Mit Holz lässt es sich leben


Zum Erholungsbereich des Neubaus von Herzog Elmiger gehört eine Dachterrasse. Auch bei den Mitgliedern des Furnierverbandes stiess dies auf Wohlgefallen. Bild: Christian Härtel


Zum Erholungsbereich des Neubaus von Herzog Elmiger gehört eine Dachterrasse. Auch bei den Mitgliedern des Furnierverbandes stiess dies auf Wohlgefallen. Bild: Christian Härtel
Furnierverband. Die Mitglieder des Schweizer Furnier-Verbandes (SFV) kamen vergangene Woche bei der Herzog Elmiger AG in Obernau LU zur Generalversammlung zusammen. Nebst der Tagesordnung stand am zweiten Tag eine Führung durch den Neubau der Gastgeberin an.
Furnier ist gefragt. Das Geschäft mit dem Naturwerkstoff läuft. Und während es bei Produkten aus Kunststoffen durch die Weltlage teils zu erheblichen Preissteigerungen kommt, ist die Furnierbranche derzeit in deutlich ruhigerem Fahrwasser. Das berichteten die Unternehmensleiter aus der Schweizer Furnierbranche an der Generalversammlung im Hause von Gastgeber Herzog Elmiger in Obernau LU.
Kaum überraschend sind sich die Experten auch bei den Holzarten einig. Zur Vorherrschaft der Eiche würde sich inzwischen doch immer wieder ein bunter Strauss an weiteren Holzarten gesellen. Zwar nicht mit Wucht, aber dennoch spürbar würden Esche, Lärche, Nussbaum, Zeder, Birke, Weisstanne und auch verschiedene Exotenhölzer immer wieder nachgefragt.
Das Herkunftslabel Schweizer Holz ist für die Furnierbranche nach wie vor mit einem dicken Fragezeichen versehen. Da in der Schweiz kein Messerwerk zur Aufarbeitung von Furnier mehr existiert, muss Rundholz aus dem Schweizer Wald zwangsläufig ins Ausland zur Furnierherstellung geschafft werden. Dadurch wurde jedoch das Labeling mit «Schweizer Holz» bislang verunmöglicht. Einigkeit herrschte deshalb darüber, dass man mit den zuständigen Stellen das Gespräch suchen wolle, um eine praktikable Lösung zu erzielen. Schliesslich erfolge nur ein kleiner Teil im Produktionsprozess von Furnier im Ausland, während das Holz teilweise Jahrhunderte lang in der Schweiz gewachsen sei.
«Furnier – Präzision in Holz» lautet der Titel des neu erstellten Lehrbuches rund um den Werkstoff. «Es gibt nichts Vergleichbares auf der Welt», sagt der frühere Verbandspräsident Markus Barmettler, der zusammen mit Michael Engel von der Cambois SA massgeblichen Anteil an der Erstellung des knapp 100 Seiten starken Manuskriptes hat. Aktuell wird korrekturgelesen und mögliche Vertriebswege werden geprüft. Klar ist für alle Beteiligten, dass möglichst alle Berufe im Holz das Lehrmittel künftig in die Aus- und Weiterbildung mit einbeziehen sollen.
Beeindruckt zeigten sich die Akteure auch beim Rundgang durch die Büro-, Lager- und Produktionsräume des neuen Betriebsgebäudes der Herzog Elmiger AG. Nicht nur das vollautomatisierte Flächenlager für Platten, die von zwei Seiten bedienbaren Verfahrregale für Furnier oder das «Monster», ein Stapler, mit dem sich eine ganze Ladung für den Lastwagen auf einmal laden lässt, sorgten für Eindruck. Auch die Ordnung und das Wohlbefinden in den Räumen prägten sich ein.
Veröffentlichung: 23. April 2026 / Ausgabe 17/2026
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