«Holzbranche braucht junge Fachleute»


22 Jungschreiner/innen und zwei Schreinerpraktiker freuten sich in Teufen über ihr erworbenes Diplom. Bild: Peter Müller


22 Jungschreiner/innen und zwei Schreinerpraktiker freuten sich in Teufen über ihr erworbenes Diplom. Bild: Peter Müller
LAP Appenzell. Die Diplomfeier im Zeughaus Teufen, sommerlich-leger und doch festlich, bot gleich mehrfach Anlass, stolz zu sein: stolz auf den frisch diplomierten Schreinernachwuchs, auf das eigene Handwerk und auf das Appenzellerland und seine Werte.
«Im Appenzellerland sagt man oft, dass nichts von allein entsteht. Die gepflegten Wiesen, die Alpen, die stattlichen Bauernhäuser vieler Generationen», sagte Markus Ulmann, Chefexperte bei den Prüfungen, in seiner Begrüssungsrede und fügte gleich an, dasselbe gelte für das hiesige Schreiner-handwerk: «Wer durch unsere Dörfer geht, entdeckt überall wieder die Handschrift der Schreiner und Schreinerinnen. Vieles sind Arbeiten, die Jahrzehnte überdauern und von einer Generation an die nächste gehen.» Die Jungschreiner und Jungschreinerinnen hätten einen Beruf gewählt, der Tradition und Zukunft verbinde, einen Beruf, der Kreativität, Präzision und handwerkliches Können vereine.
Die Ausserrhoder Bildungsdirektorin Susann Metzger gratulierte den Frischdiplomierten und dankte allen, die an diesem Erfolg beteiligt sind, insbesondere den Lehrbetrieben und den Eltern. Das Diplom sei allerdings kein Möbelstück, sondern ein Fundament, auf dem sich nun ein Berufsleben aufbauen lasse, das in verschiedene Richtungen gehen könne. Sie unterstrich, dass Holz lebendig sei. Kein Holzstück gleiche dem andern. Schreiner und Schreinerinnen müssten da sorgfältig hinschauen. Da gebe es doch einen viel zitierten Spruch: «Zweimal messen, einmal schneiden.»
Besonders stolz auf die Diplomierten war Berufsschullehrer Ronny Keller. Er brachte ihnen als kleines Geschenk einen Meterstab mit ihrem eingelaserten Namen mit. Die sieben Diplomierten mit den Noten 5 und höher erhielten zudem ein Geschenk aus der Werkstatt von Roger Dörig in Appenzell: eine handgemachte Gürtelschnalle mit ihren Initialen.
Einen grossen Dank sprach Keller den Lehrbetrieben aus. «Ohne sie gäbe es diese Lehrabschlüsse und diese Feier nicht», sagte er. Manche der Lehrmeister und Chefs seien sogar selbst mal seine Schüler gewesen.
Ein weiteres Grusswort kam von Marcel Baumeler, dem Präsidenten des Appenzeller Schreinermeisterverbandes, und die Diplomierten zeigten einen Filmclip, der originelle Einblicke in ihre Arbeit und die Kurse gab: «Damit Sie sehen, was wir machen.»
Markus Ulmann versicherte den jungen Leuten: «In unserer Branche lässt die Nachfrage nach Produkten nicht nach, und in der Zukunft sind unsere jungen Fachkräfte in vielen Bereichen gefragt.» Die Holzbranche brauche junge Fachleute. Gleichzeitig forderte er sie dazu auf, die Werte mitzunehmen, welche die Region prägen: «Verlässlichkeit, Bescheidenheit, Fleiss, Respekt und die Bereitschaft, eine Arbeit nicht nur gut, sondern richtig gut zu machen.»
Das gilt auch für die zwei frisch diplomierten Schreinerpraktiker mit eidgenössischem Berufsattest. Ihre Ausbildung dauerte statt vier nur zwei Jahre. Jetzt können sie die Schreinerlehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis in Angriff nehmen oder als Schreinerpraktiker ihre Fähigkeiten einsetzen und weiter ausbauen.
Für die Musik sorgte die Formation «Löchli-Klänge». Ueli Bruderer und seine drei Töchter spielten Appenzeller Musik.
Veröffentlichung: 30. Juli 2026 / Ausgabe 31-32/2026
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