Plattform des besuchten Möbelhändlers, hat sich dessen Aufwand gelohnt.

Menschen, die Einrichtungen verkaufen, mögen als Profis eine geschultere Wahrnehmung haben – und suchen Produkte für solche Endkunden, die in der Regel zu ihnen kommen. Letztendlich benötigen aber auch die Profis emotional das Gleiche wie alle anderen, um sich ein Bild von der Wirkung eines Produktes machen zu können. Das ist einer der Gründe, warum es Möbelmessen für den Handel braucht.

Vergrösserung durch Zusammenschluss

Präsentationen in den Herstellerfirmen, bei denen dann noch Gastfirmen ihre Produkte zeigen, haben ihren ganz eigenen Charme und in der Schweiz schon eine lange Tradition. Die Teilnehmer der Hausmesse «Tafelrunde» und eine Gruppe internationaler Möbelfabrikanten, die in den letzten fünf Jahren gemeinsam fast zeitgleich im Ballyhaus in Schönenwerd SO ihre Messe abhielten, haben sich zur «Wohnschau» zusammengeschlossen. Im Zeitraum vom 2. bis zum 10. Februar 2026 stellten im aargauischen Seon, in Gretzenbach SO, in Willisau LU und in Cham ZG über 30 Möbelhersteller sowie Marken ihre Produkte aus. Die Orte mögen zwar einen gewissen Abstand zueinander haben, sind aber offenbar für alle Händler recht gut zu erreichen. So haben sich beispielsweise auch Besucher aus dem Wallis darüber sehr positiv geäussert.

Mit der doch deutlichen Vergrösserung der Ausstellerzahl haben manche Möbelhändler ihre bisherige Planung umstellen müssen, da sie nun auch in der Schweiz etwas mehr Zeit benötigen, was aber schon bei Messen im Ausland als selbstverständlich hingenommen wird. Von verschiedener Seite war zu hören, dass gerade durch das Fehlen der Möbelmesse in Köln ein nationaler Anlass noch wichtiger ist und die «Wohnschau» somit gut gestartet ist.

Hilfreiche Funktionserweiterungen

Möbel sollen das Dasein in all dem unterstützen, was unmittelbar passend wäre. Da sind Funktionen wichtige Faktoren. Wer sagt beispielsweise, dass man auf einem Sofa immer nebeneinandersitzen muss? Der Hersteller Koinor hat Modelle im Sortiment, bei denen Sessel oder ganze Sofaelemente auseinanderfahren und sich um 360° drehen können. So sind ganz andere Gespräche möglich. Oder von Ronald Schmitt gibt es Salontische, die man höherziehen oder niederdrücken kann und die erst noch über unsichtbare Rollen am Boden verfügen. Tische, die im Homeoffice neue Möglichkeiten schaffen. Von Bullfrog kommen wuchtige Polstermöbel mit verschiedenen Funktionen, und manche können sogar outdoor genutzt werden. Das Familiensofa «Wumms» hat schon eine gewaltige Sitztiefe, die sich zudem noch um 20 cm vergrössern lässt.

Holz mit zeitlos feinen Formen

Feinlinige, schöne Holzarbeiten gab es beispielsweise bei der Präsentation der Firma Anrei zu sehen. Der Hersteller deckt die Bereiche Wohnen, Schlafen und Essen ab und hat auch eigene Polsterbänke im Angebot. Vor allem Sitzbänke für Esstische sind die Spezialität des Eckbank-Centers Bieri, welches neben anderen Marken seine neue Eigenmarke Sitzplatz.ch präsentierte. Besonders herauszuheben ist von dieser Kollektion die Eckbank «Asiento» mit einer ausziehbaren Sitzfläche.

Vielfalt an bequemen Sitzmöbeln

Komfortables Sitzen an Tischen ist nach wie vor ein wichtiges Thema, wie zum Beispiel die verschiedenen Esssessel bei Seetalswiss demonstrierten. Die Willisau Group zeigte mit dem Stuhlmodell «Taro» ein schlichtes, bequemes Modell, welches variantenreich erhältlich ist. So gibt es den Holzstuhl auch mit einem Rückenteil mit Geflecht oder den Sitz mit Tessinergeflecht oder Polster. Zudem wird auch eine Sesselversion mit entsprechend angepassten Massen angeboten, die eine feine Linie zeigt und ohne das sonst übliche Volumen bei Polstersesseln bequem ist.

www.wohnschau.ch

Andreas Brinkmann

Veröffentlichung: 12. Februar 2026 / Ausgabe 7/2026

Artikel zum Thema

09. April 2026

Am Puls der Holzbranche

Holz-Handwerk.  Nach vier intensiven und inspirierenden Tagen ging die diesjährige Ausgabe des Messeduos aus Holz-Handwerk und Fensterbau Frontale am 27. März zu Ende. Eindrucksvolle Stände, volle Hallen und angeregte Gespräche prägten das Bild der Fachmesse in Nürnberg.

mehr
02. April 2026

Nürnberg als Schaufenster der Branche

Fensterbau Frontale.  75 000 Besucher verzeichnete das Messedoppel Holz-Handwerk und Fensterbau Frontale in Nürnberg vergangene Woche – genau gleich viele wie vor zwei Jahren. Auch die Schreinerzeitung war wieder dabei und berichtet in zwei Teilen von der Messe.

mehr

weitere Artikel zum Thema:

Messen