Fürstlich baden

Die frei stehende Badewanne «Kartell» von Laufen konnte in eine bestehende Türnische integriert werden. Der Spiegel hinter dem Waschbecken eröffnet viele Perspektiven. Bild: Laufen

Umbau.  Der Schlosspark Courgevaux im Kanton Freiburg wurde in eine Wohnsiedlung verwandelt. Im Anwesen aus dem 17. Jahrhundert entstanden 17 Eigentumswohnungen. Ein Hauch von Luxus durchzieht die privaten Bäder.

«Die Idee hinter dem Sanierungsprojekt war es, gemeinschaftliches Wohnen für kunst- und kulturinteressierte Menschen zu realisieren, die sich einen bestimmten Umschwung wünschen», sagt Jann Fahrni, verantwortlicher Architekt aus Murten. 17 Wohnparteien teilen sich neben dem Schlosspark die Gemeinschaftsräume, Gästezimmer, Pool, Sauna und eine Fasanerie. Fahrni entwickelte mit seinem Büro Awerk Architekten verschiedene Ideen zur Bebauung auf dem 10 000 m2 grossen Anwesen, zum Beispiel als Tagungsort oder Kulturzentrum. Schliesslich überzeugte ihn persönlich und auch die Gemeinde das Gemeinschaftsprojekt. Grosszügige 3,5-Zimmer-Wohnungen wurden im Herrenhaus, in der alten Ziegelei und drei Neubauten realisiert, die das Ensemble wieder komplettieren. Die Bauplanung und -leitung verantwortete Architekt Fahrni.

Tiefenwirkung erzielt

Mit der Sanierung denkmalgeschützter Bauten sind Fahrni und sein Team durch andere Objekte in Murten vertraut. «Von Roh- bis Ausbau planten wir die Bäder zusammen mit den einzelnen Bauherren und begleiteten sie bei jedem Planungsschritt, etwa der Farbwahl und der Auswahl der Sanitärapparate speziell im Badezimmer», erklärt der Architekt. Er arbeitet gern mit Schwarz-Weiss-Kontrasten unter Berücksichtigung der historischen Substanz. So blieb das Sichtbalkenwerk im 2,23 m hohen Bad im Dachgeschoss bestehen. Trotz der überschaubaren Grundfläche von etwas mehr als 11 m2 gelang es, ein grosszügiges Raumgefühl zu schaffen. Die Tiefenwirkung entstand durch zwei mattmarmorschwarz gestrichene Wände und die Decke mit Mineralfarbe. Die seitlichen Dachschrägen mit den gegenüberliegenden Fenstergauben erhielten einen weissen Anstrich. Dank einer alten Türnische war es möglich, die frei stehende Badewanne zu integrieren.

Atmungsaktiver Nassbereich

Im Spritzbereich, etwa beim Waschtisch, wurde mit einer abschliessenden Dispersionsfarbe gearbeitet. Die Rückwände der Duschen sind in allen Bädern fugenlos mit Naturofloor verspachtelt. «Durch die teils diffusionsoffene Beschichtung können die Oberflächen im Nassbereich atmen und es bildet sich nicht zu viel Kondensat, was bei glatten Platten der Fall wäre – der unerwünschte Tropfsteinhöhlen-Effekt bleibt aus», erklärt Fahrni.

Die Bauherren entschieden sich für Sanitärkeramik und Armaturen der Firma Laufen, wie etwa den Aufsatzwaschtisch «Val» oder die Wanne «Kartell», die «Pro S»-Duschwanne und das «Cleanet Navia»-Dusch-WC. Die kontrastreiche Farbgestaltung wird durch das geölte Eichenholzparkett aufgelockert.

Spezialbeschläge für Glas

Die Innenausbaupläne wurden mit der verantwortlichen Schreinerfirma Peter Schmutz aus Guschelmuth abgeglichen, die jeweils eigene Pläne für ihre Arbeit zeichnete. Neben den Bädern war der Betrieb insbesondere auch in den Ausbau der Küchen involviert. Das Aufgabengebiet in den Bädern war vielseitig. So wurden teils die Aussenmasse der Marbond-Duschwanne aus Mineralwerkstoff zugeschnitten. «Die Duschgläser mussten exakt positioniert und fixiert werden, denn sie stehen auf der äussersten Kante der Duschwanne und konnten leicht abrutschen und zerbrechen», sagt Daniel Schmutz, Inhaber und Geschäftsführer der Schreinerei. Es handelt sich um ESG-Duschgläser, montiert mit Profilen und Halterungen von Fonsegrive, welche keine Bohrungen im Glas erfordern.

Jede Menge Sonderanfertigungen

Im schwarz-weissen Bad fertigte die Firma ausserdem den Waschtischunterbau aus 25-mm-MDF-Platten, mit Grundierfolie beschichtet. Die Schreiner lackierten zweimal mit einem deckenden Anstrich auf Wasserbasis. «Die MDF-Platten für das Möbel haben wir auf Gehrung gesägt, anschliessend an der CNC-Fräse mit Reihenlochbohrung versehen und mit den Verbindern ‹Clamex Tenso› von Lamello verleimt», erklärt Schmutz. Die Wandmontage erfolgte mit Montageleisten und Aluminiumwinkel. Dank einer schwarzen vorgesetzten Rückwandplatte ist sie unsichtbar und bildet ein einheitliches Bild zur schwarzen Wand. Der Wandspiegel wurde auf den Waschtisch aufgesetzt und an der Wand verklebt. Die fertig konfektionierte Aufbauleuchte «Kiato» von Bucher mit Warmweiss-Kaltweiss-Einstellung wurde direkt an die Wand geschraubt. Über eine Fernbedienung steuert man die Lichttemperatur.

Türen nach Mass

«Bei den Montagen war die von uns Schreinern ‹geliebte› Gipskartonplatte eine Herausforderung», meint Schmutz. Für den sicheren Halt wurden verschiedene Dübeltechniken eingesetzt. «Wir arbeiteten mit Gipskartondübeln von Fischer, Klappdübeln von Knauf und für die Direktverschraubung mit Heco-Schrauben», klärt der Fachmann auf. Jeweils individuell war auch die Fertigung von Badezimmertüren, etwa im Gästezimmer. Der eingekaufte Rohling aus Vollspan-Fichte-Einleimer mit einer Hartplattendecke wurde mit einem UV-härtenden Zweikomponenten-Wasserlack von Teknos lackiert. «Die grösste Herausforderung bildete die Zusammenarbeit mit dem Gipser, der das Rahmenprofil exakt montieren musste», meint Fachmann Schmutz. Zusammen mit der weissen Sanitärkeramik von Laufen bildet die Tür einen starken Kontrast zu der grünen Wandfarbe. «Durch ein grünes, ein blaues und ein gelb gestrichenes Bad möchten wir Gästen ein besonderes Raumerlebnis bieten», erklärt Fahrni.

Exklusive Oase

Luxus im privaten Badeparadies bietet ein kombinierter Bad-Ankleideraum. Der Waschtischunterbau aus Räuchereiche wurde mit weisslichem Sperrgrund versehen. Es folgte ein Zwischenschliff und anschliessend ein zweimaliger Auftrag von Hartwachsöl; nach einem weiteren Zwischenschliff wurde der Ölauftrag wiederholt. Die abgerundeten Füsse aus brüniertem Messing fertigte die Kunstschmiede Appenzell AG, ebenso die Abdeckleisten zwischen den Schubladen. Der schwarze Aufsatzwaschtisch stammt vom Hersteller Antonio Lupi, die Armatur vom Designer Philippe Starck bei Axor. Ein raumhoher Einbauschrank gegenüber wurde mit Wattierung und Stoff bespannt. Brünierte Einfassungsprofile überdecken die rückseitigen Klammern.

Langer Atem

«Insgesamt war es eine spannende Baustelle, nicht nur wegen der vielfältigen Aufgaben. Während der gesamten Umbauphase von rund drei Jahren war die Zugänglichkeit nicht immer einfach, denn es waren viele Gewerke auf dem Platz und die Parkplatzmöglichkeiten dadurch knapp», bilanziert Daniel Schmutz. Auch dank der Unterstützung der Gemeinde verliefen die Bauarbeiten dennoch sehr gut. Vorausgegangen waren Studien-, Planungs- und Bewilligungsphase über sechs Jahre hinweg – eine reife Leistung.

www.laufen.chwww.urbanist.ch

Manuela Ziegler

Veröffentlichung: 22. Januar 2026 / Ausgabe 4/2026

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