Klimawandel bedrängt Arvenbestände


Arven oberhalb des Aletschgletschers. Steigen die Temperaturen weiter, kommen sie in Bedrängnis. Bild: Felix Gugerli (WSL)


Arven oberhalb des Aletschgletschers. Steigen die Temperaturen weiter, kommen sie in Bedrängnis. Bild: Felix Gugerli (WSL)
Waldökologie. Untersuchungen der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben ergeben, dass Arven sich zuwenig rasch an den Klimawandel anpassen können. Ein Grund dafür ist der lange Fortpflanzungszyklus der an höhere Lagen angepassten Baumart.
Arven leben an der oberen Waldgrenze und an der Baumgrenze um 2000 Meter über Meer. Die knorrigen Nadelbäume mit dem wohlriechenden und bei Schreinern beliebten Holz können bis zu 500 Jahre alt werden. Doch nun bedrängt offenbar der Klimawandel die Existenz der Baumart an manchen Standorten in der Schweiz. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).
Demnach ist es fraglich, ob die Nadelbaumart genügend rasch in höhere Lagen ausweichen kann, wo ihr die Kältetoleranz einen Vorteil im Wettbewerb mit schnellwüchsigen Arten wie Fichten, Tannen oder Föhren bietet, die an höhere Temperaturen und Trockenheit gewöhnt sind. Das Problem dabei: Die Arve ist ein Spätzünder, was die eigene Fortpflanzung angeht. Sie bildet erst im Alter von 40 bis 60 Jahren reife Zapfen. «Es ist zu befürchten, dass die heute keimenden Samen der Altbäume an das vergangene, kühlere und feuchtere Klima angepasst sind, das es gemäss den Klimamodellen so nicht mehr geben wird», schreibt das WSL. Zu diesem Schluss kommen die Forscherinnen und Forscher nach der Untersuchung der genetischen Eigenschaften von mehreren hundert Sämlingen und Altbäumen aus unterschiedlichen Lagen. Demnach tragen die Keimlinge Eigenschaften, die in einem künftigen, wärmeren und trockeneren Klima auf der jeweiligen Höhenstufe nicht mehr gefragt sein dürften.
Grössere, zusammenhängende Arvenwälder gibt es in der Schweiz ohnehin nur noch im Wallis und im Engadin. In jüngster Vergangenheit setzten Alpwirtschaft und Wintersport sowie Wild- und Krankheitsschäden den Beständen bereits zu – und nun bedrängt auch die Erderwärmung die Arven.
Stefan Hilzinger
Veröffentlichung: 25. Januar 2021
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