Grossandrang fürs Frauentraining


Fabienne Meier fand den Auftakt des Förderprogramms lässig und lehrreich. Bild: Sandro Mächler


Fabienne Meier fand den Auftakt des Förderprogramms lässig und lehrreich. Bild: Sandro Mächler
Frauenpower. Mehr als doppelt so viele junge Frauen als geplant haben sich zum Frauenförderungsprogramm des VSSM angemeldet. Die ersten Trainingstage sind bereits passé. Den Teilnehmerinnen hat es sehr gut gefallen.
Das Spezialtraining des VSSM für junge Frauen hat eingeschlagen wie eine Bombe. So musste aufgrund der grossen Nachfrage neben dem ursprünglich geplanten Kurs für zwölf Teilnehmerinnen ein weiterer Kurs lanciert und gar sechs Lernenden abgesagt werden. Im Februar fanden die ersten beiden Trainingstage an der Technischen Fachschule Bern statt. Das grosse Interesse hat auch mit Vreni Barmettler zu tun, die es im letzten Jahr als einzige Frau an die Schweizermeisterschaft der Schreiner geschafft hat. Viele angehende Schreinerinnen sehen in ihr ein Vorbild.
Das Förderprogramm sei eine gute Chance, um etwas Neues zu lernen, meint Mirjam Künzi aus Gurzelen. Die 17-Jährige gehört zu den jungen Schreinerinnen, die am neu lancierten Programm teilnehmen. Soeben hat sie die ersten beiden Trainingstage absolviert. Was hat sie zur Teilnahme motiviert? «Ich habe an den Swiss Skills in Bern die Nationalmannschaft beobachtet und war begeistert, wie schnell und genau Vreni und die Jungs arbeiteten. Klasse, dass auch ein Mädel dabei war. Vreni hat mich inspiriert.» Der gleichen Meinung ist Fabienne Meier. Für sie sei Vreni ein Vorbild, sagt die bald 18-jährige Lernende aus Niederweningen im Kanton Zürich. Sie und auch Mirjam sehen das Frauentraining als gute Gelegenheit, um ihre Kenntnisse zu vertiefen und sich auf die kommenden Sektionsmeisterschaften vorzubereiten.
Dass die jungen Frauen möglichst viel vom Förderprogramm profitieren, dafür sorgen Thomas Vogler, Trainer der Schreiner-Nationalmannschaft, und die Berufsbildnerin Angela Thommen – zwei Fachpersonen, die genau wissen, auf was es an den Wettkämpfen ankommt und wie man Jugendliche motiviert. Die beiden Tage waren demnach gut durchstrukturiert. Nach einer kurzen Begrüssung mit Vorstellungsrunde und Werkstattrundgang folgte ein Theorieteil zum Zyklus der Berufsweltmeisterschaft und den Lernzielen. Anschliessend konnten die Kursteilnehmerinnen ihre Hobelbank beziehen und die Aufgabe studieren. Bevor die Holzspäne flogen, musste der Arbeitsablauf geschrieben werden. Die Teilnehmerinnen hatten während der beiden Tage stets die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich auszutauschen.
«Wir erhielten die Aufgabe, einen Rahmen mit verschiedenen Eckverbindungen herzustellen. In den Rahmen musste dann ein kleinerer Rahmen mit Zinkverbindungen eingesetzt werden», erzählt Mirjam. Bis auf die Holzbearbeitung mit der japanischen Säge habe alles gut funktioniert. Nach ein paar Tipps des Nati-Trainers klappte auch das. Fabienne hatte ähnliche Probleme: «Ich habe zu wenig genau gesägt, da musste ich hinterher nochmals nachbessern. Deshalb war ich etwas langsam.» Die Geschwindigkeit war bei allen Teilnehmerinnen ein Thema und so schaffte es niemand, das Objekt während der beide Tage fertigzustellen. Das gilt nun als Hausaufgabe bis zum nächsten Kurstag. Das stört aber weder Fabienne noch Mirjam. Sie sind mit den ersten Trainingstagen voll und ganz zufrieden. «Es hat mir gut gefallen und ich fand es toll, andere junge Schreinerinnen kennenzulernen. Es war eine lässige Atmosphäre und ich konnte bereits viel lernen», bringt es Fabienne auf den Punkt. ms
Veröffentlichung: 05. März 2015 / Ausgabe 10/2015
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