Es dürften mehr Lehrverhältnisse sein

Der ehemalige Präsident Josef Achermann und der aktuelle Präsident Marcel Frank (r.) verteilen die Jubiläumstorte an die Teilnehmer der Versammlung. Bild: Edi Ettlin

Sektion Unterwalden. Ein kleines Jubiläum durften die Schreinereien aus Ob- und Nidwalden feiern: Vor 25 Jahren schlossen sie sich zur VSSM-Sektion Unterwalden zusammen. Der Berufsnachwuchs steht seit jeher im Zentrum der Verbandsaktivitäten.

Zur 25. Generalversammlung begrüsste Präsident Marcel Frank aus Buochs die Mitglieder und Gäste der Unterwaldner Sektion des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) im Restaurant Alouette auf dem Flugplatz Alpnach. In seinem schriftlichen Jahresbericht erwähnte Frank nicht zum ersten Mal den Fachkräftemangel. «Die Suche nach qualifizierten Fachkräften fordert unsere Betriebe weiterhin stark», stellte er fest.

Gegenwärtig befänden sich zahlenmässig schwächere Jahrgänge im ersten und zweiten Lehrjahr der vierjährigen Schreinerausbildung, bestätigte Thilo Briel, Leiter Lehraufsicht im Obwaldner Amt für Berufsbildung. Mit Blick auf den Jahrgang, der im Spätsommer mit der Lehre beginnt, sagte der zukünftige Amtsleiter: «Momentan sind wir mit 15 Lehrverhältnissen auf gutem Kurs, aber es könnte noch den einen oder anderen vertragen.»

Dank für grosses Engagement

In seinem Grusswort im Namen der Obwaldner Regierung dankte Landammann und Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler den 51 VSSM-Betrieben explizit für ihren Einsatz in der Berufsbildung: «Nachwuchs suchen, Nachwuchs ausbilden, Leute fördern und fordern, das ist eine Riesenaufgabe. Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie das machen.» Die Verbandsmitglieder bestätigten Marcel Frank im Amt des Präsidenten und wählten André Rohrer aus Sachseln im Rahmen einer Verjüngungsstrategie neu in den Vorstand. Der 32-jährige Schreinermeister und Geschäftsführer ersetzt Marco Riggione aus Stansstad, der nach 19 Jahren aus dem Gremium zurückgetreten ist. Präsident Marcel Frank dankte Riggione, der als Kommunikationschef dem Verband Wiedererkennbarkeit gegeben habe: «Du hast Dinge hinterfragt, hast neue Perspektiven eingebracht und uns damit als Vorstand weitergebracht.»

Die Schreiner passen zueinander

Einen zukunftsweisenden Entscheid feierten die Unterwaldner Schreiner am anschliessenden Nachtessen. Es sind genau 25 Jahre her, seit sich die beiden damaligen Kantonalverbände zusammengeschlossen haben. Vor dem Anschneiden der Geburtstagstorte fragte sich Marcel Frank, was damals die Beweggründe für die Fusion gewesen waren. Die Antworten erhielt er vom ehemaligen Präsidenten Josef Achermann aus Stans und – wegen Abwesenheit in schriftlicher Form – von Toni Gasser aus Lungern, der die Fusion als Obwaldner Sektionspräsident aufgegleist hatte.

«In dieser Zeit gingen in beiden Kantonen die Lehrlingszahlen merklich zurück», erinnerte sich Toni Gasser. Auch habe der Schweizerische Zentralverband Druck gemacht, kleine Sektionen zusammenzulegen. Hinzu kam, dass die Bildungsämter die Lehrlingsklassen Stans und Sarnen auf den Obwaldner Standort reduzieren wollten. Die Konstellationen dazu waren ideal und überzeugten die Mitglieder. Josef Achermann erwähnte ein Detail, welches den Nidwaldner Schreinern den Entscheid erleichtert hat: «Die Obwaldner waren sehr neuzeitlich und hatten eine Sekretärin, wir hatten das nicht.»

Wertschätzung fürs Handwerk

25 Jahre später sind sich die Unternehmerinnen und Unternehmer der Branche jedenfalls einig: Man hat sich über die Kantonsgrenze hinweg viel zu verdanken. Und Marcel Frank stellt fest, dass die Wertschätzung für sein Handwerk dank der Aktivitäten des VSSM wächst: «Es zeigt sich: Unser Beruf hat Zukunft, wenn wir ihn gemeinsam stärken und sichtbar machen.»

www.schreiner-unterwalden.ch

Edi Ettlin, VSSM Unterwalden

Veröffentlichung: 14. Mai 2026 / Ausgabe 20/2026

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