Gut gewappnet für alle Fälle

Die Bedrohung durch Cyberkriminelle ist vielfältig und betrifft nicht nur Grossfirmen und Behörden. Auch KMU müssen sich gegen mögliche Hackerattacken wappnen. Bild: Sora Shimazaki (Pexels)

Sektion Bern.  Cyberangriffe können auch KMU empfindlich treffen. Am Herbstanlass des Schreinermeisterverbands Kanton Bern erfuhren die Teilnehmenden, wie sich Betriebe schützen, auf den Ernstfall vorbereiten und gegen finanzielle Risiken absichern können.

Hans-Peter Käser, Senior Security Expert beim Bundesamt für Cybersicherheit, zeigte in seinem Referat am Herbstanlass der Berner VSSM-Sektion, wie vielfältig Cyberbedrohungen sind und weshalb auch kleinere und mittlere Unternehmen ins Visier von Cyberkriminellen geraten. Moderne Angriffe beginnen laut Käser (Bild) oft mit Phishing, dem Ausnutzen technischer Schwachstellen oder dem Einschleusen von Schadsoftware. Für Schreinereien können die Folgen eines Angriffs einschneidend sein. Werden etwa CNC-Maschinen, Produktions- oder CAD-Daten durch Ransomware verschlüsselt, kann dies einen Betrieb teilweise oder vollständig zum Stillstand bringen. Hinzu kommen Risiken wie gefälschte Rechnungen und CEO-Betrug, ungesicherte Fernzugänge, Datenverlust oder Angriffe über Lieferanten und vernetzte Systeme. Gerade die zunehmende Durchgängigkeit von IT, Maschinen und Automatisierung schafft neben vielen Chancen auch neue Abhängigkeiten.

Angriffe sind unternehmerisches Risiko

Dabei machte Käser deutlich, dass Cybersicherheit nicht einfach eine Aufgabe für den externen IT-Dienstleister ist. Sie ist Chefsache und muss als unternehmerisches Risiko verstanden werden. Entscheidend ist nicht nur die Frage, wie sich ein Angriff verhindern lässt, sondern auch, was passiert, wenn es trotzdem zu einem Vorfall kommt. Wer übernimmt welche Aufgabe? Sind ein Notfallplan, eine funktionierende Krisenkommunikation und die notwendigen Kontakte vorhanden?

Genau hier setzt die Resilienz an. Ein Betrieb sollte wissen, welche Prozesse für sein Tagesgeschäft unverzichtbar sind und was passiert, wenn die dafür benötigten digitalen Systeme plötzlich ausfallen. Es gilt, die Abhängigkeiten zu kennen, präventive Schutzmassnahmen umzusetzen und gleichzeitig darauf vorbereitet zu sein, im Ernstfall rasch und richtig reagieren zu können.

Die gute Nachricht ist, dass ein wirkungsvoller Grundschutz nicht kompliziert sein muss. Aktuelle Systeme und regelmässige Updates, starke Passwörter und Multifaktor-Authentifizierung, geschützte Fernzugriffe, eine sinnvolle Netzwerksegmentierung sowie die Sensibilisierung der Mitarbeitenden bilden eine wichtige Basis. Ebenso zentral sind funktionierende Back-ups und ein Notfallplan.

Auch Lieferketten im Blick haben

Auch die Lieferkette darf nicht vergessen werden. Werden IT-Dienstleistungen ausgelagert oder Systeme von externen Partnern betreut, müssen auch dort die Sicherheitsanforderungen geklärt werden. Denn eine Schwachstelle bei einem Lieferanten oder Dienstleister kann sich letztlich auf den eigenen Betrieb auswirken.

Dass technische Schutzmassnahmen allein nicht ausreichen, zeigte sich ebenfalls deutlich. Der Mensch bleibt ein wichtiger Faktor. Phishing-Mails, betrügerische Nachrichten oder vermeintliche Anweisungen von Vorgesetzten werden immer professioneller. Umso wichtiger ist es, Mitarbeitende regelmässig für solche Situationen zu sensibilisieren.

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Cyberversicherung

Ein ergänzender Schutz

Im zweiten Teil des Abends sprach Thomas Glauser, Emmental Versicherung, zum Thema Cyberversicherung. Dabei stand die Frage im Zentrum, wie sich Betriebe neben den technischen und organisatorischen Schutzmassnahmen auch gegen die finanziellen Folgen eines Cybervorfalls absichern können. Eine Versicherung kann helfen, die finanziellen Folgen eines solchen Ereignisses abzufedern und das Unternehmen bei der Bewältigung des Schadensfalls zu unterstützen. Sie ersetzt aber nicht eine gut aufgestellte IT-Sicherheit.

Tanja Glanzmann, VSSM Bern, TGL

Veröffentlichung: 24. September 2026 / Ausgabe 39/2026

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