Mit Holz und Blech ist er im Element

«Mannezimmer» nennt Albin Hauser (58) seine Werkstatt. Hier entstehen auch Möbelkreationen. Bild: Cornelia Thürlemann

Leute. «In meinem Herzen bin ich Schreiner geblieben», sagt Albin Hauser (58), während er die Werkstatt zeigt, vier auf vier Meter gross, die er im früheren Veloraum im Familienhaus in Full AG eingerichtet hat.

Hauser plant und gestaltet seit vielen Jahren Bürokonzepte und verkauft die passenden Möbel, heute für die Firma Echo Büromöbel aus Holziken AG. In den vergangenen Jahrzehnten hat er den Trend vom nüchternen Büro zu inspirierenden Begegnungsräumen und neuen Arbeitswelten erlebt. «Wer heute als Arbeitgebender attraktiv sein möchte, muss angenehme Arbeitsräume bereitstellen», weiss er. Man merkt ihm an, dass er seinen Beruf liebt. «Ich bereue keinen Moment, eine Lehre als Möbelschreiner gemacht zu haben», betont er. Sein Wissen über die Materialien und über die technischen Möglichkeiten im Möbelbau kommt ihm sehr zugute.

In seiner Kellerwerkstatt hat alles seinen Platz. Für die Holz- und Metallbohrer hat er ein kleines Schrankmöbel gebaut. Alle Werkzeuge sind fein säuberlich versorgt. Unter der Decke sind Zwischenebenen eingebaut, auf denen Massivholz platzsparend lagert. Während zwei Jahren hat Hauser den Raum umgebaut. Er tüftelte aus, wie er die begrenzte Fläche am besten nutzen könnte. Erst als alles geordnet und eingerichtet war, begann er, die ersten Möbel zu schreinern. Möbel für den Alltag, ein kleines Eierkästchen mit japanischer Kumiko-Füllung, Kleinmöbel, ein filigranes, übersichtliches Gestell für Teebeutel oder auch ein Hochbeet. Besonders stolz ist er auf ein Vater-Sohn-Projekt: eine Solar-Anzeige aus Holz, die er mit seinem Sohn, einem Informatiker, entwickelt und gebaut hat. Diese zeigt die aktuelle Solarstrom-Produktion auf dem Dach an und den Stand der Batterie.

Seit seiner Kindheit begleitet ihn die Brassband-Musik

Hausers zweite grosse Leidenschaft gehört der Brassband-Musik. Sie begleitet ihn seit seiner Kindheit. Nicht nur er, sondern seine ganze Familie hat das Brassband-Fieber. Er selbst spielt Kornett und Es-Horn, Ehefrau Corinne Flügelhorn, Sohn Pascal Kornett, die Zwillingstöchter Annina und Livia Kornett und Posaune. «Als Jugendlicher war es für mich das Grösste, wenn ich am Freitagabend mit dem Instrumentenkoffer über den Schulhausplatz zur Musikprobe flanieren konnte», erinnert sich Hauser.

Wie wichtig ihm die Musik bereits damals war, zeigt ein Ordner, worin er die Einladung zur ersten Jungbläserstunde aufbewahrt hat. Brassmusik ist bis heute ein wichtiger Teil seines Lebens. Während der Lehre hat er in der Mittagspause in der Schreinerei auf dem Kornett die neuen Stücke geübt. Später gelang ihm die Aufnahme in die Militärmusik, was den Lehrmeister freute, selbst ein Militärtrompeter. An der Brassmusik liebe er die typische Klangfarbe der Instrumente sowie die Präzision, dass jeder Ton, der Rhythmus und das Zusammenspiel stimmen müssen. Am liebsten mag er Stücke, die original für Brassband-Besetzung komponiert wurden.

In Full ist er Zuhause

Vom Einfamilienhaus in Full sieht Hauser über den Rhein nach Deutschland. Hauser ist hier aufgewachsen und hat sein ganzes Leben in der kleinen Gemeinde verbracht. In unmittelbarer Nähe wohnen seine Geschwister. «Ich bin ein ausgesprochener Vereins- und Familienmensch», sagt er. «Als Teamplayer bin ich der festen Überzeugung, dass es für das Gelingen eines Projekts jeden Einzelnen braucht.» Bis heute spielt er in der Brassband Full. Besondere Freude bereitet es ihm, wenn er mit seiner Frau und den Kindern musizieren kann, die alle in der Musikantenszene verwurzelt sind und im gleichen Verein mitspielen. Das sei ein Glück, keine Selbstverständlichkeit.

Cornelia Thürlemann

 

 

 

Veröffentlichung: 02. März 2026 / Ausgabe 8/2026

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