Mit Gespür fürs Aussergewöhnliche


Der 36-jährige Schreiner Michael Dettwiler plant spezielle Erlebnisse in der Natur. Bild: Franziska Herren


Der 36-jährige Schreiner Michael Dettwiler plant spezielle Erlebnisse in der Natur. Bild: Franziska Herren
Leute. Was als spontane Anlässe für Nachbarn und Freunde in einer Zürcher WG begonnen hat, macht Schreiner Michael Dettwiler mittlerweile professionell: Er organisiert besondere Anlässe an besonderen Orten.
Es ist kein Zufall, dass Michael Dettwiler die Waid in Zürich vorschlägt, um sich für das Gespräch zu treffen. Er ist ein Kenner von schönen Orten und weiss, dass man von der Waid aus eine der eindrücklichsten Aussichten über die Stadt hat. «Ich versammle gerne Menschen an speziellen Orten, um ihnen aussergewöhnliche Erlebnisse zu bieten», erzählt Dettwiler. Damit beschreibt er eigentlich bereits, was seine 2020 gegründete Firma «Tailored Moments», zu Deutsch «Massgeschneiderte Momente», tut: Für Feiern wie Geburtstage, Verlobungen, Hochzeiten oder Firmenjubiläen organisiert der 36-Jährige aussergewöhnliche Erlebnisse in der Natur. Er setzt nebst seiner Beschäftigung als Montageschreiner in der Regel einen Tag pro Woche für diese Anlässe ein. «Etwas Kreatives zu erfinden und auf die Beine zu stellen, ist eine riesige Leidenschaft von mir.»
Für ein Firmenjubiläum hat er zum Beispiel einen Tagesablauf geplant: Workshops, in denen die Mitarbeitenden Blüten sammeln und zu Blütensalz verarbeiten, mit Lamas spazieren gehen, Volleyball spielen und eine Feuerschrift aufbauen konnten. Am Schluss gab es ein fünfgängiges Menü an einer weiss gedeckten Tafel im Wald und eine Feuershow. «Vor solchen Anlässen bin ich immer wie auf Nadeln. Insbesondere das Wetter hat einen grossen Einfluss auf das Erlebnis.» Da all seine Events in der Natur stattfinden, muss er stets eine Schlechtwettervariante oder die Option zum Verschieben zur Hand haben.
Einer der abenteuerlichsten Anlässe war seine eigene Verlobung. Er flog dazu auf den Hüfigletscher in den Glarner Alpen, wo er seiner jetzigen Frau inmitten einer imposanten Bergwelt einen Heiratsantrag machte. Nach einer Weile zu zweit stiessen ein paar Freunde mit einem Helikopter dazu. «Ich wusste nicht, ob das alles überhaupt möglich ist. Doch am Schluss hat es geklappt und war unvergesslich.» Das Interesse am Organisieren spezieller Anlässe nahm seinen Anfang, als Dettwiler in jungen Jahren in Zürich-Wipkingen zu neunt in einer Wohngemeinschaft lebte. Mit ein paar Mitbewohnern organisierte er einmal im Monat im grossen WG-Garten ein Café – das «Kafi Duzis». «Wir haben das zu einem exklusiven Erlebnis gemacht, indem wir beispielsweise unser Logo, ein Vögelchen, nachgebaut haben. Dieses flog dann über die Köpfe der Leute und versprühte Federn», erinnert sich Dettwiler.
Ein andermal baute die Wohngemeinschaft einen Parcours rund ums Haus, auf dem ein Velorennen durchgeführt wurde. Im Moment investiert Dettwiler die meiste Zeit und Energie in den von ihm gebauten neun Quadratmeter grossen Kubus. Dieser ist aus Glas und Holz konstruiert und dient als Hotelzimmer in der Natur. Einen Teil der Finanzierung konnte er durch ein Crowdfunding abdecken. «Da ich Schreiner bin, konnte ich praktisch alles selber machen.» Derzeit steht der Kubus am Glaspass auf dem Heinzenberg oberhalb Thusis und wird von einer Bauernfamilie betreut. Alle ein bis zwei Jahre wechselt der Kubus seinen Standort. Dies war bereits bei der Konstruktion so vorgesehen. «Ich kann ihn so demontieren, dass ich die Platten alleine tragen kann.»
Etwas Kreatives zu erfinden und auf die Beine zu stellen, ist eine riesige Leidenschaft von mir.
Nebst seiner Arbeit als Schreiner und als Organisator bleibt Dettwiler auch freie Zeit für seine Familie. «Wenn ich mit meiner zweijährigen Tochter etwas unternehme oder spiele, geht die Zeit im Nu vorbei», stellt Dettwiler fest. An warmen Sommertagen zieht es ihn zum Schwimmen in den Fluss oder See. Auch Wandern macht ihm Spass. Am liebsten ist er draussen in der Natur, an Orten mit Weitsicht.
Franziska Herren
Veröffentlichung: 24. August 2026 / Ausgabe 34/2026
Seine künstlerische Ader und sein Talent hat Jean-Pierre Rausis als Kind entdeckt. Früher malte er vor allem Landschaften, speziell die Berge. Seit seiner Pensionierung konzentriert sich der gelernte Schreinermeister und Dozent auf Bärenmotive in Alltagssituationen. Er schnitzt diese aus Holzblöcken.
mehr
Leute. Konzentriert drechselt Manuel Ruff das Holz zu einer konisch zulaufenden Form. Die Späne fliegen. Eine letzte Drehung, und er setzt die Drehröhre ab und schaltet die Drehbank aus. «Eine schöne Arbeit ist das», sagt er mit zufriedenem Gesichtsausdruck.
mehr
PaidPost. Anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums bietet die Rudolf Geiser AG Einblick hinter die Kulissen und stellt ein paar der 120 Mitarbeitenden vor. Diese Woche ist dies Thomas Dellenbach, Chauffeur der Geiser Camion-Flotte.
mehr